Celle Stadt

Doppelmord in der Neustadt: Angeklagter in Psychiatrie

Vor dem Landgericht Lneburg beginnt am Dienstag, 14. Mrz, der Prozess wegen des Doppelmordes in der Neustadt im vergangenen September. Der Angeklagte befindet sich in einem psychiatrischen Krankenhaus, er gilt laut Gutachten als vermindert schuldfhig.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 10. Juni 2022 | 21:09 Uhr
  • 30. Aug. 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 10. Juni 2022 | 21:09 Uhr
  • 30. Aug. 2022
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Celle Stadt.

Die Bluttat hat die Celler schockiert. Im September vergangenen Jahres waren in einem Haus in der Strae Neustadt die Leichname zweier Mnner gefunden worden. Drei Tage nach der Tat wurde der heute 49-jhrige S. verhaftet, er soll fr den Doppelmord im Trinkermilieu verantwortlich sein. Am Dienstag, 14. Mai, beginnt vor der 4. Groen Strafkammer des Landgerichts Lneburg der Prozess gegen den mutmalichen Tter. Die Verhandlung ist auf 20 Termine anberaumt. Die Anklage lautet auf zweifachen Totschlag.

Die Staatsanwaltschaft wirft S. vor am 17. September 2012 die beiden Mnner B. und W. gettet zu haben. Zuvor hatten alle zusammen in der Wohnung von B. Alkohol getrunken, dann waren sie gegen 20 Uhr in Streit geraten. S., dem ein Arm fehlt, nachdem er sich vor ein paar Jahren vor einen Zug geworfen hatte, soll dabei den beiden Opfern mehrfach gegen Kopf, Hals und Krper getreten haben. Dann habe er mehrfach vermutlich mit einem Messer auf die beiden Bekannten eingestochen. Einen Tag spter wurden sie tot in der Wohnung gefunden. Bei einem der Opfer knnte Rache ein mgliches Motiv gewesen sein. Im vergangenen Jahr besttigte die Staatsanwaltschaft, dass einer der Getteten in einem Verfahren wegen sexueller Ntigung gegen S. als Zeuge aufgetreten ist.

Doch das ist noch nicht alles. Eine Woche vor dem Doppelmord und einen Tag danach soll S. bei Auseinandersetzungen mit zwei anderen Mnnern diesen jeweils eine Flasche auf den Kopf geschlagen haben. Auf einen der beiden soll er zudem mit einem spitzen Gegenstand eingestochen haben.

Ob es zu einer Gefngnishaft fr S. kommt, ist allerdings fraglich. Nach dem vorlufigen forensisch-fachpsychiatrischen Gutachten sei davon auszugehen, dass der Angeklagte aufgrund einer organischen wahnhaften Strung sowie einer dissozialen Persnlichkeitsstrung bei Begehung der Taten nur vermindert schuldfhig gewesen sei, teilte das Landgericht Lneburg mit. So befindet sich S. der seit dem 20. September vergangenen Jahres in Untersuchungshaft sitzt, seit Ende Mrz dieses Jahres in einem psychiatrischen Krankenhaus.