Ausreden halfen nicht

Haftstrafe für Celler Drogendealer

Angeblich brauchte er die Drogen wegen einer Arthrose: Wegen gewerbsmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln ist ein Celler zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 03. März 2021 | 06:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 03. März 2021 | 06:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Bereits nach Ende des ersten Verhandlungstages war die Beweislage für den Angeklagten erdrückend. Jedoch wurden auf Antrag der Verteidigung weitere Zeugenaussagen erforderlich und zwei weitere Verhandlungstage durch das Gericht angesetzt. Aussagen zu dem Tatvorwurf dreier unterschiedlicher Drogenverkäufe von insgesamt vier Zeugen sollten für das Schöffengericht Klarheit in der Beweislage bringen. Bereits der erste Zeuge, der als „Vermittler“ für die Käufer der Drogen fungierte, belastete den Angeklagten. Jedoch war nicht eindeutig, in welchem Umfang der Drogendeal dann tatsächlich ablief. Die weiteren Zeugen, ebenfalls in der Drogenszene bekannt und gerichtlich verurteilt, konnten sich an die gekaufte Menge und an Einzelheiten des Handels nicht mehr erinnern oder schwiegen, um sich selbst nicht zu belasten.

Beschlagnahmtes Handy des Angeklagten ausgewertet

Allerdings hatte das Gericht das beschlagnahmte Handy des Angeklagten ausgewertet. So war eindeutig festzustellen, dass das Treffen mit den Käufern und dem sogenannten Vermittler verabredet war. Aus diesem Chatverlauf gingen auch Zeit- und Treffpunkt hervor sowie Umfang und Art des Geschäfts.

Chatverlauf zu Drogendeal überführt Angeklagten

So wurde klar, das alle vier beteiligten Personen in dem Drogengeschäft verwickelt waren. An diesem dritten und letzten Tag des Prozesses einigten sich das Gericht, die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung darauf, dass zwei der drei Taten des Angeklagten nicht weiter verfolgt werden, sondern ausschließlich die dritte, schwerwiegendere Tat verhandelt wird und hier gemäß 154 der Strafprozessordnung eine „Teileinstellung bei mehreren Taten“ erfolgt.

Vorwurf des gewerbsmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln erwiesen

Danach trug zunächst die Staatsanwältin ihr Plädoyer vor. Darin stellte sie fest, dass der Vorwurf des gewerbsmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln erwiesen war. Sie forderte aufgrund der Umstände und der Vorstrafen des Angeklagten eine anderthalbjährige Haftstrafe, die Einbehaltung des Bargeldes sowie die Kostenübernahme des Prozesses.

Richter folgt Antrag der Staatsanwaltschaft

Die Verteidigung hingegen sah den Handel mit Drogen als nicht erwiesen an, sondern machte geltend, dass der Angeklagte die Betäubungsmittel für sich selber nutzen wollte – aufgrund seiner Erkrankung (Arthrose). Sie forderte eine erneute Bewährungszeit für seinen Mandanten. Nach kurzer Beratung des Schöffengerichts wurde das Urteil gesprochen: „Der Angeklagte ist schuldig des unerlaubten gewerbsmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln und wird zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Urteil des Amtsgericht Celle im Drogen-Prozess noch nicht rechtskräftig

Das von der Polizei beschlagnahmte Bargeld wird einbehalten, die Prozesskosten trägt der Verurteilte“. Der Richter folgte damit in vollem Umfang dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist nach einer Woche rechtskräftig.

Von Günther Borchers

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