Museumsdorf Hösseringen

Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im Fokus

Mit Zwangsarbeitern in der Lüneburger Heide befasst sich eine neue Ausstellung im Museumsdorf Hösserigen. Es gibt auch Bezüge zur Gedenkstätte Bergen-Belsen.

  • Von Oliver Gatz
  • 24. Mai 2022 | 16:21 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Oliver Gatz
  • 24. Mai 2022 | 16:21 Uhr
  • 14. Juni 2022
Anzeige
Hösseringen.

Eine neue Dauerausstellung im Museumsdorf Hösseringen befasst sich mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern in der Lüneburger Heide. Sie wird im Langspeicher des Brümmerhofes zu sehen sein. Die Eröffnung ist für den Sommer geplant, heißt es in einer Mitteilung des Museums.

Neue Dauerausstellung im Museumsdorf Hösseringen

Begonnen hatte alles mit dem Fund einer Inschrift eines Kriegsgefangenen auf einem Fensterladen des Brümmerhof-Speichers: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Arthur Clas[?]e. Kriegsgefangenen-Lager Soltau, Brümmerhof, den 25. März 1916 … Adieu.“ Museumsleiter Ulrich Brohm: "Wir haben den Fund zum Anlass genommen, das Thema intensiver zu betrachten." Ohne den Einsatz von Kriegsgefangenen wäre die landwirtschaftliche Produktion in beiden Weltkriegen nicht aufrecht zu erhalten gewesen.

Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in der Lüneburger Heide

Die Beziehungen zwischen den Gefangenen und ihren hiesigen Familien waren im Ersten Weltkrieg mitunter freundschaftlich. Anders im Zweiten Weltkrieg: Sogenannte „Polen-“ und „Ostarbeitererlasse“ reglementierten das Arbeiten und Leben der „slawischen Untermenschen“ aufs Schärfste. Eine grausame Konsequenz war das Massensterben russischer Kriegsgefangener bei Munster und Bergen-Belsen im Winter 1941/42. In der Ausstellung wird es deshalb auch Hinweise auf Gedenkstätten wie Bergen-Belsen geben.

Bezug zu Gedenkstätte Bergen-Belsen

Manche Belege, wie etwa ein Foto polnischer Zwangsarbeiter in Hambrock vom Sommer 1943, wirken auf den ersten Blick fast harmlos. Erst beim genaueren Betrachten ist festzustellen, dass fast alle Arbeiter das stigmatisierende „P“-Abzeichen verbergen. „Vor allem der Landkreis Uelzen zeichnete sich durch einen besonders rigiden Umgang mit Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern aus", so Bohm.