Raubtier

Grüne wollen Wölfe vor Autos schützen

Im Dezember sind bei Rixförde und Fuhrberg zwei Wölfe gestorben, weil sie mit Autos kollidierten. Die Grünen fordern: Wölfe besser schützen.

  • Von Simon Ziegler
  • 30. Jan. 2019 | 15:09 Uhr
  • 09. Juni 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 30. Jan. 2019 | 15:09 Uhr
  • 09. Juni 2022
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Celle.

Nach tödlichen Zusammenstößen von Wölfen mit Autos bei Rixförde und Fuhrberg wollen sich die Celler Grünen dafür einsetzen, Wolfsunfälle in Zukunft zu vermeiden. "Wir müssen uns fragen, wie wir Wölfe besser vor Autos schützen können", sagte Gerald Sommer am Mittwoch im Umweltausschuss des Kreistages. Die beiden Wölfe waren beide im Dezember verendet. Konkrete Vorschläge machte Sommer nicht.

"Das sind 10 Prozent tote Wölfe"

Der Grünen-Politiker behauptete, dass in den vergangenen Jahren von 60 Wölfen im Landkreis Celle 6 Tiere überfahren worden seien. "Das sind 10 Prozent tote Wölfe. Das wäre genauso, als wenn 18.000 Menschen bei Unfällen ums Leben kämen", sagte Sommer. Er schlussfolgerte, dass "wir angesichts dieser Zahlen keine Wölfe mehr schießen müssen". Doch seiner Argumentation wollte im Ausschuss niemand folgen. "Das ist ein gewagter Vergleich", kommentierte der Ausschussvorsitzende Ulrich Kaiser das sommersche Gedankenspiel.

Sieben aktive Rudel im Kreis Celle

Unterdessen informierte Kreisjägermeister Hans Knoop die Umweltpolitiker über den aktuellen Stand in Sachen Wölfe. Im Landkreis Celle leben sieben aktive Rudel, führte Knoop aus. Erst im Dezember war ein Rudel in Widdernhausen bestätigt worden. Die Wölfe, die in den vergangenen Monaten vermehrt im Bereich Wathlingen und Hänigsen gesichtet wurden, werden inzwischen dem Burgdorfer Rudel zugeordnet. Eines der Elterntiere sei bei einem Unfall an der A2 getötet worden. "Wir müssen beobachten, wie das weitergeht", erklärte Knoop.

Jäger: Wegen Wölfen wird weniger Wild geschossen

Er rechnet zudem damit, dass die Jagdstreckenergebnisse im Kreis Celle durch die Wölfe zurückgehen werden. Endgültige Zahlen lägen zwar noch nicht vor. "Meine Einschätzung ist aber, dass sie in einigen Hegeringen erheblich nach unten gehen", sagte er mit Blick auf sinkende Abschusszahlen bei Rot-, Schwarz- und Rehwild.

Land will Wölfe mit Peilsendern versehen

Katharina Sander, Leiterin des Umweltamtes, informierte darüber, dass nach Medienberichten das Land Niedersachsen Wölfe fangen und mit Peilsendern versehen wolle, um die Rudel besser beobachten zu können. Dazu sollen offenbar sogenannte Schlingfallen eingesetzt werden, hat etwa der Weser-Kurier berichtet. Eine Schlingfalle schließt sich um das Bein des Wolfes, sobald er darauf tritt. Dem Vernehmen nach sollen die Schlingfallen zunächst an wenigen Orten getestet werden. In der Vergangenheit wurde versucht, die Wölfe mit Kastenfallen zu fangen. Dies war jedoch nicht erfolgreich, da die Tiere die Fallen meiden. Mit den Peilsendern sollen die Bewegungen der Wölfe aufgezeichnet werden, um ihr Verhalten zu studieren.