Generationswechsel?

Celler Basis fordert Neuaufstellung der CDU-Parteispitze

Nach der Schlappe bei der Bundestagswahl wird eine Neuaufstellung der CDU-Parteispitze gefordert. Was wird aus Henning Otte und was fordert die Basis in Celle?

  • Von Christopher Menge
  • 13. Oct 2021 | 17:01 Uhr
  • 09. Jun 2022
  • Von Christopher Menge
  • 13. Oct 2021 | 17:01 Uhr
  • 09. Jun 2022
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Celle.

Für Jochen von Frantzius, den Kreisvorsitzenden der Senioren Union Celle, kam das schlechte Abschneiden der CDU bei der Bundestagswahl nicht überraschend. "Das musste ja schief gehen", sagt der 82-Jährige. Er fordert, dass die komplette Bundesspitze neu gewählt wird. "Mit Beteiligung der Basis", sagt von Frantzius. "Mit jungen Leuten und mit mehr Weiblichkeit."

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak kündigt Neuwahlen des Bundesvorstandes an

Am Montag hatte der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak angekündigt, dass sich die CDU nach der Wahlschlappe bei der Bundestagswahl neu aufstellen werde. Auf einem Parteitag sollen Vorsitzender, Präsidium und Bundesvorstand neu gewählt werden. "Die Ankündigung begrüße ich sehr", sagt Heike Behrens, die CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Adelheidsdorf. Leider komme die Erkenntnis, dass sich die CDU jünger aufstellen müsse, aber zu spät. "Aus den Ergebnissen der Wahlen sollten unbedingt Konsequenzen, auch in personeller Hinsicht, gezogen werden", sagt Behrens. Jedoch sollte man sich Zeit lassen, geeignete Bewerber zu finden. "Der Vorstand sollte ein Spiegelbild der Mitglieder sein, gerade was auch die Berufsstände anbelangt", sagt Behrens, die dafür plädiert, dass die CDU-Mitglieder nicht nur befragt, sondern auch beteiligt werden.

CDU-Delegierte sollen Parteivorsitzenden wählen

Also eine Direktwahl nach SPD-Vorbild? Jan Hägerling, der ebenfalls Mitglied des CDU-Kreisvorstandes ist, hält das nicht für den richtigen Weg, auch wenn er befürwortet, dass die Basis befragt wird. "Darauf sollte auch mehr gehört werden", sagt der Ahnsbecker. "Aber eine Wahl durch die Delegierten auf dem Bundesparteitag halte ich für richtig." Viel wichtiger ist dem 25-Jährigen ohnehin, dass die CDU ihren Fokus wieder auf die Lebensrealitäten legt und die Dinge auch öffentlich anspricht. "Der ländliche Raum ist abgehängt, da benötigen wir wieder eine starke Stimme", sagt Hägerling. Zuletzt habe die CDU "verpennt", lautstark für ihre Themen einzutreten.

Jungem CDU-Mitglied tut Armin Laschet leid

"Armin Laschet kann einem leidtun", sagt Hägerling. "Er wurde demokratisch gewählt und wurde dann intern zerpflückt." Er sei gespannt, wer auf den Noch-CDU-Chef folge. "Es wird eine große Herausforderung, die Partei zu einen", sagt das junge CDU-Mitglied.

Ceyp fordert Generationswechsel an CDU-Parteispitze

Sein Kreisvorstandskollege Christian Ceyp – mit seinen 27 Jahren gehört er ebenfalls zur jungen Garde der CDU – hofft auf einen "echten Generationswechsel". "Ich erwarte jetzt ein mittelfristiges Stühlerücken", sagt Ceyp. "Es müssen neue, von der bisherigen Regierungsarbeit unverbrauchte Gesichter nach vorne." Die Mitglieder sollten befragt und das Votum von den Delegierten beachtet werden.

Wahl des CDU-Vorsitzenden: Wie werden Mitglieder beteiligt?

"Als Bundesmitgliederbeauftragter der CDU habe ich bereits gefordert, dass eine stärkere Einbindung der Mitglieder stattfinden muss", sagt der Celler Kreisvorsitzende Henning Otte. "Jetzt geht es darum, eine Persönlichkeit zu finden, hinter der sich die überwiegende Mehrheit der etwa 400.000 Mitglieder der CDU versammeln kann und die einen politischen Anspruch zur Neuausrichtung geltend macht." Wie genau die Beteiligung der Mitglieder aussehen soll, werde auf der Kreisvorsitzenden-Konferenz am 30. Oktober gemeinsam beraten.

Otte will sich zu Zukunft im CDU-Bundesvorstand nicht äußern

Zu seiner eigenen Rolle im Bundesvorstand und möglichen Konsequenzen will sich Otte nicht äußern. "Jetzt geht es erstmal um die Neuausrichtung und die Findung einer geeigneten Kandidatin oder eines geeigneten Kandidaten für die Spitze. Erst danach geht es um das Team."

Heike Behrens wünscht sich Spiegelbild der Mitglieder im CDU-Vorstand

Heike Behrens hat eine genaue Vorstellung von der CDU der Zukunft – "jünger, dynamischer, modern, zukunftsfähig, basisorientiert, ein Spiegelbild der Mitglieder", sagt sie. Ob ihre Wünsche in Berlin umgesetzt werden, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.