Quattro Stagioni 2.0 – etwas für jeden Geschmack im Kulturhaus Wienhausen
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Kultur Quattro Stagioni 2.0 – etwas für jeden Geschmack
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Quattro Stagioni 2.0 – etwas für jeden Geschmack im Kulturhaus Wienhausen

20:43 05.04.2021
Die vier ausstellenden Künstler und "ihr" Filmemacher: Hans-Udo Strohmeyer, Horst Brune, Fotograf Roman Thomas, Heidrun Pfalzgraf und Ilsabé Prinzhorn (von links).
Die vier ausstellenden Künstler und "ihr" Filmemacher: Hans-Udo Strohmeyer, Horst Brune, Fotograf Roman Thomas, Heidrun Pfalzgraf und Ilsabé Prinzhorn (von links). Quelle: Doris Hennies
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Wienhausen

Wenn etwas gut funktioniert, behält man es bei. Dies gilt auch für das Künstlerteam Heidrun Pfalzgraf, Ilsabé Prinzhorn, Hans-Udo Strohmeyer und Horst Brune. Die vier haben gerade unter dem Titel „Quattro Stagioni 2.0“ ihre zweite gemeinsame Ausstellung eröffnet – nach dem großen Erfolg im Celler Schloss jetzt im Kulturhaus Wienhausen. Und das trotz Lockdown und Corona. „Als Kunstschaffende kann man nicht einfach aufhören, wir sind alle expressiv, wollen, müssen uns ausdrücken. Das stoppt auch keine Pandemie. Unsere Arbeiten wollen, sollen gesehen werden, und solange das real nicht geht, nutzt man eben andere Wege, um Kontakt zu Betrachtenden zu finden“, erklärt Heidrun Pfalzgraf.

Künstler Horst G. Brune spielt in seinen Arbeiten mit dem Plakativen, dem eindeutig Provokativen. Quelle: Doris Hennies

"Uns verbindet die Freiheit der Kunst"

Horst Brune ergänzt: „Uns vier verbindet nicht nur Freundschaft, die Malerei und die Mitgliedschaft im BBK, sondern auch die große Freiheit der Kunst von abstrakt, figurativ bis gegenständlich. Die einen nutzen die Freiheit, neue Räume und Techniken zu öffnen, die anderen erschließen damit Themen, um sie in ihrer Weise zuzubereiten. Besucher sollen nicht belehrt, sondern inspiriert und angeregt mit all unseren und ihren Bildern im Kopf wieder nach Hause gehen.“ Die Freiheit beginnt in den Köpfen und endet konkret mit Bilderauswahl und Präsentation. „Wir sind unsere eigenen Kuratoren.“ Und was das Betrachten-Können betrifft, so wurde Hand in Hand mit dem Hängen auch schon ein Video für den digitalen Onlinebesuch gedreht – vom Künstlerfreund und Fotografen Roman Thomas.

Ausstellung "Quattro Stagioni 2.0" im Kulturhaus Wienhausen: Hans-Udo Strohmeyer. Quelle: Doris Hennies

In der Vielfältigkeit von „Quattro Stagioni 2.0“ gibt es tatsächlich viel zu entdecken – der Titel verleitet einen dazu, „etwas für jeden Geschmack“ beizufügen. Da sind die Rakel- und Lasur-Bilder von Hans-Udo Strohmeyer. Bedacht eingesetzter Breitpinsel, zart aufgetragene Farbigkeit auf Gaseschichten … Wolkengebilde. Seine Lasurtechnik hat der Künstler über Jahre entwickelt und verfeinert. Ihm gelingt diese Schwerelosigkeit und Transparenz, Farbe und Licht einzufangen und zu verschmelzen. Wer sucht, findet in den Arbeiten von Strohmeyer Szenarien und Welten – Bilder, einer Fata Morgana gleich, in flirrender Hitze zu erahnen.

Ausstellung "Quattro Stagioni 2.0" im Kulturhaus Wienhausen: Heidrun Pfalzgraf. Quelle: Doris Hennies

Lebenslustiges Labyrinth

Abstrakt in fast gegensätzlicher Weise arbeitet Heidrun Pfalzgraf. Sie hat diesmal besonders tief in den kreativen Topf gelangt und daraus nicht nur Bilder in Acryl, sondern auch Tuschezeichnungen und Objekte aus Drahtgeflecht mit in die Ausstellung gebracht. Natur, Mensch, Technik – was sie spricht, lässt sich von ihrer Fantasie beflügeln, fängt sie ein in Zellstrukturen – ein Netzwerk, um sie ebenso noch festzuhalten. Farbenfroh schenkt sie Betrachtern ein lebenslustiges Labyrinth, das es zu erforschen gilt.

Ausstellung "Quattro Stagioni 2.0" im Kulturhaus Wienhausen: Ilsabé Prinzhorn. Quelle: Doris Hennies

Ilsabé Prinzhorn und Horst Brune sind die „Realisten“ im Team. Dennoch unterscheiden sie sich technisch wie auch im thematischen Ansatz. Brune spielt mit dem Plakativen, dem eindeutig Provokativen. Gesellschaftspolitische Kritik, Botschaft und Aufforderung steckt er – bissigen Humor als Gleitmittel nutzend – konfrontativ in seine Arbeiten. Bei Prinzhorn ist die Ironie subtiler, hintergründiger. Aus Rätselhaftem eröffnen sich neue Perspektiven – überraschende Blickwinkel auf soziale und gesellschaftliche Geschehen – ein Hinterfragen der sichtbaren Welt und ihrer Moral.

Von Doris Hennies

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