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Aus dem Landkreis Celle bleibt vom Chaos verschont
Celler Land Aus dem Landkreis Celle bleibt vom Chaos verschont
13:16 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Landkreis Celle

Schneekatastrophe, Winterchaos und Blizzards: Das vermeintliche Horror-Wochenende hat sich zumindest im Landkreis Celle als Blindgänger entpuppt. Während im Nordosten Deutschlands Züge feststeckten, Autobahnen gesperrt und Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten waren, verlebten Stadtreinigung, Leitstelle des Landkreises Celle, Straßenmeisterei und Polizei in der Region ein ruhiges Wochenende.

„Wir haben einen ganz normalen Winterdienst geleistet“, sagt Matthias Reinecke von der Straßenmeisterei, die für insgesamt 400 Kilometer Bundes- und Landesstraßen verantwortlich ist. Nur im Raum Lachendorf haben seine Einsatzkräfte am Sonnabend bis spät in die Nacht räumen müssen. Grund seien Schneeverwehungen gewesen: „Die Leitpfosten waren an einigen Stellen nicht zu sehen“, so Reinecke. „Die Straßen sind aber frei“. Für den Berufsverkehr heute Morgen sah er keine Probleme.

Anders als bei der Stadtreinigung Celle verfügt die Straßenmeisterei auch noch über genügend Salzvorräte. „250 Tonnen haben wir noch auf Lager“, erklärt der Leiter der Straßenmeisterei. Auf ein Schneechaos im Landkreis seien seine Mitarbeiter gut vorbereitet gewesen. „Wir haben das komplette Personal mobilisiert und Radlader vorgemietet“, so Reinecke weiter. 24 Stunden hätte die Straßenmeisterei Dienst schieben können – das sei aber nicht notwendig gewesen.

Friedrich Aumann, Einsatzleiter für Winterdienst bei der Stadtreinigung Celle, ist mit der Situation ebenfalls zufrieden. „Die Straßen sind zwar nicht ganz schwarz, aber wir haben die Verhältnisse im Griff“, erläutert Aumann. Leichte Schneeverwehungen im Bereich Groß Hehlen, Vorwerk, Garßen und Bostel hätten seine Mitarbeiter schnell im Griff gehabt. „Dort haben wir immer wieder nachgesehen und aufgepasst, dass die Straße nicht zuweht“, so Aumann. Insgesamt sei seine Mannschaft beinahe rund um die Uhr im Einsatz gewesen.

Salz hat die Stadtreinigung indes nicht mehr. Lediglich eine Reserve für Notfälle ist noch vorhanden, um beispielsweise stark befahrene Kreuzungsbereiche zu streuen. Daher werde inzwischen Sand mit Magnesiumchlorid verwendet, um den Rutscheffekt auf dem Asphalt zu minimieren.

„Das Tief ‘Daisy’ ist beinahe spurlos an uns vorbeigezogen“, sagte Jürgen Borek von der Rettungsleitstelle des Landkreises. Es habe kaum nennenswerte Schneeverwehungen gegeben. Auch Rettungsdienste und Feuerwehren seien gut durchgekommen. Bei den Radarbildern des Deutschen Wetterdienstes, die in der Leitstelle im Fünf-Minuten-Takt einlaufen, sei über das gesamte Wochenende ein regelrechtes Loch über dem Landkreis Celle zu beobachten gewesen. „Über Celle waren keine Schnee- oder Regenwolken“, so Borek. Im Gegensatz zum Raum Hannover, wo es besonders südlich der Landeshauptstadt kräftig geschneit hatte.

Pressesprecher Christian Riebandt von der Polizei Celle stellte den Autofahrern ein ausgezeichnetes Zeugnis für das Wochenende aus. In Stadt und Landkreis Celle seien nur wenige Unfälle registriert worden, die schwersten davon im Nordkreis. Am östlichen Stadtrand von Bergen kam am Sonnabend gegen 13 Uhr ein 25-Jähriger mit seinem VW-Bus von der Straße ab, nachdem er in eine Schneewehe geraten war. Er walzte eine Leitplanke nieder und prallte anschließend gegen einen Baum. Der Fahrer zog sich mittelschwere Verletzungen zu, ein Mitfahrer erlitt leichte Verletzungen.

Auf der Straße zwischen Unterlüß und Lutterloh kam der Fahrer eines VW Passats am Sonnabendmorgen um 1.30 Uhr von der Fahrbahn ab, touchierte einen Baum und knallte mit dem Heck gegen einen weiteren Baum. Er wurde eingeklemmt und trug schwere Verletzungen davon. Der Mann war mit 1,14 Promille Alkohol unterwegs gewesen. Er kam ins Krankenhaus. Die Polizei geht zudem von überhöhter Geschwindigkeit aus.