Trockenheit

Zu wenig Regen setzt Tieren im Landkreis zu

Wenn Gewässer durch mangelnden Regen trocken fallen, wird es für den Nachwuchs von Fröschen, Kröten und Libellen eng.

  • Von Jana Wollenberg
  • 27. Mai 2022 | 10:51 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 27. Mai 2022 | 10:51 Uhr
  • 14. Juni 2022
Anzeige
Celle.

Sommerliche Temperaturen, viel Sonnenschein und wenig bis kein Regen: Für die meisten Menschen war das Wetter der vergangenen Wochen Grund zur Freude. Was das mit der Natur macht, ist nicht immer auf den ersten Blick sichtbar – die Wälder leiden unter der anhaltenden Trockenheit und auch die Tierwelt bekommt den fehlenden Niederschlag zu spüren.

Hans-Joachim Clausnitzer ist beim Nabu Celle Ansprechpartner für Reptilien, Amphibien und Libellen. Derzeit beobachtet er, wie das Wetter der vergangenen Wochen einigen Arten zusetzt. Bäche, Teiche und Tümpel mit niedrigerem Wasserstand als für diese Jahreszeit üblich werden dabei besonders für den Nachwuchs zum Problem. "Viele der älteren Tiere sind gut an die Trockenheit angepasst", sagt er. Libellen legen aber ihre Eier in Gewässern oder in unmittelbarer Nähe ab. Die Larven leben im Wasser, bis die Entwicklung zur Libelle abgeschlossen ist. Und auch junge Frösche verbringen als Kaulquappen dort das erste Stadium ihres Lebens.

Nahrung für junge Störche fehlt

"Die Kreuzkröten vermehren sich zum Beispiel auf Flächen, die im Sommer trocken fallen", erklärt der Experte. Wenn die Weibchen ihre Eier in einem Gewässer abgelegt haben, das durch den fehlenden Regen nun ungewöhnlich wenig oder gar kein Wasser mehr führt, hat der Nachwuchs keine Chance.

Für Vögel, die ihre Brut versorgen, bedeuten die derzeitigen Bedingungen vor allem eine erschwerte Nahrungssuche. "Jungstörche fressen, bis sie etwa drei Wochen alt sind, nur Kleinmaterial, das heißt Regenwürmer, Käfer und Schnecken", sagt Storchenbetreuer Gerhard Papenburg. Gerade die nahrhaften Würmer sind in den ausgetrockneten Böden aber derzeit schwer zu finden. "Sie verziehen sich nach unten", meint er. Das Problem lösen auch ein- oder zwei Regengüsse nicht, wenn sie die Erde nicht ausreichend durchfeuchten. Bei einem zu kleinen Nahrungsangebot kommt es vermehrt zu Brutabbrüchen.

Wasserstellen helfen großen und kleinen Vögeln

"Deshalb sind Störche in dieser Zeit oft auf Sportplätzen zu sehen", meint Papenburg. Diese künstlich zu bewässern, sei zwar für die Natur nicht unbedingt förderlich – für Störche und andere Vögel bieten die Flächen aber auch dann Nahrung, wenn andere Wiesen zu trocken sind.

Um kleinere Vögel während Trockenperioden zu unterstützen, empfiehlt der Nabu, Vogeltränken im Garten aufzustellen. Und was ist mit größeren Arten wie den Störchen? "Wenn Sie eine größere Rasenfläche haben, können Sie dort zum Beispiel einen Bottich mit Wasser aufstellen", meint Papenburg. "Im Normalfall nehmen Störche ausreichend Wasser über die Nahrung auf." Bei hohen Temperaturen sei das anders – dann transportieren die Eltern auch Wasser zum Nest, um es den Küken zu bringen oder sie damit abzukühlen.