Frau schwer verletzt

Gewalt bei Feier: Schläger verurteilt

Drogen, Alkohol - eine private Feier im Kreis Celler endete mit Streit und Gewalt. Vor Gericht musste sich ein Mann verantworten. Diese Strafe erwartet ihn.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 25. Okt. 2021 | 15:00 Uhr
  • 09. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 25. Okt. 2021 | 15:00 Uhr
  • 09. Juni 2022
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Celle.

Mit einem Fall von Körperverletzung hat sich das Amtsgericht Celle befassen müssen. Bei einer handfesten Schlägerei in der Privatwohnung einer Frau aus dem südlichen Landkreis Celle wurden mehrere Menschen verletzt. Angeklagt war ein junger Mann, der zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt wurde – ausgesetzt zur Bewährung auf drei Jahre. Zudem muss er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und die Prozesskosten tragen.

Frau bei Schlägerei im Kreis Celle schwer verletzt

Bei der Schlägerei war neben dem Angeklagten auch eine junge Frau schwer verletzt worden. Nach der medizinischen Versorgung durch einen Notarzt wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert. Dort hatte der behandelnde Arzt eine Platzwunde am Kopf sowie Verletzungen im Nasen- und Gesichtsbereich festgestellt. Das Opfer leidet noch heute unter den Folgen dieser Verletzung durch den jungen Mann. Dieser musste sich jetzt vor dem Strafrichter verantworten.

Zeugen haben Erinnerungslücken und widersprechen sich vor Gericht

Das Gericht hatte zu dem Strafprozess vier Zeugen geladen, die an der privaten Feier teilgenommen hatten, sowie den zuständigen Beamten der ermittelnden Polizei. Einer der Zeugen jedoch zog es vor, nicht zu kommen und handelte sich dadurch ein Ordnungsgeld von 150 Euro ein. Die verletzte junge Frau trat sowohl als Zeugin als auch als Nebenklägerin auf.

„Ich stand voll unter Drogen"

Im Verlauf der Zeugenvernehmung wurde immer deutlicher, dass eine klare Beschreibung der Vorgänge an dem Abend unmöglich war. Denn die Zeugen – bis auf die Nebenklägerin – konnten sich nicht mehr an die Einzelheiten des Vorfalls erinnern, teilweise widersprachen sie sich sogar. „Ich stand voll unter Drogen und kann mich an nichts erinnern. Jetzt bin ich in einer Therapie und will die Vergangenheit vergessen“, so die Inhaberin der Wohnung und als erste vernommene Zeugin.

Mit dem Fuß ins Gesicht getreten?

Lediglich das Opfer selbst konnte eindeutige Hinweise und Abläufe beschreiben. „Ich habe selbst nur wenig getrunken und keine Drogen genommen. Deshalb kann ich mich auch an alles genau erinnern“, berichtete die junge Frau. Sie beschrieb auch im Gerichtssaal, dass sie von dem Angeklagten zuerst geschlagen wurde und dadurch zu Boden fiel. Sie vermutet, dass der Schläger mit einer leeren Bierflasche zugeschlagen hat. An alles Weitere könne sie sich nicht mehr erinnern. Sie sei dann erst im Krankenhaus wieder zur Besinnung gekommen. Ihre Freundin habe ihr auch berichtet, dass der Angeklagte sie mit dem Fuß ins Gesicht getreten habe, als sie am Boden lag. Das wüsste sie allerdings nicht mehr.

Angeklagter bestreitet vor Amtsgericht Celle Fußtritt gegen Frau

Der letzte Zeuge, der mit dem Angeklagten befreundet ist, bestätigte jedoch auch vor dem Gericht, dass er den Fußtritt gegen den Kopf der jungen Frau gesehen hat. Das jedoch bestritt der Angeklagte in seiner Aussage. „Ich habe mich nur gewehrt, weil ich geschlagen wurde. Den Schlag habe ich ihr verpasst, jedoch nicht mit dem Fuß getreten.“ Das jedoch wollte der Strafrichter und die Staatsanwältin ihm nicht glauben. Das Urteil ist nach einer Woche rechtskräftig.

Von Günther Borchers

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