Kammermusikring Celle

Musikerin mit außergewöhnlichem Format zu Gast

Geigerin und Professorin Antje Weithaas ist bei Konzert des Kammermusikrings mit ihren Triofreunden auf Suche nach musikalischer Wahrhaftigkeit.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 11. Jan. 2022 | 10:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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  • 11. Jan. 2022 | 10:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

„Energiegeladen durchdringt Antje Weithaas mit ihrer zwingenden musikalischen Intelligenz und ihrer beispiellosen technischen Souveränität jedes Detail im Notentext. Ihr Charisma und ihre Präsenz fesseln, ohne sich je vor das Werk zu drängen.“ So steht es auf der Internetseite der Geigerin Antje Weithaas. Normalerweise darf man solche Aussagen von Künstlern oder deren die Internetauftritten betreibenden Agenturen aus naheliegenden Gründen nicht besonders ernst nehmen. Aber im Fall von Antje Weithaas ist das etwas anders.

Künstlerin mit Professur

Diese Künstlerin, die seit 2004 eine Professur innehat, aber so ganz und gar nicht wie eine konventionelle Professorin auftritt. Antje Weithaas wirkt zwar manchmal im Live-Erlebnis im ersten Moment nicht so selbstverständlich zugänglich, aber wenn sie erst einmal in dem Saal und bei dem jeweiligen Publikum angekommen ist, dann merken die Musikfreunde doch fast immer: Diese Musikerin hat außergewöhnliches Format. Und stellt sich dabei nie selbst in den Vordergrund. Ihre Art des Musizierens ähnelt ein wenig der musikalischen Sinnsuche, wie sie der ältere und noch bekanntere Gidon Kremer immer betrieben hat.

Zieht Zuhörer ins Innerste eines Stückes

Das Spiel von Weithaas wirkt immer so, als ob sie jedes Mal die musikalische Wahrhaftigkeit in den Stücken aufs Neue sucht. Und natürlich ändert sich das klangliche Ergebnis so auch im Lauf einer Karriere. Aber dieser permanente Versuch zum musikalischen Kern der Stücke vorzudringen, das zieht die Zuhörer fast zwangsläufig ins Innerste eines Stückes, dem man dann fast bedingungslos ausgeliefert ist. Und so entstehen dann oft mit ihr musikalische Erlebnisse der Sonderklasse.

Berühmtes Schubert-Oktett

Wer von den Celler Klassikfreunden Antje Weithaas im Rahmen der Sommerlichen Musiktage Hitzacker als selbstbewusst führende erste Geigerin im berühmte Schubert-Oktett erlebt hat, der wird diese Aufführung als ein musikalisches Erlebnis der Sonderklasse in Erinnerung behalten haben. Wenn Weithaas kleinere musikalische Ensembles anführt, dann überträgt sich fast zwangsläufig ihre fast unbändige Energie auf ihre Mitspieler, die sich zumeist in einer Weise steigern, dass man sich nicht selten wundert, wenn man diese Musiker vorher schon einmal alleine gehört hat.

Inspirierende Führungskraft

Beim für Montag, 17. Januar, geplanten Kammermusikring-Konzert mit ihrem Trio im Celler Schlosstheater wird sie diese inspirierende Führungskraft vielleicht gar nicht brauchen, denn sie musiziert zusammen mit dem inzwischen wohl auch musikalisch profilstarken Ehepaar Marie-Elisabeth Hecker und Martin Helmchen an Cello und Klavier. Dies zu betonen ist ihr sehr wichtig, denn sie möchte nicht als wichtigste Musikerin des Abends wahrgenommen werden. Ihr ist es ganz wichtig − trotz aller Führung − immer ein musizierendes Miteinander zustande kommt, bei dem man auch den Spaß am gemeinsamen Musizieren merkt.

Trio Weithaas-Helmchen-Hecker

Darum spielt das Trio Weithaas-Helmchen-Hecker auch ein derartiges Programm wie es nun für Celle angekündigt wird. „Das sind alles Werke, die wir einfach unbedingt mal zusammen spielen wollten. Und mit den beiden Werken von Mozart, dem späten E-Dur-Trio, und Schumann, den Fantasiestücken, stehen auch Stücke auf dem Programm, die eher selten zu hören sind obwohl sie von viel gespielten Komponisten sind.“ Zum Einstieg gibt es das fulminante frühe Trio von Dmitri Schostakowitsch. Und zum Abschluss dann eines der Lieblingsstücke fast aller Trios, das effektvolle f-moll-Trio von Anton Dvorak.

Von Reinald Hanke

Karten zum Konzert am Montag, 17. Januar, um 20 Uhr, im Celler Schlosstheater gibt es ab 17 Euro über Telefon (05141) 90508-75/76.

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