Jazzdämmerschoppen

Schöner kann ein Open-Air-Konzert kaum sein

Mitreißender Rhythmus und Klang: Die „Biggles Big Band“ hat live beim Jazzdämmerschoppen auf dem Museumshof in Winsen gespielt.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 20. Jun 2022 | 15:00 Uhr
  • 21. Jun 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 20. Jun 2022 | 15:00 Uhr
  • 21. Jun 2022
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Winsen.

Sichtlich viel Spaß – und das nicht nur musikalisch – hatten ab Sonntagnachmittag die zahlreichen Besucher auf dem Museumshof in Winsen. Zum Jazzdämmerschoppen, zu dem der Kulturkreis Winsen eingeladen hatte, stand mit den „Biggles“ eine traditionelle Jazz-Bigband aus Amsterdam auf der Bühne. Und die sorgte, unter der humorvollen Leitung ihres Dirigenten Adrie Braat für ordentlich Swing unterm Scheunendach. Kein Wunder also, dass sich die Bankreihen davor kontinuierlich mit Zuhörern füllten und der mitreißende Rhythmus und Klang selbst vorüberradelnde Zaungäste zum Bleiben brachte.

Typischer Sound

Perfektes Ambiente, beste Laune bei den so deutlich lockeren Musikern und dazu gekühlte Getränke sowie über allem der verführerische Duft der Grillstation – schöner kann ein zwangloses Open-Air-Konzert kaum sein. Mit dem typischen Sound der amerikanischen Swing-Ära und frischen Arrangements berühmter Jazzklassiker hielten die Biggles das Publikum in bester Laune. Bei den adaptierten Stücken von Glen Miller, Count Basie und Duke Ellington wippten dir Füße, es wurde mitgeklatscht und sogar getanzt – wenn Letzteres auch nur wenige wagten, obwohl Adrie Braat immer wieder einmal ausdrücklich darauf hinwies: Tanzen erlaubt!

Zwischen flottem Swing und dahinschmelzendem Blues

Der Bandleader dokumentierte gleich zweifach, woher er kommt: Das orange Sakko als Zeichen für die Oranier und der Sound – angelehnt an den der berühmten „Dutch Swing College Band“, bei der Adrie Braat den Kontrabass seit 1988 spielt. Die jüngere „Schwester“ im Geiste braucht sich vor dem Können der altehrwürdigen Band nicht zu verstecken. Zwei Bigbands, die sich dem klassischen Jazz der Ballhouse-Ära verschrieben haben und seit vielen Jahrzehnten die Menschen damit erfreuen. Da spricht die auserwählte „Erkennungsmelodie“ der Biggles zu Konzertbeginn Bände. „I can’t stop loving you“. Nicht nur der geschmeidige Wechsel zwischen flottem Swing und dahinschmelzendem Blues und die einnehmenden Soli der einzelnen Musiker machten dieses Konzert hörenswert. Dazu kamen der Einsatz der Sängerin Clara Bakker nach der ersten Pause sowie die Erweiterung des Orchesters mit dem dazugehörigen Streichquartett. All dies verwob sich zu einem großartigen, unterhaltsamen Ganzen mit großzügig viel Musik bis weit in den Abend hinein.

Hohe musikalische Standards

Adrie Bratt gründete die Biggles Big Band 1985 in Amsterdam. Dort spielt das Orchester, wenn es nicht gerade auf Tournee ist, jeden Montag im berühmten Caf Casablanca. Das 25köpfige Jazzorchester bringt mit ihren hohen musikalischen Standards, positiver Energie und Spontanität das Publikum zum Toben.

Von Doris Hennies

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