Benefizkonzert

Barockmusik zum Genießen im Celler Tor

Eine Benefizveranstaltung zugunsten des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses fand in Groß Hehlen statt. Musik zum Genießen bot das Trio „a-Celle-rando“.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 18. Okt. 2021 | 17:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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  • 18. Okt. 2021 | 17:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Gross Hehlen.

Ein Veranstaltungspaket zum Genießen hat Sigrid Kühnemann gemeinsam mit dem Förderverein Berliner Schloss geschnürt, um wieder einmal um Unterstützung für ein historisches Wiederaufbauprojekt zu bitten. Die Cellerin hatte über viele Jahre bereits sehr erfolgreich Spenden für den Aufbau der Dresdner Frauenkirche gesammelt. Nun hat sie sich eines weiteren Projekts angenommen – des Berliner Schlosses – und eine Benefizveranstaltung in Celle organisiert. Unter dem Titel „Musik.Macht.Politik. Friederich der Große regiert mit Hilfe der Musik“ stand neben Kulinarik und Vortrag das Konzert des Celler Trios „a-Celle-rando“ mit Franz Müller-Busch, Dorothee Knauer und Elisabeth Michaelis im Mittelpunkt des Abends.

Konzert im Festsaal des Hotels Celler Tor in Groß Hehlen

Am 18. Januar 1701 setzte sich Friedrich I. in der Schlosskirche des Königsberger Schlosses die Krone selbst aufs Haupt, krönte seine Gemahlin Sophie Charlotte (aus dem Welfenhaus Hannover) und ließ sich erst dann ohne den Segen des Papstes von zwei evangelischen Bischöfen salben – denn Preußen war seit 1525 lutherisch. Statt der italienischen Messe gab es also – provokant – deutsche Kirchenlieder. Der Choral „Lobt Gott, den Herrn der Herrlichkeit“ von Loys Bourgeois (1551) eröffnete – themengerecht – dann auch das Konzert im Festsaal des Hotels Celler Tor.

Trio „a-Celle-rando“, recherchiert, spielt und moderiert

Das Trio „a-Celle-rando“ hat sich – Pausen wegen Corona eingeschlossen – mehr als zwei Jahre lang mit der Bedeutung von Musik während der Regierungszeit des Preußenkönigs beschäftigt und nicht nur Komponisten und Stücke aus dieser bewegten Barockzeit zusammengetragen, sondern auch geschichtliche Hintergründe recherchiert und nun moderiert. Fazit: Der Preußische König hatte die Macht der Musik durchaus erkannt und „systemrelevant“ in seine Staatspolitik integriert. So protegierte er deutschsprachige Musiker und Komponisten und widersetzte sich einerseits dem italienischen und französischen Trend, hielt sich aber – um auch auf dem internationalen Parkett glänzen zu können – über den „Musenhof“ seiner Frau weitere Möglichkeiten offen. So standen dann auch – neben Werken von Pepusch, Händel, Quantz und Bach auch Stücke von de Boismortier, Bononcini und Corelli auf dem Programm des Celler Trios.

Für Wiederaufbau des Berliner Schlosses fehlt noch Geld

Wilhelm von Boddien, Initiator des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses und Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss, stellte in seinem Vortrag das Projekt vor. Seine Bilanz zur aktuellen Lage des wiedereröffneten Berliner Schlosses endete mit dem Ausblick auf die noch offenstehenden baulichen Maßnahmen. So fehlten zum Beispiel noch immer drei Millionen Euro für die Rekonstruktion von 27 Balustraden-Figuren der historischen Fassaden.

Von Doris Hennies

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