Landkreis Celle

Bisher alle Waldbrände rechtzeitig erkannt

Wir haben bisher großes Glück gehabt“, sagt Helmut Beuke vom Niedersächsischen Forstamt Oerrel. Zwar habe es diesen Sommer schon eine Menge Waldbrände in der Lüneburger Heide gegeben, aber bei keinem seien mehr als 1000 Quadratmeter verbrannt.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 21. Juli 2010 | 17:46 Uhr
  • 09. Juni 2022
Helmut Beuke und Günter Gräser am Schaltschrank unterhalb der Waldbrandüberwachungskamera in Dalle.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 21. Juli 2010 | 17:46 Uhr
  • 09. Juni 2022
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Landkreis Celle.

Der Grund: Jedes Feuer wurde rechtzeitig entdeckt, die Entstehungsbrände wurden von den Feuerwehren schnell erstickt. Dazu hat das automatisierte Waldbrand-Früherkennungssystem beigetragen, dessen Kameras auch auf vier Mobilfunknetz-Türmen im Landkreis Celle installiert sind.

Die Kamera auf dem Turm in Salinenmoor überträgt seit drei Wochen Bilder in die Zentrale in Lüneburg. Gestern sollte die Kamera bei Dalle zugeschaltet werden, die bisher nicht einsetzbar war. Projektingenieur Günter Gräser vom Unternehmen IQ Wireless aus Berlin, das die automatisierte Überwachung entwickelte, stellte einen defekten Computer fest. Damit sind bisher sieben der 17 Kameras einsatzbereit.

Die Leistungsfähigkeit hat das System erst am Dienstag wieder bewiesen. Eine Kamera auf dem Turm in Zernien lieferte Bilder nach Lüneburg, die den Rauch eines brennenden Getreidefeldes im Bereich Schwerin in über 100 Kilometern Entfernung zeigten. Die beiden Maschinen des Feuerwehr-Flugdienstes werden nach Beukes Angaben auch nicht überflüssig, wenn sämtliche Kameras arbeiten. Aus der Luft sollen dann die Feuerwehren gezielt an die Einsatzorte geführt werden.

Der Feuerwachturm in Miele war in diesem Jahr noch nicht besetzt. „Die Waldbrandgefahr ist hoch, weil alles trocken ist. Wir hoffen auf den Regen“, sagt Wulf Richter vom Klosterforstamt Jägerei. Richter. Der soll heute kommen.

So sieht es auch Beuke: „Bis Dienstag haben wir erst einmal Ruhe“, sagt er mit Blick auf das Wetter. Zeit, weitere Kameras an das System anzuklemmen.

Die Feuerwehren stehen in den Startlöchern oder bereiten sich mit Übungen auf mögliche Ernstfälle vor. So führte die Ortsfeuerwehr Hambühren kürzlich im Waldbrandgebiet von 1959 eine Waldbrandbekämpfungsübung durch. Zur Unterstützung kam neben den Tanklöschfahrzeugen aus Oldau und Wietze auch eine Hambührener Spezialität: Gruppenführer Torben Müller, von Beruf Landwirt, brachte sein neues 26000 Liter Wasser fassendes Güllefass mit zum Einsatz. Das Fass wird von einem starken Schlepper gezogen und ist mit seinen Breitreifen und der zwangsgelenkten Hinterachse sehr wendig und geländegängig. Diese mobile Zisterne diente als Wasserentnahmestelle für das Hambührener Löschfahrzeug.

Von Joachim Gries

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