Landkreis Celle

Klimaschutz-GmbH: Bedenken von den Grünen

Die vom Energieversorger SVO geplante Klimaschutz GmbH stößt auf Bedenken der Grünen im Landkreis Celle. Sie sehen einen Interessenskonflikt und vermuten, dass die Gesellschaft nur ein Lockmittel für die Kommunen sei, um bei den Verhandlungen über Konzessionsverträge eine bessere Position zu erhalten. Das Unternehmen weist die Kritik zurück und hält die Bedenken für konstruiert.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 15. Juli 2009 | 17:18 Uhr
  • 09. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 15. Juli 2009 | 17:18 Uhr
  • 09. Juni 2022
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Landkreis Celle.

Eine Klimaschutz-GmbH will die SVO in den kommenden Monaten mit möglichst vielen Kommunen in ihrem Netzgebiet gründen. Die Städte und Gemeinden, die Mitglied werden, können bei der gemeinnützigen Gesellschaft Anträge auf Förderung für Projekte stellen, die den CO2-Ausstoß senken. Insgesamt sollen dafür pro Jahr 500000 Euro bereitgestellt werden, die nach einem Einwohnerschlüssel auf die Kommunen verteilt werden.

Doch die Celler Grünen glauben nicht nur an das Gute in der SVO und vor allem deren Miteigentümer Eon. „Einerseits ist eine Klimaschutzagentur eine wünschenswerte Sache. Andererseits ist die Skepsis Eon gegenüber ja nicht ganz unberechtigt“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Annegret Pfützner. Die EU-Kommission habe Eon kartellrechtlich verklagt wegen überhöhter Gaspreise. Jetzt geht es aus Sicht der Grünen um die Imagepflege. „2011 stehen neue Konzessionsverträge an. Da könnte die Klimaschutz GmbH ein Lockmittel sein, um eine günstige Verhandlungsposition zu erzielen“, so die Grüne Fraktionsvorsitzende.

Der Interessenkonflikt zwischen den Geschäftszielen Gewinne erzielen, Atomkraftwerke betreiben und möglichst viel Strom zu verkaufen und eines wirklichen Klimaschutzengagements bedürfe eines entsprechenden Gesellschaftsvertrages, Gremien und entsprechender Strukturen.

Die Geschäftsführung der SVO weist die Bedenken der Grünen zurück. „Die Verträge sind in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen ausgearbeitet worden. Die Teilnahme ist freiwillig und die Kommunen haben in der gemeinnützigen Gesellschaft einen Anteil von 75 Prozent“, sagt der SVO-Geschäftsführer Wolfgang Fragge. Mit den Konzessionsverträgen habe die Gesellschaft nichts zu tun. Das bestätigt Winsens Bürgermeister Wilfried Hemme, der mit seinen Amtskollegen Axel Flader aus Hermannsburg und Jörg Warnke aus Lachendorf an der Erarbeitung beteiligt war.

Die SVO räumt zwar ein, dass sich ein gewisser Widerspruch damit verbinde, dass sie zu Energieeinsparungen beitrage, „Der Kunde verlangt aber heute, dass wir diesen Service bieten, deshalb löst sich der Widerspruch auf“, begründete SVO Geschäftsführer Karl Hans Hradil die Gesellschaft. Die Bedenken wegen Eon hält Hradil für konstruiert. Die Entscheidung für die GmbH sei bei allen Eigentümern positiv aufgenommen worden. Es sei eine Fortführung der bisherigen Unternehmenspolitik, die Region umweltschonend und nachhaltig mit Energie und Wasser zu versorgen.

Klimaschutzgesellschaft

im Landkreis Celle

Von Tore Harmening

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