Am Ostrand eines mächtigen Hochs von Skandinavien bis Spitzbergen wird dieses Eisluftreservoir über Nordwestrussland angezapft und leitet eine Kältewelle wie zuletzt Anfang März 1987 ein. In Celle wurden damals – am 4. März – minus 17,4 Grad Celsius gemessen. Durch den teils strammen Ostwind werden sich die Tages- und Nachttemperaturen in der kommenden Woche zeitweise wie minus 5 bis minus 15 Grad anfühlen, obwohl das Thermometer „nur“ etwa 3 bis 11 Grad minus anzeigt. Über einer geschlossenen Schneedecke kann es noch deutlich tiefer gehen.
Ein trockenkalter Februar-Ausklang verheißt für den Start in den Frühling nichts Gutes. Hintergrund ist die Erhaltungsneigung der Atmosphäre, die mit östlichen Winden aus dem kalten Kontinent die Erwärmung und die für die Vegetation nötigen Niederschläge wochenlang verzögern kann. Nicht selten zieht sich das winterliche Erbe bis in den April hinein, manchmal sogar bis in den Mai wie im Jahr 2013.
Nach den aktuellen Jahreszeitentrends der führenden Wetterdienste bleibt uns das zu kalte, niederschlagsarme aber auch sonnige Wetter im März erhalten. Für den April sieht es derzeit nach normalem Wetter aus, bevor ein durchschnittlich warmer, aber nasser Mai dem Frühling endgültig zum Durchbruch verhilft.
Auf ein spätes Frühjahr lassen auch einschlägige Bauernregeln schließen: „Felix und Petrus (21./22. Februar) zeigen an, was wir 40 Tage für Wetter han“, oder „Wie’s Petrus und Matthias (22./23. Februar) macht, so bleibt es noch durch 40 Nacht.“ Hinsichtlich der Märztemperaturen stimmt die Regel zu 65 Prozent, in Bezug auf zu geringe Niederschläge sogar zu 90 Prozent.
Fazit: Derzeit sieht es nach allem aus, nur nicht nach Frühling.
Von Reinhard Zakrzewski