Künstlerverein Celle

Kokopelli startet klangmalerisches Feuerwerk

Das Saxofon-Quartett "Kokopelli" überzeugt bei Künstlerverein Celle und entfaltet ein wahrlich exquisites, klangmalerisches Feuerwerk.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 16. Nov. 2021 | 12:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 16. Nov. 2021 | 12:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Was für ein Finale! Mit diesem Abschlusskonzert hat der Künstlerverein Celle einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er nicht nur ein gutes Händchen für ungewöhnlich zusammengesetzte Ensembles, sondern auch für hohe Qualität hat – was die Aufstellung seines Programms betrifft. Mit dem Kokopelli Saxofon-Quartett endete die diesjährige Veranstaltungsreihe in einem großartigen, eineinhalbstündigen „Schlussakkord“, der erst nach zwei, vom begeisterten Publikum geforderten, Zugaben ausklang: ein rundum exquisites Konzerterlebnis.

Von Spätromantik zu niederländischen Liedweisen

Zwischen Gabriel Pierns „Nachtwache des Schutzengels“ (zum Dahinschmelzen) und Gershwins „Lady, be good“ (flotten Jazz können sie auch) entfaltete sich ein wahrlich exquisites, klangmalerisches Feuerwerk: Von spätromantischem Schmelz (eine Suite von Marin Marais) und glanzvoller Hofmusik, über kirchliche Choräle (Bach und Orlando di Lasso) und niederländische Liedweisen aus der Renaissance (Tilman Susato), bis zu den spöttisch-karikierenden „Spots et Divertissements“ von Erik Satie und den „Toquades“ (Anklänge von Tango, Walzer, Blues und Charleston) von Jrme Naulais.

Allem gemeinsam war die spürbare Spielfreude, das Vergnügen der vier Musizierenden, sich in der ungewöhnlichen Zusammensetzung von vier Saxofonen auf die Suche nach dem eigenen, optimalen Klang zu machen. Ein Vergnügen, das sich von den ersten Takten an auf das Publikum übertrug.

Vier virtuose Instrumentalisten

So mancher Zuhörer war vor allem aus der Neugier auf diese ungewöhnliche Besetzung gekommen. Was er bekam, war ein konzertantes Meisterstück: Vier virtuose Instrumentalisten, die sich als Quartett ernsthaft und doch so voller Spaß der Herausforderung stellten, dieser Vielfalt von Kompositionen und Komponisten gerecht zu werden – und diese Aufgabe bravourös meisterten. Denn nur eines – „Premier Quatuor“ von Jean Baptiste Singele – war für vier Saxofone angedacht. So gebührt auch dem ungenannten Arrangeur jeweils hohe Anerkennung.

Die Harmonie des meist vierstimmigen Zusammenspiels von Christine Hörmann (Baritonsaxofon), Thomas Käseberg (Sopran- und Altsaxofon), Roman Schubert (Altsaxofon) sowie Georg Niehusmann (Tenorsaxofon) – der auch die kurzen, launigen Anmoderationen übernahm – war durchgehend perfekt. Lediglich bei Bachs Fuge g-Moll hakte es ein bisschen (das einzige Mal im Laufe des umfangreichen Konzerts). Vielleicht nicht die beste Stückwahl für diese Zusammensetzung.

Sahnestückchen von Bach

Die übrigen Sahnestückchen von Bach – wie „Air“ und „Badinerie“ klangen so rein und vorzüglich, wie es nur sein konnte. Das Besondere: Dem Quartett gelang – neben spielerischer Präzision – eine solch wohlige Harmonie, dass man sich als Zuhörer – in diesem, lustvoll aus Tönen gesponnenen, gleichsam atmosphärischen Kokon – warm, mit einbezogen und willkommen fühlte.

Von Doris Hennies

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