Kampagne der Polizei

Unfälle auf Celles Landstraßen vermeiden

Nirgendwo kracht es öfter als auf Landstraßen – in Celle und deutschlandweit. Deshalb unterstützt die Polizei Celle eine Kampagne, um die Zahl zu verringern.

  • Von Benjamin Behrens
  • 19. Okt. 2021 | 10:02 Uhr
  • 09. Juni 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 19. Okt. 2021 | 10:02 Uhr
  • 09. Juni 2022
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Celle.

Eine 18-jährige Fahrerin aus Bergen ist auf der L 281 in Fahrtrichtung Bergen unterwegs. In der Ortschaft Dohnsen verliert die junge Fahrzeugführerin in einer Rechtskurve die Kontrolle über ihren Opel Corsa, dreht sich und kollidiert mit einem Gartenzaun auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die junge Frau bleibt unverletzt.

Unfälle auf Landstraßen Einsatzalltag für Polizei

Solche Unfälle, dieser ereignete sich am 16. August, sind laut Celler Polizei trotz aller Warnungen und Mahnung zur Vorsicht Einsatzalltag.

„Dieser Verkehrsunfall steht nur sinnbildlich für eine Vielzahl von Verkehrsunfällen, die jedes Jahr auf Landstraßen passieren. Dabei sind oftmals auch Personenschäden die Folge“, warnt Steffen Brümmer, Sprecher der Celler Polizei, und verweist auf die aktuelle Kampagne „Landstraße – Fahr sicher!“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). Unter dem Motto „#landstraßefahrsicher“ soll auf die Gefahren im Zusammenhang mit Unfällen auf Landstraßen aufmerksam gemacht werden. Das Motto dient auch als Kennzeichnung in den Sozialen Medien. Polizei, Bundesverkehrsministerium und die Gesetzliche Unfallversicherung unterstützen die Kampagne. „Wir haben uns da auch social-media-mäßig eingeklinkt und bewerben es als präventiven Ansatz“, so Brümmer.

DVR wertet Unfalldaten aus

Der DVR hat Unfalldaten untersucht. Mehr als die Hälfte der Getöteten im Straßenverkehr komme durch Unfälle auf Landstraßen ums Leben. 2020 waren das 1592 Personen und damit 58,6 Prozent aller Verkehrstoten in Deutschland.

Im Fokus der Kampagne stehen Unfälle mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. 2020 kamen 487 Personen bei einem solchen Unfall auf einer Landstraße ums Leben. Den Umfrageergebnissen des DVR zufolge hat fast jeder Zweite mindestens einmal eine kritische Situation mit dem Gegenverkehr erlebt. Ein Viertel der Befragten gab an, bereits mindestens einmal einen Unfall auf einer Landstraße gehabt zu haben.

Überholmanöver auf Landstraßen besonders gefährlich

Überholvorgänge auf Landstraßen können wegen der hohen Geschwindigkeiten und der fehlenden Trennung vom Gegenverkehr besonders riskant sein. Ein hoher Anteil von Unfällen erfolgt bei zu geringer Sichtweite. Trotzdem gaben bei der Umfrage 90 Prozent an, dass sie die notwendige Entfernung für einen sicheren Überholvorgang auf einer Landstraße richtig einschätzen können. Auch waren 69 Prozent der Befragten überzeugt, noch schnell genug reagieren zu können, wenn unerwartet Gegenverkehr auftauchen sollte.

So ist die Situation in Celle

Auch in Celle sind Landstraßen außerorts deutlich unfallträchtiger als Ortschaften, ergibt die Unfallstatistik der Polizei Celle für 2020. Elf Menschen starben im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen auf Straßen in Stadt und Landkreis, davon acht im Kreisgebiet und drei in Celle. 2019 waren es 14 Tote. Vier Motorradfahrer, zwei Fußgänger und fünf Autofahrer verloren 2020 ihr Leben. Unter den Getöteten waren die Risikogruppen „junge Fahrer“ (drei) und „Senioren“ (vier) am stärksten vertreten. Ursachen für die elf tödlichen Unfälle waren falsches Verhalten gegenüber Fußgängern, Fehler beim Abbiegen, Missachten der Vorfahrtsregeln, unangepasste Geschwindigkeit, der Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot und Übermüdung.

78 Personen erlitten bei Unfällen schwere Verletzungen. 2019 wurden noch 107 Personen schwer verletzt, die Polizei verzeichnet einen Rückgang von 27,10 Prozent. 2020 wurden 54 Unfälle durch Alkohol- oder Betäubungsmitteleinfluss verursacht. Im Vorjahr waren es noch 73 Unfälle. In 176 Fällen war Vorfahrtverletzung die Unfallursache, 2019 verzeichnete die Polizei Celle hier noch 212 Unfälle. Auch die Unfallursache Abstand, insbesondere bei Auffahrunfällen, war weniger ausschlaggebend als im Vorjahr. Die Polizei Celle verzeichnete 249 Abstandsunfälle nach 321 im Jahr 2019.

„Insgesamt sind die Entwicklungen der Verkehrsunfallzahlen und der Verkehrsunfallfolgen erfreulich, gleichwohl jeder Verkehrsunfalltote einer zu viel ist“, sagt Eckart Pfeiffer, Leiter der Polizeiinspektion Celle