Ausstellung im Atelier22

„AusGefallen“ in vielerlei Hinsicht

Eine tiefsinnige und ausgeklügelte Wortspielerei hat sich die Künstlervereinigung Atelier 22 diesmal für ihre Jahresausstellung einfallen lassen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 30. Juli 2021 | 14:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 30. Juli 2021 | 14:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Und sie passt hervorragend in diese Zeit der Pandemie mit zwei, vor allem die Künstler hart treffenden Lockdowns. Mit dem Motto „AusGefallen“ haben sich die Mitglieder auf verschiedenste Art auseinandergesetzt – nicht nur was angewandte Techniken betrifft.

Neben der naheliegenden Deutung – dem Ausfall von Veranstaltungen, Präsentationen, aber auch den Möglichkeiten, sich zu treffen und gegenseitig auszutauschen – finden sich in der Ausstellung Arbeiten, die entstanden (die Coronazeit als kreative Chance genutzt), um mal etwas anderes, ausgefalleneres, untypisches zu probieren und die eigene künstlerische Komfortzone zu verlassen.

Alles ist vertreten

Ein Rundgang durch die Ausstellung lohnt sich. Von Malerei, Collagen und digitaler Fotokunst bis zu bildhauerischen Arbeiten und einer Installation ist alles vertreten. Die Ausstellung dokumentiert die Vielfältigkeit der Kunstschaffenden im Atelier 22 ebenso, wie die so unterschiedlichen Angänge und Auseinandersetzungen mit dem vorgegebenen Thema.

Der Interpretation und den Gedankenspielereien waren kaum Grenzen gesetzt. Vom wörtlich genommenen „aus dem Rahmen gefallen“ – so etwa bei „Objekt I“ von Günter Engling oder dem „ausgefallenen Format“ (Günter Thomaschek) – bis zum Kentern von Flüchtlingen (aufgenommen im Objekt „Schleuser“ von Wolfgang Böer). Manche Arbeit zeigt den Weg- und Ausfall im Sinne fehlender oder weggefallener Möglichkeiten, andere nehmen diesen Faden auf, um zu zeigen, was sie persönlich mit dieser beschränkenden Zeit anzufangen wussten. Da wurde die tägliche Quelle der Information in Form der Tageszeitung schon mal Teil von Collagen und Farbträger mit einer Botschaft, wie bei Anke Brammer oder Anneliese Rinke.

Besinnung aufs Wesentliche

Für einige Kunstschaffende war die Überlegung „pinselführend“, was diese Pandemie in Menschen freisetzt und bewirkt: Abschottung oder Hilfsbereitschaft, Wut oder Gelassenheit, eine Besinnung auf das Wesentliche oder die Angst vor der Zukunft ..? Andere träumten sich kreativ einfach aus der bedrückenden Realität hinaus, schafften Surreales, Wünschenswertes, ließen ganz „ausgefallen“ ihrer Fantasie freien Lauf. Und wieder andere gaben dem Gefühl der Verzerrung, der verschobenen Perspektive in ihren Werken einen Ausdruck.

An der Ausstellung beteiligt sind: Horst Alvermann, Faisal Al Hasan, Wolfgang Böer, Helene Böhme, Alexander Bogdanowski, Anke Brammer, Horst Busch, Klaus Conrad, Rita Dahlem, Günter Engling, Gesa Giessmann, Jörn Graue, Frank von der Kammer, Kashan Karim, Hans-Jürgen Kaul, Martina Kunz , Gloria Lütke, Sigrid Menzel, Claus Pabst, Anneliese Rinke, Eric (EHW) Schaper, Christina Schröder, Holger Seidel, Günter Thomaschek, Fred Thurmann, Tina Wahren, Gisela Wäterling, Birgit Wockenfuß und Evelyn Wöhler.

Von Doris Hennies

Vernissage am Samstag, 31.7. ab 16 Uhr. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag 14-18 Uhr. Die Ausstellung geht bis 12. September.

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