Haushalt

Corona hinterlässt Spuren im Celler Kreis-Etat

Corona wirkt sich auf den Haushalt des Landkreises Celle aus. Ein Defizit wird auch 2022 erwartet. Doch es soll mehr für den Klimaschutz getan werden.

  • Von Jürgen Poestges
  • 03. Jan. 2022 | 13:00 Uhr
  • 09. Juni 2022
  • Von Jürgen Poestges
  • 03. Jan. 2022 | 13:00 Uhr
  • 09. Juni 2022
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Celle.

Die Corona-Pandemie sorgt auch im Haushaltsplan des Landkreises Celle für Veränderungen. Der Plan 2021 sah ursprünglich im Ergebnishaushalt ein Defizit von 1.375.600 Euro vor. Aktuell ist mit einer leichten Verbesserung zu rechnen. „Man muss sich immer verdeutlichen, dass bei einem Haushalt von über 360 Millionen Euro Abweichungen zwischen den Planzahlen und den Ergebnissen zu erwarten sind, denn einige Veränderungen gibt es immer“, sagt Landrat Axel Flader.

Insbesondere im Sozialamt waren nach Änderung des Bundesteilhabegesetzes die Auswirkungen für den Landkreis Celle nicht so negativ wie erwartet. Weniger Aufwendungen gab es auch im Budget des Jugendamtes. Mehraufwendungen gab es pandemiebedingt im Gesundheitsamt.

Verschuldung für Investitionen nur leicht gestiegen

Die investiven Maßnahmen wurden nicht so schnell umgesetzt wie vorgesehen. So gab es durch die Pandemie zum Beispiel Verzögerungen bei den Baufirmen, teilweise stehen auch noch Rechnungen aus. Eine Kreditaufnahme war daher nicht in der geplanten Höhe notwendig. Die Verschuldung zum Jahresende ist daher nur leicht von 125 Millionen auf 135 Millionen Euro im Kernhaushalt (ohne Breitband) gestiegen.

Corona-Lage hinterlässt Spuren im Celler Kreis-Haushalt

Durch den Doppelhaushalt gibt es bereits einen genehmigten Haushaltsplan für 2022, der planerisch von einem Defizit im Ergebnishaushalt 2022 von rund 10,5 Millionen Euro ausgeht. „Man sieht im Haushalt, dass die Corona-Lage Spuren hinterlässt. Wie es in den kommenden Jahren weitergeht, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen“, sagt Flader. Aktuell wird ein Nachtrag zum Haushaltsplan erstellt, der im März 2022 im Kreistag beschlossen werden soll. Es wird weiterhin im Ergebnishaushalt bei einem Defizit bleiben, das aber voraussichtlich etwas reduziert werden kann. Im Finanzhaushalt zeichnen sich bereits jetzt zusätzliche Baumaßnahmen und auch Kostensteigerungen bei den Investitionen im Baubereich ab, die Auswirkungen auf den Kreditbedarf haben können.

Klimaschutz im Fokus

Der Landkreis will noch stärker den Klimaschutz in den Fokus seines Handelns nehmen. „Wir wollen und müssen das Thema Klimaschutz in den kommenden Jahren vorantreiben. Ich denke, das ist Konsens im neu gewählten Kreistag“, sagt Flader.

Klimaschutzkonzept für Landkreis Celle in Arbeit

Deshalb beginnt jetzt ein Klimaschutzmanager beim Landkreis. Diese Aufgabe übernimmt Janek Schramm. Er soll innerhalb von 18 Monaten ein Klimaschutzkonzept für den Landkreis aufstellen. Hierbei wird zunächst der Status quo festgestellt, um dann priorisiert kurz-, mittel- und langfristige, konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen aufzuzeigen. Außerdem müssen Controlling-Instrumente zur Erfolgskontrolle etabliert werden. Sowohl für dessen Personal- als auch für Sachkosten bekommt der Landkreis Celle 75 Prozent Förderung vom Bund. Der Klimaschutzmanager ist während der zunächst auf zwei Jahre befristeten Projektlaufzeit überwiegend konzeptionell tätig. Das ausgearbeitete Klimaschutzkonzept muss dann Mitte 2023 vom Kreistag beschlossen werden.

Von Photovoltaik bis LED-Beleuchtung

Der Landkreis setzt weiterhin praktische Maßnahmen zum Klimaschutz um. Bei den kreiseigenen Liegenschaften sollen durch energetische Dachsanierungen, Photovoltaik-Anlagen, Heizungssanierungen und LED-Beleuchtung Ressourcen geschont werden. Der Fuhrpark soll auf Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien umgestellt werden. Für diese Maßnahmen sollen die Haushaltmittel für den Klimaschutz 2022 von ursprünglich 1,775 Millionen Euro um 2,353 Millionen Euro erhöht werden.