Impfen im Landkreis Celle

Zu wenig Impfstoff: Das sind die Konsequenzen

Auch in dieser Woche gibt es zu wenig Impfstoff, aber es gibt nicht nur schlechte Nachrichten. So steht es um das Thema Impfen.

  • Von Christopher Menge
  • 06. Dec 2021 | 18:59 Uhr
  • 09. Jun 2022
  • Von Christopher Menge
  • 06. Dec 2021 | 18:59 Uhr
  • 09. Jun 2022
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Celle.

Harald Genat macht keinen Hehl daraus. "Ich bin stinksauer", sagt der 59-Jährige und schimpft auf den scheidenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). "Es wird immer erzählt, dass genügend Impfstoff vorhanden ist und dann bekommt man keinen Termin, weil der Impfstoff fehlt", sagt der Unterlüßer. "Was ist hier eigentlich los?" Genat ist nicht der einzige, der in diesen Tagen solch schlechte Erfahrungen macht. "Die Praxen in Niedersachsen haben für diese Woche nicht genügend Impfstoff bekommen", sagt Detlef Haffke, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Daher werde es in dieser Woche keine Schwerpunktpraxen geben. Impfwilligen bliebe daher nur die Möglichkeit, den Hausarzt zu kontaktieren, um dort zu versuchen, einen Termin zu bekommen. Eine Alternative ist die Impfung im seit gestern wieder geöffneten Impfzentrum im AKH. "Auf Impfportal-niedersachsen.de werden regelmäßig Termine eingestellt", sagt Kreissprecher Tore Harmening. "Zusätzlich werden freie Impftermine, welche gegebenenfalls auch ohne vorherige Terminbuchung besucht werden können, auf der Internetseite des Landkreises veröffentlicht."

Genat hat im Mai seine zweite Impfung bekommen. Stand jetzt bekommt er aber erst Mitte Januar seine Booster-Impfung. "Das macht einen wahnsinnig", sagt der 59-Jährige. "Wenn ich jetzt nach Celle fahre, fehlt da der Impfstoff für einen anderen."

Landkreis Celle bekommt nur ein Drittel der Biontech-Bestellung

Auch der Landkreis Celle hat für seine beiden Impfteams nicht so viel Impfstoff wie bestellt erhalten. "Wir haben nicht ganz ein Drittel des bestellten Biontech-Impfstoffes für diese Woche erhalten", sagt Harmening. "Aus eigener Kraft haben wir dennoch für diese Woche genügend Moderna-Impfstoff beschaffen können. Wir haben genug Moderna bestellt, damit die Impfteams keinen Leerlauf haben werden." Rund 2000 Impfungen seien in dieser Woche geplant.

Impfaktion mit Johnson & Johnson in CD-Kaserne

Immerhin: In der vergangenen Woche mussten keine festterminierten Impfungen abgesagt werden. "Die kurzfristige Impfstoff-Knappheit konnte mit "Johnson & Johnson"-Terminen aufgefangen werden", sagt Harmening.

KVN: Impfrekord in der vergangenen Woche

Und auch Haffke hat nicht nur Negatives zu berichten. "Die Impfzahlen in Niedersachsen sind erheblich gestiegen, in der vergangenen Woche hatten wir einen Impfrekord", sagt der KVN-Pressesprecher. Rund 393.000 Impfungen habe es bei den niedergelassenen Ärzten gegeben, davon 333.000 Booster-Impfungen.

500 Impfungen in Gemeinschaftspraxis Südheide in Sülze

Und auch aus Sülze gibt es positive Nachrichten. Am Freitag wurden dort in der Gemeinschaftspraxis Südheide bis in den späten Abend hinein 500 Menschen geimpft. "Diese für uns gigantische Zahl war nur zu bewältigen mit elf Mitarbeitern, die motiviert mitgeholfen haben, bis alle Kraftreserven verbraucht waren", sagt Wolfgang Schulz. Der Arzt lobt aber auch die Patienten, die für alles Verständnis gehabt hätten. Und nicht nur das. "Einige Patienten sind losgefahren und haben LED-Strahler geholt, weil wir bei aller guten Planung erst in der Dämmerung gemerkt haben, dass ein Zelt keine Deckenleuchten hat", sagt Schulz.

Weitere Impftermine in der Südheide

Die Gemeinde Südheide bietet in Kooperation mit dem Landkreis Celle am 23. Dezember, 6. Januar, 20. Januar, 3. Februar und 17. Februar, jeweils von 9 bis 15.30 Uhr, weitere Impftermine an. Die Impfungen werden durch das mobile Impfteam des Landkreises Celle durchgeführt. Geimpft wird im Dorfgemeinschaftshaus Baven, ehemaliger Gasthof Drei Linden.Es werden sowohl Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen durchgeführt. Eine freie Impfstoffwahl besteht nicht. Die Impfungen werden ohne Termine durchgeführt. Um den Ablauf zu beschleunigen, sollten sich Impfwillige möglichst die Aufklärungsunterlagen vorab auf der Seite des Robert Koch-Instituts hier herunterladen.