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Aus dem Landkreis In Celle gibt‘s die Plakette meist auf Anhieb
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In Celle gibt‘s die TÜV-Plakette meist auf Anhieb

15:33 09.11.2020
Von Oliver Gatz
Die TÜV-Prüfer nehmen die Fahrzeuge genauestens unter die Lupe: Licht und Elektrik lagen bei den Mängeln im vergangenen Jahr in Celle wieder weit vorne.
Die TÜV-Prüfer nehmen die Fahrzeuge genauestens unter die Lupe: Licht und Elektrik lagen bei den Mängeln im vergangenen Jahr in Celle wieder weit vorne. Quelle: TÜV Nord
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Celle

Mehr als 72 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr an der TÜV-Station in Celle die Hauptuntersuchung absolviert haben, bekamen sofort eine neue Plakette. Das teilte der TÜV Nord mit. Bei mehr als 58 Prozent fanden sich sogar gar keine Mängel am Wagen. Aber: 27,2 Prozent der Fahrzeuge hatten erhebliche Mängel. Sie mussten unverzüglich repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die TÜV-Plakette auf das hintere Kennzeichen geklebt werden konnte. Absolut verkehrsunsicher war kein Auto.

Und noch zwei Zahlen aus der jetzt vom TÜV Nord veröffentlichten Statistik: Der durchschnittliche Pkw, der vor Ort an der TÜV-Station am Altenceller Baumschulenweg geprüft wurde, war 9,0 Jahre alt und hatte mehr als 104.000 Kilometer auf dem Tacho.

TÜV sieht positiven Trend in Celle

Nach einem leichten Anstieg im Vorjahr sinkt die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln wieder, bilanziert der TÜV. Der insgesamt positive Trend ist in den Augen der Sachverständigen Beleg für die Wirksamkeit der unabhängigen und neutralen Hauptuntersuchung. Dadurch seien die Autofahrer aufgefordert, sich um den guten technischen Zustand ihres Fahrzeugs zu kümmern – zum Nutzen für die Sicherheit auf unseren Straßen.

"Hersteller bauen in der Regel gute Autos"

„Es ist gut, dass die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln wieder sinkt. Schließlich bauen die Hersteller in der Regel gute Autos und legen auch Wert auf Langzeitqualität“, sagt Marc Schnoor, Leiter der Celler TÜV-Station. „Zusätzlich engagieren sich die Autohäuser und Werkstätten für hohe Qualitätsmaßstäbe bei ihren Wartungs- und Reparaturarbeiten.“

Fehlerhafte Beleuchtung einer der häufigsten Mängel

Die Fahrzeughalter wiederum seien angehalten, fällige Inspektionstermine auch wahrzunehmen, betont Schnoor. Dann hätten die Fahrzeuge bei der Hauptuntersuchung weniger Mängel und die Autofahrer könnten ihre individuelle Mobilität mit Sicherheit genießen. „Vor Fahrtantritt sollte aber jeweils ein kurzer Check der Beleuchtungsanlage erfolgen.“ Dass nämlich die Beleuchtungsanlage mitunter stiefmütterlich behandelt wird, zeigt auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik“ in der Statistik wieder weit vorne. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen ist.

Allerdings ist die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich leicht gesunken. Daran haben nach Ansicht des TÜV auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und langlebiger Technik (etwa LED) ihren Anteil. Die alljährliche Beleuchtungsaktion, die jeweils im Oktober unter anderem vom Kfz-Gewerbe und dem TÜV durchgeführt wird, dient auch dem Ziel, Beleuchtungsmängel an Fahrzeugen gerade vor der dunklen Jahreszeit abzustellen.

Erhebliche Mängel abhängig vom Fahrzeugalter

Insgesamt ergibt sich in der TÜV-Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen „Licht, Elektrik“, „Achsen, Räder, Reifen“, „Umweltbelastung“ und „Bremse“. Je älter die Fahrzeuge bei ihrem TÜV-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen TÜV-Zahlen belegen: Bei der ersten Hauptuntersuchung im Alter von drei Jahren finden sich nur bei 5,8 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 10,0 Prozent. Nach sieben Jahren liegt die Quote bei 16, 3 Prozent. Als Elfjährige schließlich weisen 29,0 Prozent der Autos erhebliche Mängel auf und müssen zur Reparatur in die Werkstatt. Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt jetzt bei den Dreijährigen bei 48.487 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 131.696 Kilometern auf dem Tacho.

Farbe der TÜV-Plakette ändert sich

Aufgepasst: Wer noch mit einer blauen Plakette für 2020 unterwegs ist, sollte sich bald einen Termin bei seinem TÜV geben lassen. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der „fälligen“ Plaketten von Blau auf Gelb. So ist etwa für Ordnungshüter schon farblich erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde.

Simon Ziegler 09.11.2020
Christoph Zimmer 09.11.2020