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Aus dem Landkreis So schützt sich Celle vor der Schweinepest
Celler Land Aus dem Landkreis

So schützt sich Celle vor der Schweinepest

11:54 14.01.2021
Von Oliver Gatz
Eine Veterinärmedizinerin untersucht den Fund eines Wildschweinkadavers. Derzeit gibt es deutschlandweit rund 190 bestätigte Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen.
Eine Veterinärmedizinerin untersucht den Fund eines Wildschweinkadavers. Derzeit gibt es deutschlandweit rund 190 bestätigte Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen. Quelle: Bernd Settnik
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Celle

Corona lässt viele Themen in den Hintergrund rücken. Trotzdem sind sie nicht aus der Welt. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Deutschland erreicht, am 10. September gab es den deutschlandweit ersten ASP-Fall bei einem Wildschweinkadaver in Brandenburg, unweit der deutsch-polnischen Grenze. Mit Stand 1. Dezember gibt es 193 bestätigte ASP-Fälle bei Wildschweinen.

Afrikanische Schweinepest (ASP) für Menschen nicht gefährlich

Bei der ASP handelt es um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Haus- und Wildschweine, betrifft und für diese tödlich ist. Auf den Menschen ist diese Erkrankung nicht übertragbar, teilte die Landkreisverwaltung mit. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko.

Landkreis Celle übt den Ernstfall

Der Landkreis Celle hat zur Vorbereitung auf einen möglichen Ausbruch im vergangenen Jahr an einer Übung teilgenommen, in dem das Handeln im Fall eines Auftretens durchgespielt wurde. Umso wichtiger ist aber die Vorsorge, um einen Viruseintrag in die Schwarzwildpopulation und die Hausschweinebestände zu verhindern.

Keine Speisereste in die Natur werfen

„Unachtsam entsorgte Reste von virushaltigem Reiseproviant, zum Beispiel nicht erhitzte Lebensmittel wie Mettwurst oder Rohschinken, können ausreichen, um die Seuche einzuschleppen“, so die Experten des Landkreises. Deshalb seien Lebensmittel, insbesondere solche, die Schweinefleisch enthalten, unbedingt so zu entsorgen, dass Wildschweine damit nicht in Kontakt kommen können.

Fallwild dem Celler Veterinäramt melden und Proben nehmen

Auch von Kadavern infizierter Wildschweine geht eine hohe Ansteckungsgefahr für andere Wildschweine aus. Hier können Jäger durch die Beteiligung am Überwachungsprogramm mithelfen, die ASP frühzeitig zu erkennen, indem sie Fallwild (auch Unfallwild und auffälliges erlegtes Schwarzwild) dem Veterinäramt melden und Proben nehmen. Dafür wurden entsprechende Tupfer unter anderem auf der Hegeschau in Bergen verteilt. Die Tupfer sind aber auch im Veterinäramt und gegebenenfalls bei den Abgabestellen für Trichinenproben erhältlich. Allein dieses Jahr wurden im Landkreis Celle mehr als 419 Proben mit negativem Ergebnis untersucht.

Hausschweine noch nicht betroffen – Kontakt zu Wildschweinen vermeiden

Derzeit sind noch keine Bestände von Hausschweinen in Deutschland von der ASP betroffen. Um hier eine Einschleppung zu verhindern, ist das strikte Einhalten der entsprechenden Biosicherheitsmaßnahmen unbedingt erforderlich.

Derzeit sind noch keine Bestände von Hausschweinen von der Seuche betroffen. Der Kontakt zu Wildschweinen muss vermieden werden. Quelle: Sven Hoppe

Unter anderem müssen Futter und Einstreu vor Wildschweinen sicher geschützt gelagert werden. Schweine dürfen keinen Kontakt zu Wildschweinen bekommen. Diese grundsätzlichen Anforderungen gelten auch für Kleinsthaltungen.

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