Landkreis Celle

CeBus bekommt Auftrag für den Landkreis Celle

Der alte wird auch der neue Busbetrieb: Die CeBus wird den Zuschlag für die Linienkonzessionen bekommen. In einer nicht-öffentlichen Sitzung erfuhren die Kreispolitiker allerdings einiges, was sie skeptisch werden ließ.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 09. Okt. 2014 | 17:55 Uhr
  • 09. Juni 2022
Bei CeBus wird auch künftig zugestiegen. Das Unternehmen hatte das bessere Angebot als der Konkurrent.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 09. Okt. 2014 | 17:55 Uhr
  • 09. Juni 2022
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Landkreis Celle.

„Aus der Kreispolitik sind in der Vergangenheit immer mal wieder Wünsche nach solchen Leistungen gekommen. Die CeBus hat sie immer mit dem Verweis auf fehlende Finanzmittel zurückgewiesen“, sagte ein Teilnehmer der Sitzung. Daher reagierte die Politik leicht verwundert.

Insgesamt will die CeBus für die Umsetzung des Nahverkehrsplans über zehn Jahre 24 Millionen Euro haben. Die DB Regio über ihre Tochter Haller Dorfmark hatte für die gleiche Leistung rund 30 Millionen Euro verlangt. Der Unterschied ist frappierend und sorgt auch für Bedenken in der Politik.

„Warum ist es CeBus möglich, ein solches Angebot zu deutlich niedrigeren Preisen anzubieten“, sagte ein weiterer Teilnehmer der Sitzung. Die Befürchtung der Politik ist, dass das Unternehmen einige Zeit den Nahverkehrsplan erfüllt, um dann zu sagen: Für das Geld können wir dieses oder jenes nicht mehr bereitstellen.

Ein wenig erstaunt waren die Zuhörer auch, als sie erfuhren, dass das Gejammer der CeBus zur veralteten Busflotte in den vergangenen Jahren zumindest in Zweifel zu ziehen ist. Wie in der Sitzung gesagt wurde, hat das Unternehmen über den Partner, die Verkehrsbetriebe Bachstein, Zugriff auf einen Pool von rund 500 Fahrzeugen.

In diesem Zusammenhang monierten Abgeordnete die schlechte Informationspolitik des Celler Unternehmens. „Es ist schon teilweise überraschend, was bei dieser Sitzung alles zu Tage kam. Von der CeBus erfährt man nicht so viel“, sagte ein weiterer Teilnehmer.

Vom Landkreis gibt es derzeit noch keine Bestätigung, dass der Zuschlag an die Cebus geht. Reinhard Toboll, Leiter des Amtes für Bildung, Sport und Zentrale Dienste, begründet dies mit dem noch laufenden Verfahren. „Innerhalb dieser Woche geht der Ablehnungsbescheid raus und dann hat das Unternehmen noch eine Frist, um gegen die Entscheidung Widerspruch einzulegen“, sagte Toboll. Bei der Entscheidung gehe es nicht allein um das günstigste Angebot. Es gebe noch einige andere Faktoren, die zum Tragen kommen. Toboll sieht das Verfahren derzeit gut in der Zeit. Der Übergang bis zu den neuen Lizenzen ist für den 1. April kommenden Jahres vorgesehen.

Wann die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) die Lizenz offiziell vergibt, ist noch unklar. Allerdings dürfte die Erteilung nur eine Formsache sein. Die LNVG folgt in der Regel der Empfehlung des Landkreises.

Von Tore Harmening

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