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Aus dem Landkreis Hilfe in Corona-Zeiten
Celler Land Aus dem Landkreis

Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Celle hat viel zu tun

19:20 04.01.2022
Von Klaus M. Frieling
Das unbeschwerte Miteinander in vielen Familien leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie.
Das unbeschwerte Miteinander in vielen Familien leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie. Quelle: Frank Leonhardt (Archiv)
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Celle

Knapp 600 Anmeldungen verzeichnete die Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Celle bis Mitte November. Zu Beginn des Jahres wandten sich viele Eltern an die Beratungsstelle, weil Konflikte in den Familien eskalierten. Als besonders brisant erwies sich die Kombination aus Homeoffice-Verpflichtungen und kindlichen Bedürfnissen. Je länger die Kontaktbeschränkungen andauerten, desto mehr vermissten Kinder ihre Freunde. Je länger Schule und Hobbys fehlten, desto schwieriger wurden Eigenmotivation und Selbstdisziplin.

In der ersten Hälfte des Jahres baute die Erziehungsberatungsstelle die Telefonberatung aus und führte Videoberatung ein. Mit einigen belasteten Eltern – häufig alleinerziehenden Müttern – entstand ein engmaschiger Kontakt. Mit manchen Eltern gab es mehrfach in der Woche kurze stabilisierende Telefonate. Viele Eltern nutzten dazu den Mittagsschlaf ihrer Kinder. In dieser Zeit etablierte sich Telefonberatung auch mit Jugendlichen.

Jugendliche verlassen ihr Zimmer häufig kaum noch

Da die Jugendlichen häufig ausschließlich im Homeschooling waren und kaum Außenkontakte hatten, gab es Betroffene, die ihr Zimmer kaum noch verließen. Diese wurden zu Spaziergängen eingeladen. Im „gehenden Gespräch“ schien es manchen Jugendlichen leichter zu fallen, sich zu äußern, als in der klassischen Beratungssituation. Und auch die anonyme Beratung im Internet wird von vielen Jugendlichen als Entlastung empfunden – eine Diplompsychologin der Erziehungsberatungsstelle wurde entsprechend fortgebildet.

Nach den Sommerferien kamen die Kinder zurück an Kitas und Schulen. Viele hatten sich besonders auf das Treffen mit Freunden gefreut, doch einige Jugendliche scheinen nicht zurückzufinden in die festen Strukturen. In der Erziehungsberatungsstelle kommt es seit den Herbstferien zu überproportional vielen Anmeldungen mit zum Teil ausgeprägter Symptomatik: Viele Kinder reagieren mit Ängsten und ausgeprägten psychosomatischen Bauch- oder Kopfschmerzen oder zeigen aggressives Verhalten in Gruppen. Jugendliche werden zurzeit besonders schnell und auch länger begleitet, wenn aus Kapazitätsgründen keine psychotherapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

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