„Kultur Trif(f)t“

1700 Jahre jüdisches Leben in Celle“

Der Verein „Kultur Trif(f)t“ startet seine sechswöchige Veranstaltungsreihe „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ am 15. April.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 09. Apr. 2021 | 13:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
Der Verein Kultur Trif(f)t und seine Vorsitzende Sabine Schöllchen freuen sich, ein Herzensprojekt doch noch realisieren zu können.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 09. Apr. 2021 | 13:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Die durch Lockdowns und Corona-Einschränkungen erzwungene Stille um den Verein „Kultur Trif(f)t“ wird ab heute von einem aktuellen Projekt durchbrochen. Schon im vergangenen Jahr liefen die Planungen an für eine sechswöchige Veranstaltungsreihe zum Festjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ – verbunden mit einem möglichst nahen Bezug zur Synagoge und einem Einblick in das aktuelle jüdische Leben in Celle. „Ganz im Sinne unserer Zielvorstellung, unterschiedliche Kulturen vorzustellen und unkompliziert Begegnungen zu ermöglichen, sich auszutauschen und Neues zu erfahren“, so Vorsitzende Sabine Schöllchen.

Transfer von „real“ in „digital“

„Bis zuletzt hatten wir noch die Hoffnung, in diesem Frühling zumindest eingeschränkt reale Veranstaltungen mit Publikum durchführen zu können. Der Wunsch hat sich zerschlagen – der Verein wurde vor die Entscheidung gestellt, alles abzusagen, oder einen anderen Weg zu finden, uns mit unseren Angeboten am Festjahr zu beteiligen“. Der kurzfristige Transfer von „real“ in „digital“ hat dem „Kultur-Trif(f)t“-Team und vielen Unterstützern einiges abverlangt. „Die letzten Tage waren hart und mit wenig Schlaf, aber wir haben es – auch mit Unterstützung des soziokulturellen Zentrums „Hafenstraße e.V.“ Meißen hinbekommen und können nun pünktlich wie angedacht mit den Veranstaltungen starten“.

Mit elektronischen Tickets bezahlen

Schöllchen weiter: „Jetzt freuen wir uns auf hoffentlich viele Onlinebesucher, die die Angebote im Netz annehmen, ansehen, anhören, sogar mitmachen. Dabei nutzen wir die Chance, den Menschen mit Zoom, FaceTime, Chats und weiteren digitalen Möglichkeiten so nah zu kommen wie wir derzeit dürfen. Ein Gutes daran – auf diese Art ist man nicht nur regional, sondern weltweit verbunden, wenn man das will. Wir haben eine Möglichkeit gefunden, mit elektronischen Tickets eine Bezahlform für einzelne Veranstaltungen einzurichten. Auf diese Weise unterstützen wir unsere Künstler finanziell. Einfach eine E-Mail an uns senden, mit der Angabe „Ich bin dabei“, und wir senden einen persönlichen Zugangs-Code. Für jede Teilnahme ist eine Anmeldung über info@kulturtrifft.de notwendig. Darüber erfährt man auch Näheres über die Zahlungsmodalitäten.

Start ist am 15. April

„Jüdisches Leben in Celle nach 1945“: Die Veranstaltungsreihe beginnt am Donnerstag, 15. April, mit der Ausstellung „Jüdisches Leben in Celle nach 1945“. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Aspekte der schwierigen Nachkriegszeitensituation in der Stadt, die Organisation des jüdischen Lebens in Celle in Zusammenwirken mit britischer Besatzungsmacht und Celler Stadtverwaltung, die alltäglichen Begegnungen der Celler und Juden und die Verbindungen zu den jüdischen Organisationen im DP-Lager Bergen-Belsen. Eine Einführung dazu übernimmt der stellvertretende Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Thomas Rahe. Ab 18 Uhr ist das Gespräch abrufbar auf der WebSeite: www.kulturtrifft.de oder auf www.youtube.com/kanal29 .

Parallelen zum Zeitgeist von vor 100 Jahren

„Die Zwanzigerjahre – damals und heute“: Das Ensemble Cannelle gibt am Samstag, 17. April, um 20 Uhr ein Konzert zu Thema „Die Zwanzigerjahre – damals und heute“. Die berauschende Zeit der 1920er Jahre übt eine enorme Anziehungskraft aus. Heute, angesichts politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen wie auch der Pandemie, finden sich viele Parallelen zu jenem Zeitgeist von vor 100 Jahren. Man schöpft jedoch auch Inspiration und Kraft aus dieser Ära des Aufbruchs, der Hoffnung und Vitalität. Die kulturellen Impulse haben eine große Aktualität bewahrt und faszinieren bereits seit Jahren die charmanten Musikerinnen des Ensembles Cannelle. Es wird einen Life Stream aus dem soziokulturellen Zentrum „Hafenstraße e.V.“ Meißen geben. (Teilnahme: 19 Euro – „Bezahlschranke“: Zahlbar über PayPal oder Überweisung)

Einblick in die Welt des Klezmers

Vocal-Workshop: Jüdische Lieder, jüdische Tänze – Workshop mit der polnischen Jazz-Sängerin Karolina Trybala erwartet die virtuellen Besucher am Sonntag, 18. April, von 16 bis 19 Uhr. Beim Vocal-Workshop bekommen die Teilnehmer auf spielerische Weise eine Einführung in Stimmbildung, Körperarbeit und Atemtechnik. Außerdem lernt man bekannte jüdische Lieder kennen und erhält Einblick in die Welt des Klezmers und der jüdischen Musik der 20er-Jahre – per Zoom mit Karolina Trybala in Leipzig. (Teilnahme: 20 Euro, in Kombination mit dem Konzert 30 Euro. Zahlbar über PayPal oder Überweisung).

Gespräch über Jüdisches Leben in Celle

„Gespräch über Jüdisches Leben in Celle“: Einladung in die Celler Synagoge zum „Gespräch über Jüdisches Leben in Celle“ mit Sabine Maehnert und Patrick Hahne (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit) am Donnerstag, 22. April, ab 19 Uhr. Die Gesprächsleitung übernimmt Lukas Rosenbaum (Kanal 29 Celle) – abrufbar auf der WebSeite: www.kulturtrifft.de oder auf www.youtube.com/kanal29 . Die Teilnahme ist kostenlos.

Kindheit in den Sechzigerjahren

„Chayas Weg – von der Sehnsucht die Schatten hinter sich zu lassen“ Das musikalische Figurentheater bildet am Freitag, 7. Mai, ab 19 Uhr den Abschluss der Reihe. In einer Collage aus Musik (Karin Christoph) und Theater (Christoph Bendikowsky) zeichnen es Chayas Leben von ihrer Kindheit in den Sechzigerjahren bis heute auf. Eindrucksvoll, wie sie sich von der Angst und dem Hass, der aus dem Holocaust ihrer Familie stammt, lösen kann. „Meine Eltern und Großeltern haben die Werte und Traumata der Vergangenheit weitergereicht. Für sie gab es nur schwarz oder weiß. Um zu überleben, musste ich mich weiterentwickeln. Und ich begann, die Farben zu entdecken.“ (Teilnahme 15 Euro, zahlbar über PayPal oder Überweisung).

Von Doris Hennies

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