In und um Celle

Hier pflücken Sie Erdbeeren frisch vom Feld

Erdbeeren haben Saison und ein Ausflug auf die Felder im Kreis Celle macht Spaß. Die CZ zeigt Ihnen, wo Sie pflücken können und worauf Sie achten sollten.

  • Von Jana Wollenberg
  • 11. Jun 2022 | 07:01 Uhr
  • 14. Jun 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 11. Jun 2022 | 07:01 Uhr
  • 14. Jun 2022
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Celle.

Wenn er auf die langen Pflanzenreihen auf seinem Erdbeerfeld in Lachendorf blickt, ist Hagen Schmeling sichtlich zufrieden. „Man sieht, was hier alles dranhängt – das ist optimal“, sagt der Landwirt. In diesem Jahr hat das Wetter gut mitgespielt, erzählt er. „Im Frühjahr hatten wir keinen Blütenfrost und während der Blüte war schönes, trockenes Wetter.“ Und auch die derzeitigen Temperaturen sind für ihn optimal. „Wenn es heiß wird, verbrennen viele Erdbeeren.“

Optimale Bedingungen für Erdbeeren im Kreis Celle

Die Nachfrage stimmt ebenfalls, auch wenn die Saison für Selbstpflücker Ende Mai zunächst schleppend anlief. „Das vergangene Wochenende war rekordverdächtig“, erzählt Schmeling. Die Auswahl für die Besucher ist groß: Zwischen dem dichten Grün der Sträucher sind die vielen roten Beeren schon aus einigen Metern Entfernung gut zu erkennen. Die Menge der noch nicht ganz reifen Früchte lässt erahnen, dass es hier auch in den kommenden Wochen viel zu ernten gibt. Vier Sorten der Beeren baut Schmeling auf seinem rund 2,5 Hektar großen Feld in Lachendorf an. Dorst stehen die Pflanzen in langen Reihen, auf einer benachbarten Fläche wurden gerade die Sträucher für das kommende Jahr gepflanzt. Zwei Jahre lang wird geerntet, anschließend werden die Pflanzen ersetzt.

Erdbeersorten „Elianny“, „Florence“ und „Malwina“ werden in Lachendorf angebaut

Mit den verschiedenen Sorten sorgt Schmeling dafür, dass er möglichst lange Erdbeeren anbieten kann. Zuerst war „Rumba“ bereit zum Pflücken. „Die ist jetzt zu 70 Prozent abgeerntet“, erklärt der Landwirt. An den Sträuchern der Sorte „Elianny“ – Schmelings Lieblingssorte – hängen jetzt die meisten roten Früchte. Später gibt es in Lachendorf dann auch „Florence“ und „Malwina“. Letztere blüht derzeit noch, während die früheren Sorten längst verblüht sind. Von „Florence“ und „Malwina“ gibt es weniger Pflanzen: Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Lust der Kunden auf Erdbeeren sinkt, wenn andere Sommerfrüchte wie Himbeeren, Heidelbeeren und Kirschen geerntet werden.

Großer Andrang auf Selbstpflückfeldern

Der Andrang der Selbstpflücker zeigt aber: Dieser Punkt ist noch lange nicht erreicht. Zahlreiche Menschen knien, hocken und laufen an diesem Nachmittag zwischen den aneinandergereihten Sträuchern, die gepflückten Beeren sammeln sie in mitgebrachten Körben, Schüsseln, Küchensieben und Eimern.

Darauf sollten Selbstpflücker achten

Behältnisse sollten am besten selbst mitgebracht werden, betont Schmeling. Das werde oft vergessen. An dem Stand, wo die Ernte ausgewogen wird, gebe es zwar Tüten, in ihnen sollten die Früchte aber lieber nicht gesammelt werden. „Die Beeren müssen locker liegen“, erklärt der Experte, sonst werden sie leicht zerdrückt. Frisch vom Strauch und unbeschadet halten sie in der Regel mindestens drei Tage lang, fügt er hinzu. Dazu müssen sie kühl gelagert werden. Und auch der Zeitpunkt, an dem die Früchte gepflückt werden, kann einen Unterschied machen. „Wenn die Sonne scheint, bildet sich Zucker, dann sind sie schön süß“, sagt Schmeling. Anders sieht es aus, wenn es geregnet hat oder die Felder bewässert wurden: „Am Tag danach sind sie etwas wässriger.“

4,50 Euro für ein Kilo Erdbeeren

4,50 Euro zahlen die Selbstpflücker hier für ein Kilogramm Erdbeeren – etwas mehr als im vergangenen Jahr, erzählt der Landwirt. Wie bei vielen Berufskollegen sind auch seine Produktionskosten gestiegen. Wer lieber im Hofladen, auf dem Wochenmarkt oder am Verkaufsstand in Lachendorf einkaufen möchte, zahlt 6,50 Euro für ein Kilogramm. Ein höherer Preis wäre kaum möglich, meint Schmeling, „der Druck auf den Markt ist groß.“

Preisdruck durch spanische Erdbeeren aus Supermarkt

„Die Ketten haben in diesem Jahr viel zu lange spanische Erdbeeren gehandelt“, findet der Landwirt. Zwar gehen die Beeren von seinem Hof komplett in die Direktvermarktung, aber auch für ihn ist es ärgerlich zu sehen, dass auch nach Beginn der Saison für regionale Erzeugnisse Ware aus dem Ausland zu geringeren Preisen angeboten wird.

Erdbeersorte "Korona" braucht noch Sonne fürs Aroma

Für die Erdbeeren der Sorte „Korona“, die auf den Feldern des Rabehofs in Oldendorf wachsen, darf es in den kommenden Tagen und Wochen gern noch etwas mehr Sonne sein, findet Birgit Rabe. „Das brauchen sie jetzt, damit sie ihr Aroma richtig entfalten.“ Auch auf ihrem Hof gibt es seit der letzten Maiwoche die Möglichkeit, die Erdbeeren selbst zu pflücken. „Wir hatten viele Nachfragen von unseren Stammkunden“, erzählt Rabe.

Saison ging 2022 früher los als sonst

Mit der Saison ging es in diesem Jahr etwas früher los als sonst, das liege an einer neuen Anbaumethode. Die Pflanzen wachsen auf Spargeldämmen und kompostierbarer Folie. „Durch die dunkle Folie haben die Pflanzen viel Wärme.“ Mit dem Saisonstart ist auch Rabe zufrieden, die Pflanzen sind voll mit Beeren. Selbstpflücker zahlen in Oldendorf sechs Euro pro Kilogramm, oder fünf Euro bei einer größeren Menge. Im Hofladen kosten die Erdbeeren 8,50 Euro pro Kilogramm. Der Rabehof produziert ebenfalls nur für die Direktvermarktung. „Was wir nicht verkaufen, verarbeiten wir zu Sirup, Fruchtaufstrichen und Kuchen und Torten für das Caf“, sagt Rabe.

Hier gibt es Erdbeeren zum Selbstpflücken

Felder von HagenSchmeling in Lachendorf,Osteraden, täglich von 9 bis 18 Uhr, sonntagsist eine Stunde früher Schluss; Rabehof, Örtzheide 2, Oldendorf, täglich von 8 bis 18 Uhr;Erlebnishof Lahmann, Burgdorfer Straße 26, Burgdorf, täglich von 9 bis 19 Uhr; Meyer's Hof, Wolfskuhlen, Burgdorf, täglich von 10 bis 18 Uhr; Ferienhof Stegen, Meinholz 5, Wietzendorf, täglich von 8 bis 18 Uhr.