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Aus dem Landkreis Kämpfer gegen Rechts: Klaus Jordan gestorben
Celler Land Aus dem Landkreis

Celler Klaus Jordan unerwartet gestorben – er war Kämpfer gegen Rechts

18:33 06.03.2020
Bei den Demonstrationen gegen die Neonazi-Treffen auf dem Hof Nahtz in Eschede hat sich Klaus Jordan engagiert.  Quelle: Audrey-Lynn Struck (Archiv)/Eingesandt
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Celle

Das „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“, trauern um Klaus Jordan. Unser Weggefährte und Mitstreiter verstarb am 21. Februar nach kurzer, heftiger Krankheit, plötzlich und vollkommen unerwartet. Wir haben mit Klaus Jordan einen tragenden Verbündeten verloren.

Alternativer Gästebetrieb auf Gutshof in Oberohe geführt

Seit seiner Jugend in den 60er Jahren hatte Klaus sich konsequent gegen die immer noch vorherrschende Geschichtsvergessenheit und revanchistisch eingestellte Mehrheitsgesellschaft gestellt und die Auseinandersetzung mit ihr gesucht. Seitdem trat er vehement und kompromisslos dem Rechtsextremismus entgegen. Klaus Jordan war ein durch und durch politischer Mensch und Intellektueller. Nach dem Abschluss seines Studiums der Germanistik und Politologie an der Freien Universität Bremen, die er 1971 mit gegründet hat, verabschiedete er sich 1981 endgültig aus dem akademischen Leben, um die Idee eines alternativen und selbstverwalteten Projekts und der damit verbundenen Lebensform praktisch umzusetzen. Auf dem Gutshof in Oberohe bei Faßberg wurde diese Idee in Form eines alternativen Gästebetriebes über viele Jahrzehnte entwickelt und gelebt. Hier lebte er mit vielen Menschen und seiner Familie, mit Monika und Lasse Jordan zusammen.

Klaus Jordans Reden bleiben unvergessen

2009 initiierten Klaus Jordan und seine Lebensgefährtin, die Künstlerin Anna Jander, die Mahnwache Gerhus vor dem Landhotel in Gerdehaus bei Faßberg, welches von Nazis besetzt und zu einem rechtsextremen Schulungszentrum umgebaut werden sollte. Nach den erfolgreichen Protesten begründeten die beiden das bürgerschaftliche „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ mit und unterstützten es bis heute. Klaus Jordan war Autor und hat auch für unser Netzwerk viele Reden und Pressetexte verfasst und uns nach außen vertreten. Seine Reden bleiben unvergessen, immer emphatisch, immer punktgenau und provokant. Klaus Jordan hat mit voller Überzeugung als Antifaschist gelebt.

Klaus, wir danken Dir und wir trauern um Dich. Im Engagement gegen Rechtsextremismus bist Du uns ein großes Vorbild. Wir haben mit Dir einen lieben Freund und entschiedenen Mitstreiter verloren, den wir schon jetzt vermissen. Du wirst uns immer in Erinnerung bleiben.

Von Wilfried Manneke

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Simon Ziegler 06.03.2020
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