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Wietzenbruch Abendmahl als Videokonferenz in Wietzenbruch
Celle Aus der Stadt Wietzenbruch

Abendmahl als Videokonferenz in Wietzenbruch

17:47 19.01.2021
Von Oliver Gatz
Ein Abendmahls-Tütchen, das Weintrauben und Oblaten enthält.
Ein Abendmahls-Tütchen, das Weintrauben und Oblaten enthält. Quelle: Diemo Rollert
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Wietzenbruch

Eigentlich wären die 25 Konfirmanden der Johannesgemeinde Wietzenbruch jetzt schon fast auf dem Weg nach Hanstedt. In der Gemeinde im Nachbar-Landkreis Uelzen befindet sich das Missionarische Zentrum, ein beliebtes Reiseziel für Konfirmandenfreizeiten aus der Region. Doch die Corona-Pandemie macht auch den Plänen der Wietzenbrucher Jugendlichen einen Strich durch die Rechnung. Lange hatte Pastor Diemo Rollert nach Ausflugs-Alternativen gesucht – doch am Ende entschied sich Rollert dafür, die Fahrt abzusagen.

Thema Abendmahl für Wietzenbrucher Konfirmanden im Fokus

Damit seine Schützlinge im Vorfeld der bald anstehenden Konfirmation nicht alleine gelassen werden, hat sich der Kirchenmann etwas ausgedacht. Weil das Thema Abendmahl eigentlich im Fokus der nun abgeblasenen Freizeit gestanden hätte, initiierte Rollert mit seiner Gemeinde eine so in Wietzenbruch noch nicht dagewesene Ersatz-Veranstaltung.

Abendmahls-Tütchen mit Weintrauben und Oblaten gefüllt

Am Samstag hatte Rollert etwa 50 Abendmahls-Tütchen, gefüllt mit Weintrauben und Oblaten, an eine Leine vor der Kirche aufgehängt. Jede Konfirmandin, jeder Konfirmand und jedes interessierte Gemeindemitglied konnte sich so eine Tüte abholen. Die Idee dahinter: Am darauffolgenden Sonntag bat Rollert die Jugendlichen um 10 Uhr zu einer Videokonferenz, um dann gemeinsam das Abendmahl zu feiern: auf Distanz, aber dennoch verbunden.

Online-Abendmahl der Johannesgemeinde der Corona-Situation geschuldet

„Die Konfirmationszeit“, findet Rollert, „soll eine Zeit der Gemeinsamkeit sein. Eine Zeit, in der man die Kirche als Wegbegleiter kennenlernt. Und gerade die Feier des Abendmahls ist eine gemeinsam gemachte Erfahrung, die diesen Kontakt noch vertieft.“

Pastor Diemo Rollert mit einem Abendmahls-Tütchen, das Weintrauben und Oblaten enthält. Quelle: Diemo Rollert

Er hätte es sehr bedauert, wenn die Konfirmanden in diesem Jahr darauf komplett hätten verzichten müssen. Not macht eben erfinderisch. Er hoffe darauf, dass die ein Stück weit durch die Pandemie zerbrochene Gemeinschaft durch das Online-Abendmahl gekittet werden könne, sagt der Pastor der Johannesgemeinde.

Unterschiedlicher Umgang mit Corona-Pandemie

Er selbst hat in den vergangenen Monaten erfahren, wie unterschiedlich die jungen Gemeindemitglieder auf die Folgen der Pandemie reagieren. „Es hat mich überrascht, wie verschieden damit umgegangen wird – und es hat mir auch gezeigt, an welchen Schulen gute und an welchen Schulen weniger gute Aufklärungsarbeit zum Thema geleistet wird“, berichtet Rollert.

„Freiraum“ für Wietzenbrucher Jugendliche

Den Konfirmationsunterricht definiert er als „Freiraum“ für die Jugendlichen, die sich hier, anders als in der Schule, so bewegen und benehmen können, wie sie es jeweils brauchen – gerade in einer so intensiven Zeit wie der aktuellen. „Jeder Mensch hat mit dieser Krise zu kämpfen. Und gleichzeitig lernen wir alle, wie wichtig eine funktionierende Gemeinschaft ist.“ Und so ist das außergewöhnliche digitale Abendmahl der Wietzenbrucher Johannesgemeinde vielleicht auch das: eine gute Möglichkeit, diese Gemeinschaft zu stärken.