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Blaulicht Armut vor unserer Haustür wächst
Celle Blaulicht Armut vor unserer Haustür wächst
15:12 13.06.2010
Celle Stadt

Eine stets wachsende Gruppe von Leidtragenden ist die der Senioren. Minimalrenten, Kürzungen und nicht erfolgte Anpassungen einerseits, gestiegene Lebenshaltungskosten andererseits haben viele alte Menschen an das Existenzminimum geführt – und in die Vereinsamung. Die Mobilität von Arbeitsplätzen hat das ehemals wirksame Netz von Familienverbänden und generationsübergreifender Fürsorge längst zerrissen. Kinder und Enkel wohnen weit weg, stehen als Ansprechpartner und Hilfeleistende nicht zur Verfügung.

Spätestens nach dem Tod des Ehepartners sind viele Ältere allein, oft auch hilflos. Zwar hat die Kriegs- und Nachkriegsgeneration früh gelernt bescheiden zu sein und auch „schlechte Zeiten“ zu bewältigen, aber da war man jung, zuversichtlich, dynamisch. Heute bilden diese Menschen eine häufig ignorierte Randgruppe. Es fehlt nicht an Angeboten, aber kaum ein „Amüsement“ ist kostenlos und viele können sich schon das Stück Torte im Café oder den Besuch des Seniorenkinos nicht mehr leisten.

Von zunehmender Armut betroffen sind auch junge Familien. Häufigste Ursache für Notlagen ist neben Krankheit der Verlust des Arbeitsplatzes. In einer Zeit, in der eher Arbeitsstellen eingespart und wegrationalisiert werden als neue eingerichtet, sehen sich vor allem Familien mit Kindern von heute auf morgen in einem kaum zu bewältigenden Dilemma. Ratenzahlungen von Haus und Einrichtungen sind plötzlich nicht mehr zu leisten, Mietschulden häufen sich an, das Auto kann nicht mehr gehalten werden – damit wiederum sinkt die Mobilität und die Chance, eine neue Stelle zu finden, so der desolate Arbeitsmarkt überhaupt etwas bereithält.

Bei sogenannten „Patchwork-Familien“ kann die Arbeitslosigkeit des Hauptverdieners noch mehr Menschen betreffen, wenn zum Beispiel Unterhaltszahlungsverpflichtungen bestehen. Alleinerziehende sind grundsätzlich besonders schnell von Notlagen betroffen. Meistens sind es Frauen, die den schwierigen Spagat zwischen Kinderbetreuung und Berufstätigkeit meistern müssen. Der Balanceakt zwischen Halbtagsjob, Kindern und Haushalt läuft für viele schon ohne zusätzliche Krisen sowohl finanziell als auch kräftemäßig am Rande des Machbaren. Da ist eine defekte Waschmaschine schon eine nicht mehr zu bewältigende Katastrophe.

Das Angewiesensein auf Sozialhilfeleistungen bringt nicht nur finanzielle Probleme mit sich: Leider ist die Gesellschaft noch immer sehr schnell mit Vorurteilen und negativen Einordnungen. Dementsprechend versuchen die meisten Betroffenen möglichst lange die Realität und ihre Probleme zu verheimlichen. Statt sich umgehend Hilfe, Unterstützung und Beratung zu holen, versucht man so lange wie möglich den Schein von „Normalität“ zu wahren – was häufig zu noch mehr psychischer (in Folge auch physischer) Belastung und weiterer Verschuldung führt – eine Situation scheinbar ohne Ausweg, in der die Kinder vor allem die Opfer sind.

Die CZ-Weihnachtsaktion „Mitmenschen in Not“ hilft nicht nur punktuell Notlagen zu lindern. Mit ihrer Spende setzen Bürger, die es sich leisten können und wollen, auch ein Signal im Sinne von „Ihr steht nicht allein, ihr werdet gesehen, ihr seid uns nicht egal“. Hilfe ist immer auch ein Zeichen von Solidarität – und vielleicht gerade im Zuge der Feier von 20 Jahre Mauerfall und friedlicher Revolution samt Wiedervereinigung ein neuer Beweis, wie weit Solidarität tragen kann.

●Spenden: Um „Mitmenschen in Not“ zu helfen, ist das CZ-Spendenkonto 9910 mit dem gleichnamigen Stichwort bei der Sparkasse Celle (Bankleitzahl 25750001) eingerichtet. Fälle, in denen wir helfen wollen, werden wir in den nächsten Wochen exemplarisch vorstellen.

Wir sammeln für die CZ-Weihnachtstombola

Im Mittelpunkt der CZ-Weihnachtsaktion steht wieder eine große Tombola. Ab Sonnabend, 12. Dezember, werden CZ-Mitarbeiter in der Innenstadt Lose für den guten Zweck verkaufen. Zuvor aber gilt es, die Tombola so attraktiv wie möglich zu gestalten. Weil der Erlös vom Wert der Preise abhängt, bitten wir auf diesem Weg um Unterstützung bei der Ausstattung. Mehr als 3000 Preise – von einem Wochenende in Berlin über Spiele und Bücher bis zu verschiedenen Gutscheinen – wurden bereits gespendet. Bis zum Start des Losverkaufs werden wir alle Preise und ihre Spender veröffentlichen.

●So unterstützen Sie die Tombola: Wer Preise zur Verfügung stellen möchte oder weitere Informationen wünscht, wende sich bitte an Dörthe Rogalski, s (05141) 990110. Ferner erreichen Sie uns per Fax unter 990112 sowie per E-Mail an redaktion @cellesche-zeitung.de

Von Doris Hennies