Familie lebt in Angst

Hochschwangere bedroht: Terror geht weiter

Eine Familie aus Klein Hehlen wird von einem Mann angegriffen. Zuerst flogen Steine, jetzt wurde eine hochschwangere Frau mit einer Metallstange bedroht.

  • Von Benjamin Behrens
  • 15. Juni 2022 | 06:57 Uhr
  • 15. Juni 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 15. Juni 2022 | 06:57 Uhr
  • 15. Juni 2022
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Klein Hehlen.

Seit Wochen wird eine Familie in Klein Hehlen Opfer eines Mannes, der ihr Haus mit Steinen bewirft . Mehrere Fensterscheiben wurden so zerstört. Die Familie von Hassan Shariati und er leben in Angst. Den 49-Jährige selbst hatte der Mann körperlich angegriffen und verletzt.

Familie aus Klein Hehlen lebt in Angst

Jetzt wurde seine hochschwangere Frau zum Ziel, als sie der Angreifer mit einer Metallstange bedrohte. Erst als Nachbarn dazukamen, flüchtete der Mann. Nach diesem Vorfall Anfang Juni wurde der Pkw des Klein Hehleners attackiert. Wieder kamen Steine zum Einsatz, als die Front- und Heckscheibe splitterten.

Täter und Opfer kennen sich aus Flüchtlingshilfe

„Ich war oben im Haus und habe ihn noch wegfahren sehen mit dem Fahrrad“, erinnert sich Shariati, der die Polizei ruft. Da bei den vorherigen Vorfällen der Angreifer entkommen konnte, fährt Shariati hinterher und findet ihn schließlich in der Bahnhofstraße, will ihn zur Rede stelle – die beiden Männer kennen sich von früher aus der Flüchtlingshilfe, als Shariati als Übersetzer aus dem Iranischen half. Der Angreifer tritt ihn in den Bauch, er stürzt und verletzt sich am Arm.

Celler Polizei ermittelt gegen 31-jährigen Mann

„Mittlerweile ermitteln wir in neun Strafverfahren wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung gegen einen 31 Jahre alten Mann aus Celle. Die Ermittlungen dauern noch an“, sagt Polizeisprecherin Birgit Insinger. Erst nach Ende der Ermittlung gingen die Anzeigen an die Staatsanwaltschaft. „Bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen kann eine Person bei dem Verdacht einer akuten Eigen- oder Fremdgefährdung vorläufig eingewiesen werden. Anschließend muss ein Antrag beim Amtsgericht für die Fortdauer der Einweisung eingeholt werden. Diese Voraussetzungen haben bislang nicht vorgelegen“, so die Polizeibeamtin.

Fall ist vor Gericht

Hassan Shariati hatte Anwalt Götz Drosdek-Otten eingeschaltet, der versuchte eine einstweilige Verfügung zu erreichen. „Der Richter hatte Bedenken, über die wollen wir nicht diskutieren. Jetzt werden wir die Stellungnahme erweitern und hoffentlich eine Verfügung bekommen“, so Drosdek-Otten. Dies bedeutet ein Kontaktverbot und auch das Verbot, sich dem Wohnort zu nähren. „Das ist natürlich nur so eine halbscharfe Waffe bei jemandem, der sich um das Zivilrecht nicht kümmert“, so der Jurist.