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Westercelle Arbeiten für Hochbahn bis Testzentrum
Celle Aus der Stadt Westercelle

Azubi als Mediengestalter: Cellerin Lara Lohmann lernt bei Trispel GmbH

09:00 28.02.2021
Azubi Lara Lohmann bei der Planung und Begutachtung der Druckaufteilung für die Beschriftung des aktuellen Werbezuges der Hamburger Hochbahn.
Azubi Lara Lohmann bei der Planung und Begutachtung der Druckaufteilung für die Beschriftung des aktuellen Werbezuges der Hamburger Hochbahn. Quelle: Trispel
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Westercelle

Die Empfehlung der Oberschule in Wathlingen, vor der Berufswahl vielleicht ein Berufsorientierungsjahr zwischenzuschalten, hat Lara Lohmann beherzigt: Mit dem Erweiterten Realschulabschluss besuchte sie für ein Jahr die Axel-Bruns-Schule am Lönsweg: „Ich hatte mich für das Thema Medien und Farbtechnik interessiert, denn ich bin ein kreativer Mensch.“ Das Stichwort „Medien“ hatte sie bereits im Hinterkopf, sagt die 18-Jährige heute, ihre Lehrerin habe sie dabei aber stark unterstützt.

Azubi Lara Lohmann und Ausbilder Tim Meyer bei der Planung und Begutachtung der Druckaufteilung für die Beschriftung des aktuellen Werbezuges der Hamburger Hochbahn. Quelle: Trispel

„Und meine Eltern finden das super“, freut sich die Auszubildende. Sie erlernt jetzt den Beruf der Mediengestalterin Print und Digital und bereitet sich gerade auf die bevorstehende Zwischenprüfung vor.

Praktikum im Kindergarten brachte Gewissheit

Ein einmonatiges Praktikum in einem Kindergarten hat bei Lara Lohmann dazu geführt, dass sie sich für die Ausbildung bei der Trispel GmbH in Westercelle entschloss. „Ich hatte überlegt, ob Sozialpädagogik etwas für mich sein könnte. Die Zeit in der Kita hat mir aber klar gezeigt, dass das nichts ist. Nicht für mich!“ Also bewarb sie sich bei verschiedenen Firmen in der Medien- und Werbebranche. Auch in der Region Hannover.

Ausbilder Tim Meyer (Firma Trispel GmbH). Quelle: Trispel Celle

„Hier gab es ein Bewerbungsgespräch, in dem ich einige Arbeitsproben zeigen und meine eigenen Vorstellungen zum Beruf des Mediengestalters erläutern konnte“, sagt Lohmann. Bei einem Probearbeitstag wurde dann deutlich, dass eine Zusammenarbeit für beide Seiten passen kann. Jährlich melden sich bei Firma Trispel rund 30 bis 40 Bewerber für einen Ausbildungsplatz. „Uns ist sehr wichtig, dass die Bewerber schon gute Vorstellungen von dem Beruf haben, was sie später erwartet und dass sie sich dafür begeistern können“, unterstreicht Teamleiter Tim Meyer. „Und die Menschen, die zu uns kommen, müssen ins Team passen. Frischer Wind tut immer gut.“

Kunden werden individuell bedient

Rund 100 Mitarbeiter sind in Westercelle tätig. „Wir bieten vielfältige Produkte und Dienstleistungen im Bereich Beschriftungen und Foliendesign an. Von der Produktion und Verarbeitung von Aufklebern und Schriftzügen, bis hin zu Großflächendrucken, Werbetechnik und Folienmontagen“, beschreibt der Medienfachwirt das Tätigkeitsspektrum des Unternehmens. „Wir gehen auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden im Industrie- und Privatkundenbereich ein.“ Egal, ob Waggons des ICE gestaltet und foliert oder Lastwagen und Firmenfahrzeuge nach Wünschen und Vorstellungen der Kunden beschriftet werden sollen, die Aufgaben eines Mediengestalters sind vielfältig. „Oder auch die Aktion des Vereins ‚Kultur trif(f)t‘ mit der Open-Air-Kunst-Präsentation am Haus Trift 42: Die Vorlagen wurden geliefert, hier aufbereitet und schließlich auf Bannermaterial gedruckt.“

Azubi Lara Lohmann bei der Sichtprüfung und Jobzuordnung fertiggestellter Digitaldrucke. Quelle: Trispel

Sie will bei Mediengestaltung bleiben

Lara Lohmann denkt, dass sie nach ihrer Ausbildung gern im Betrieb bleiben und Erfahrungen sammeln würde. Sie kann sich aber auch vorstellen, Kommunikationsdesign oder Grafikdesign zu studieren oder sich zur Medienfachwirtin weiter zu bilden. „Für mich ist sicher, dass ich im Zweig Mediengestaltung bleiben werde. Wo, wird die Zeit zeigen. Das ist mein Ding!“ Sie sei glücklich mit dem was sie macht, wirkt die 18-Jährige zufrieden. Es sei eben ein gesunder Mix verschiedener Tätigkeiten. Von individuellen Aufträgen mit Logogestaltung bis hin zu Web-Produkten oder Siebdruckprodukten.

Azubi Lara Lohmann und Ausbilder Tim Meyer bei der Feinabstimmung zur Beschriftung des aktuellen Werbezuges der Hamburger Hochbahn. Quelle: Trispel

Jetzt in der Corona-Zeit arbeitet Lohmann im Homeoffice. Natürlich sei der Serverzugriff möglich und zur Abstimmung einzelner Projekte seien Videocalls realisierbar. Priorität habe aber die bevorstehende Zwischenprüfung. Dafür habe Ausbilder Tim Meyer spezielle Übungen für sie vorbereitet.

Für das Allgemeine Krankenhaus hat Lara Lohmann kürzlich die Beschriftung zum Corona-Testzentrum entworfen und für die Produktion aufbereitet.

Maria Golebiewska ist Bildungsganggruppenleiterin des Bereiches Druck-und Medientechnik an der Axel-Bruns-Schule (BBS 2) in Celle. Quelle: BBS 2 Celle

Nachgefragt bei Maria Golebiewska

Maria Golebiewska ist Bildungsgangsgruppenleiterin des Bereiches Druck-und Medientechnik an der Axel-Bruns-Schule (BBS 2) in Celle.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Mediengestalter in Digital und Print?
Die Ausbildung dauert im Regelfall drei Jahre. Die Dauer der Ausbildung kann unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt werden, zum Beispiel wenn der Azubi mit besonders guten Noten glänzt. Das setzt die Zustimmung des Ausbildungsbetriebs voraus und muss bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) beantragt werden. Schüler, die bereits die einjährige Berufsfachschule Druck- und Medientechnik an der BBS 2 Celle erfolgreich absolviert haben, könnten diese als erstes Ausbildungsjahr anrechnen lassen und direkt im zweiten starten.

Worum geht es bei dem schulischen Teil?
Grundsätzlich wird die Ausbildung in einen allgemeinen Teil und einen fachrichtungsspezifischen Teil gegliedert, an der Axel-Bruns-Schule ist dies Gestaltung und Technik. Die Schüler planen, gestalten und erstellen anhand von Lernsituationen unterschiedliche Print- und Medienprodukte, wie zum Beispiel Plakate, Flyer, Broschüren und Websites. Dabei werden branchentypische grafische Programme zur Bildbearbeitung, Vektorgrafik-Erstellung, sowie dem Layouten und Coden genutzt, wobei die Lizenzen für die Software kostenlos über die drei Jahre von der Schule bereitgestellt werden. Weitere Schwerpunkte sind zum Beispiel die Entwicklung von Logos und die Umsetzung von Corporate Designs oder der Einsatz von Colormanagement.

Das Logo der Axel-Bruns-Schule Celle, der BBS 2 Celle. Quelle: Axel-Bruns-Schule

Wie gliedert sich die Ausbildung?
Die IHK-Zwischenprüfung findet im zweiten Lehrjahr statt. Im schriftlichen Teil werden Grundwissen über betriebliche Abläufe, die Herstellung von Druckprodukten und Websites, Computersysteme und Typografie abgefragt. Der praktische Teil wird im Ausbildungsbetrieb durchgeführt. Hierbei müssen die Schüler je nach Fachrichtung ein Druckprodukt, wie zum Beispiel einen Flyer, oder eine Website, erstellen. Die IHK-Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung ist ebenfalls in Theorie und Praxis gegliedert. Hier müssen die angehenden Mediengestalter tieferes Wissen zu den bereits genannten Themen beweisen und anspruchsvollere Projekte umsetzen. Hinzu kommen unter anderem die Themenbereiche Farb- und Projektmanagement.

Wem würden sie die Ausbildung empfehlen?
Für einen Mediengestalter sind ein hohes Maß an Kreativität und Selbstorganisation bzw. Selbstmotivation enorm wichtig. Freude am Umgang mit Kunden, sowie Teamfähigkeit sind unverzichtbar, um die eigenen Ideen intern oder extern abzustimmen. Damit aus guten Einfällen erfolgreiche Projekte werden, sollte man zudem verschiedene Geräte und Programme bedienen können – das erfordert (computer-)technisches Know-how.

Wie sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt?
Die Einsatzbereiche von Mediengestaltern Digital und Print sind breit gefächert. Man findet Stellen in allen möglichen Druck- und Medienunternehmen, wie zum Beispiel Druckereien, Verlagen, Werbe- und Online-Agenturen. Außerdem bieten sich hohe Chancen auf Beschäftigung auch branchenübergreifend überall dort, wo Kreativität gefragt ist, zum Beispiel in Medien-, Marketing- oder Produktabteilungen.

Von Lothar H. Bluhm

Mediengestalter

Was macht man?
Mediengestalter Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik erstellen das Layout für Printmedien und kombinieren Text-, Bild- und Videodateien zu multimedialen Beiträgen, etwa für Netzwerke und Social-Media-Kanäle. Zudem gestalten sie Stempel und Schilder. Sie bearbeiten Fotografien, programmieren Websites, pflegen Onlineanwendungen und erstellen 3-D-Inszenierungen. Elemente, die in verschiedenen Medien genutzt werden (Cross Media Publishing) bereiten sie unterschiedlich auf. So stellen sie zum Beispiel Fotografien für einen Print-Katalog bereit und die gleichen Aufnahmen, jedoch in geringerer Auflösung, für eine Online-Datenbank. Sie setzen Druckvorlagen in Druckformen, Stempel- oder Flexodruckplatten um, führen Testdrucke durch, lesen Texte Korrektur, prüfen Farbwerte und testen, ob digitale Erzeugnisse fehlerfrei funktionieren. Die fertigen Produkte übergeben sie den Kunden.

Wo arbeitet man?
Sie finden Beschäftigung in Unternehmen der Druck- und Medienwirtschaft, in Werbeagenturen beziehungsweise Werbeabteilungen größerer Unternehmen sowie bei Herstellern flexografischer Produkte.
Arbeitsorte:
Sie arbeiten in erster Linie in Büro- und Besprechungsräumen, in grafischen Ateliers sowie in Werkstätten für Flexografie. Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch in Werkhallen und Fotolabors.

Welcher Schulabschluss wird erwartet?
Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife ein.

Worauf kommt es an?
• Kreativität und Sinn für Ästhetik (zum Beispiel beim Entwickeln von Layouts, beim Bearbeiten von Bildern und Grafiken)
• Zeichnerische Fähigkeiten und räumliches Vorstellungsvermögen (für das zeichnerische Aufbereiten von Gestaltungsideen, beim Umsetzen von Gestaltungsentwürfen)
• Kaufmännisches Denken und organisatorische Fähigkeiten (zum Beispiel für das Prüfen von Ideen auf
Wirtschaftlichkeit, beim Auswählen und Festlegen von Verfahrenswegen für die Produktion)
• Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis (zum Beispiel beim Konfektionieren von Stempeln,
beim Einrichten und Bedienen von Maschinen)

Wichtige Schulfächer:
• Mathematik
• Kunst
• Deutsch
• Englisch

Was verdient man in der Ausbildung?
Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:
• 1. Ausbildungsjahr: 976 Euro (Industrie), 838 Euro (Zeitungs- und Zeitschriftenverlage)
• 2. Ausbildungsjahr: 1027 Euro (Industrie), 896 Euro (Zeitungs- und Zeitschriftenverlage)
• 3. Ausbildungsjahr: 1078 Euro (Industrie), 953 Euro (Zeitungs- und Zeitschriftenverlage)

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