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Aus dem Landkreis DLRG warnt vor wildem Baden
Celler Land Aus dem Landkreis DLRG warnt vor wildem Baden
17:55 14.06.2010
Von Simon Ziegler
Landkreis Celle

„Selbst geübte Schwimmer haben keine Chance, wenn sie in den Wassersog eines Wehres geraten“, sagt Björn Weimann. Die Wasserkräfte seien so stark, dass vor allem Kinder und Jugendliche, die wenig Körpergewicht haben, dem Sog nichts entgegensetzen könnten, erklärt der Sprecher der DLRG, der am Wochenende am Osterloher Aller-Wehr vor Ort war, um den 13-Jährigen Jungen aus Altencelle in dem etwa 18 Grad kalten Wasser zu suchen.

Thomas Rumpf vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Verden betont, dass die Strömungsgeschwindigkeit der Aller für einen Flachlandfluss relativ groß sei. Das liege am Gefälle des Flusses. Wie stark die Strömung ist, hängt davon ab, welche Wassermassen etwa durch starke Regenfälle aus dem Harz über die Aller transportiert werden. Die Faustregel ist einfach: Je mehr Wasser der Fluss trägt, desto schneller seine Fließgeschwindigkeit. Insbesondere im Bereich des Langlinger und des Osterloher Wehrs hat die Aller eine hohe Fließgeschwindigkeit.

Buhnen in der Unteraller: DLRG und Behörden warnen ausdrücklich davor, in der Nähe von Wehranlagen zu baden. „Dort ist schwimmen verboten“, sagt Weimann. Das gelte auch für die Buhnen im Bereich der Unteraller, wo aber keine Verbotsschilder aufgestellt sind. Buhnen sind Steinwälle, die der Flussregulierung dienen, um die Wassertiefe zu erhöhen und eine befahrbare Fahrwasserrinne herzustellen. An den Buhnenköpfen wird die Strömung abrupt reißend. Wirbel schaffen oft große Vertiefungen, in die Schwimmer hinabgezogen werden können.

Kiesteiche: Gefährlicher als die Aller schätzen Experten indes Kiesteiche ein, wie es sie in Oldendorf oder Südwinsen gibt. Diese Teiche sind erst flach, um dann steil abzufallen. „Problematisch wird es, wenn unter einem Badegast ein Kiesbrett losbricht. Es entsteht ein Sog wie bei einer Schneelawine, aus dem man nicht mehr herauskommt. Dazu kommen die extrem unterschiedlichen Temperaturen in den Gewässern, die zu erheblichen Kreislaufproblemen führen können“, sagt Weimann.

Unfälle: Schwere Badeunfälle hat es in den vergangenen Jahren im Kreis Celle immer wieder gegeben. Vor zwei Jahren konnte ein Jugendlicher am Osterloher Wehr gerettet werden. Im Juni 2003 ertrank ein 20-Jähriger in den Oldendorfer Kiesteichen.

An diesen Stellen lädt die Aller zum Baden ein:

Trotz des tödlichen Unfalls hält die DLRG die Aller für ein Gewässer, das grundsätzlich zum Baden einlädt, wenn gewisse Grundregeln eingehalten werden. Dazu zählt zuvorderst, das Schwimmen an sämtlichen Wasserbauten zu unterlassen. Neben den Strandbädern in Langlingen und Ovelgönne können Badegäste an allen Stellen, wo die Aller relativ flach ist und deshalb langsam fließt, unbedenklich ins Wasser steigen. Dies gilt für den Stadtbereich Celle im Bereich der „Mascher Bucht“ oder der Ziegeninsel. Eine beliebte Badestelle an der Aller gibt es kurz vor Oldau im Celler Westkreis. Im gesamten Flusslauf der Aller im Ostkreis empfiehlt die DLRG dagegen keinen der „Mini-Strände“.