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Aus dem Landkreis Fusion von Schulen rückt näher
Celler Land Aus dem Landkreis Fusion von Schulen rückt näher
15:20 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Landkreis Celle

Um die Zukunft der Hauptschulen in Niedersachsen wird weiter gerungen. Inzwischen ist ein Erlass des Kultusministeriums in Hannover öffentlich, um den es bereits im Dezember Spekulationen gegeben hatte. In dem Papier heißt es, dass künftig in den Jahrgängen fünf bis acht in allen Fächern außer Mathe, Deutsch und der ersten Fremdsprache gemeinsamer Unterricht erteilt werden könne. Ein Ministeriumssprecher sagte gestern, dass nach der Stellungnahme von Verbänden über den Erlass entschieden werde.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinrich Langspecht betonte, dass nach diesem Entwurf der gemeinsame Unterricht an kleinen Schulen auch in den Kernfächern stattfinden kann. Es sei aber noch nicht definiert, was „kleine Schulen“ seien. Langspecht nannte das Vorhaben einen „pragmatischen Weg, um Standorte auf Dauer in der Fläche zu halten“.

Völlig unklar ist, welche Auswirkungen der Erlass auf den Kreis Celle haben könnte, sollte er gesetzlich verankert werden. Schon im März steht im Celler Kreistag die Entscheidung an, ob die beiden Hauptschulen in Faßberg und Unterlüß geschlossen werden, wie die Kreisverwaltung vorgeschlagen hat. In Faßberg gibt es bereits eine Kooperation von Haupt- und Realschule. Ob gemeinsamer Unterricht in allen Fächern die dortige Hauptschule retten kann, ist offen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Rolf Meyer nannte die Pläne „völligen Unsinn“. Es sei der „untaugliche Versuch, irgendwie an der Existenz der Hauptschule festzuhalten“.

Schulwettbewerb bleibt umstritten: Unterdessen haben Politiker der Grünen und der SPD den Vorschlag der Kreis-CDU kritisiert, dass die Hauptschulen in Hermannsburg und Unterlüß in einen Wettbewerb treten sollen. Georgia Langhans (Grüne) sagte, dass dieses Vorhaben lediglich die Entscheidung um zwei Jahre aufschieben würde. Zudem sei es falsch, zwei Schulen einem Konkurrenzdruck auszusetzen, die sich „auf dem absteigenden Ast“ befänden. Der SPD-Politiker Meyer sprach von einem „Scheinwettbewerb“. Die beiden Hauptschulen würden gegeneinander ausgespielt, sagte er.

Auch innerhalb des konservativ-liberalen Lagers gibt es kritische Töne. Der FDP-Kreistagsabgeordnete Charles M. Sievers, selbst Realschullehrer in Lachendorf, sagte, dass ein Wettbewerb auch Nachteile habe. „Ich habe Angst, dass Zensuren verschenkt werden und Schüler mit falschen Angeboten gelockt werden.“ Sievers will dem Vorschlag aus Mangel an Alternativen dennoch folgen.

Zumindest die Hauptschule in Unterlüß hat hingegen nichts gegen die im Kreis Celle einzigartige Konkurrenzsituation. „Es kann natürlich nicht sein, dass dann nur noch Einser vergeben werden“, sagte Schulleiterin Gabriele Kreuzer. Sie monierte, dass die Diskussion bislang reichlich unkonkret sei.