20-jähriges Bestehen

18 Künstler in drei Blöcken

Durchhaltevermögen bewiesen: Die Galerie Falkenberg in Hannover feiert ihr 20-jähriges Bestehen in einem angemessenen Rahmen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 16. Sept. 2021 | 13:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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  • 16. Sept. 2021 | 13:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Hannover.

Die Galerie Falkenberg mag selten im Rampenlicht gestanden haben; dafür hat man ein Durchhaltevermögen bewiesen, das in Hannover keine Selbstverständlichkeit ist. Auf ein 20-jähriges Bestehen kann kaum eine entsprechende Institution zurückblicken, die hannoversche Galerienszene hat sich vielmehr im Laufe der Zeit dramatisch ausgedünnt. Auch auf Bundesebene ist aufgefallen, dass bei Falkenberg Besonderes geschieht – Zuwendungen aus dem Pandemie-Hilfs-Programm „Neustart Kultur“ bekommt nicht jeder. Für die Galeristen eröffnen sich dadurch Möglichkeiten, das Jubiläum in angemessenem Rahmen zu gestalten.

Drei Blöcke von je sechs Positionen

In diesen und den kommenden Wochen werden sämtliche 18 Künstlerinnen und Künstler des hiesigen Portfolios vorgestellt, in drei Blöcken von je sechs Positionen. Zu jeder davon erscheint außerdem ein Einzelkatalog.

Galeristen sind selber Künstler

Bereits bei einem Rundgang durch die laufende Ausstellung wird die Spezialität der Galeristen Stephan Kleineberg und Achim Leseberg deutlich, die beide selbst Künstler sind, sich aber an den Präsentationen nicht mehr mit eigenen Werken beteiligen: „Wir haben uns immer besonders für Malerei interessiert“, sagt Kleineberg, „vor allem für die erzählerische. Nach und nach sind mehr informelle Stilelemente dazugekommenen.“

Sonderbare Arbeiten von Sabine Wewer

Die Geschichten, die hier erzählt werden, haben es in sich und sind kaum mit wenigen Worten oder überhaupt beschreibbar. Was hat es etwa mit den sonderbaren Arbeiten der Bremerin Sabine Wewer auf sich? Auf den mittel- bis großformatigen Gemälden sieht man unter anderem stachelige Gewächse oder eine Frau, die auf dem Boden liegt, als sei sie Teil eines Rituals, während über ihr eine Art Astralleib zu schweben scheint. Die kleinen Kulizeichnungen im Untergeschoss zeigen, dass Wewer zumindest formal auch ganz anders kann.

Frank Seidel orientiert sich an körperlich-organischen Motiven

Gruselig muten die Malereien von Frank Seidel an, zu denen sich Skulpturales gesellt. Der Berliner orientiert sich an körperlich-organischen Motiven, die verfremdet werden und Vergänglichkeitssymbole wie Totenköpfe enthalten können. Wieder einen anderen Weg geht Marina Schulze, die ebenfalls in Bremen ansässig ist. Ihr Themenspektrum ist groß, umfasst Strukturen von Folienoberflächen bis zu mit Lichtreflexionen bespielten menschlichen Figuren. Die technische Meisterschaft dieser Malerei springt sofort ins Auge. Dazu passt, dass Schulze bei Karin Kneffel studiert hat, ihrerseits Meisterschülerin des weltberühmten Gerhard Richter.

Umweltzerstörung und Tierschutz liegen Ryo Kato am Herzen

Alles andere als zimperlich haut der gebürtige Japaner Ryo Kato, der in Berlin lebt, dem Betrachter seine farbstarken Bilder um die Ohren. Die aufrüttelnde Wirkung ist beabsichtigt, liegen dem Künstler doch Themen wie Umweltzerstörung und Tierschutz am Herzen. Einen Kontrapunkt im Ausstellungskonzept bilden die kleinen, subtil-rätselhaften Blätter des Hannoveraners Ingo Lie. Während die eigenwilligen Kombinationen von Zeichnung und Collage, die ein Markenzeichen von Kerstin Grimm darstellen, ein wenig so wirken, als sei die Atmosphäre von „Alice in Wonderland“ ins Surreale gesteigert worden.

Kerstin Grimms Werke haben auf Kunstmark Furore gemacht

Bei der Berliner Künstlerin zeigt sich das gute Näschen der Falkenberg-Galeristen – die Grimmschen Arbeiten haben auf dem Kunstmarkt Furore gemacht. „Am Anfang sind wir noch spielerischer herangegangen“, sagt Achim Leseberg. Inzwischen ist klar, dass Spaß an der Sache und Professionalität sich keineswegs ausschließen.

Von Jörg Worat

Die Falkenberg Galerie für Neue Kunst, Falkenstraße 21A, in Hannover feiert ihr 20-jähriges Bestehen bis zum 28. November mit wechselnden Ausstellungen. Öffnungszeiten: donnerstags, 14 bis 18 Uhr, freitags, 12 bis 18 Uhr sowie samstags, 12 bis 16 Uhr.

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