Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Hehlentor Wenn Kirche auf Alltag trifft
Celle Aus der Stadt Hehlentor Wenn Kirche auf Alltag trifft
11:10 22.04.2019
Foto: Pastorin Christina Bernschein gestaltete die Passionsandacht in der Grundschule Hehlentor.
Pastorin Christina Bernschein gestaltete die Passionsandacht in der Grundschule Hehlentor. Quelle: Anke Schlicht
Anzeige
Hehlentor

Keine Kirche, keine Orgel, nur ein einfaches Kreuz und eine Kerze, die den christlichen Rahmen signalisieren. Diese Andacht am Ostersamstag in der Grundschule Hehlentor ist unkonventionell, und das von Leiter Detlev Soetbeer für den Auftakt ausgesuchte Musikstück ist es an dieser Stelle erst recht. „We don’t need no education“, teilte die Rockformation Pink Floyd 1979 im Namen aller Schüler der ganzen Welt mit und wählte als Bild für Hürden und Blockaden Steine, die sich zu einer Mauer türmen.

Zukunftsvision von Schule entworfen

„Ich sehe diese Steine“, greift Soetbeer die Metapher auf und entwirft innerhalb des letzten Gottesdienstes der „Wunden Punkte“ während der Karwoche eine Zukunftsvision von Schule. Vieles – angefangen vom Frontalunterricht im 45-Minuten-Takt bis zur Gesamtausrichtung an übergeordneten Interessen – sei nicht abgestimmt auf die Bedürfnisse von Schülern. Es gelte, Steine aus dem Weg zu räumen, Neues zu denken.

Anknüpfungspunkt für Hambührener Pastorin

Ein idealer Anknüpfungspunkt für die Hambührener Pastorin Christina Bernschein, die für beides Parallelen in Jesu Christi Leben und Sterben findet. Wandten sich Menschen an ihn, durchbrach er gewohnte Schemen des Handelns und Helfens, kein eingefahrenes Denkmuster blockierte ihn. Der Fels vor seinem Grab, der auf wundersame Weise weggewälzt wurde, kann als Symbol für das Überwinden von Hindernissen, in welcher Form auch immer, gesehen werden. Mit passenden Textauszügen und Bildern verbindet die Pastorin die Analysen des Schulleiters und lässt auf diese Weise Kirche auf Gesellschaft treffen.

Andachten an sechs verschiedenen Orten

An sechs verschiedenen Celler Orten geschah dieses in der Passionszeit vor Ostern. Martina und Eckhard Mähling haben nur eine Andacht versäumt. „An jedem Abend wurden wir mit Gedanken neu gefüllt, sowohl durch die Worte als auch die Musik“, zieht das Paar eine rundum positive Bilanz. Die Gottesdienste halfen beiden, die innere Ruhe zu finden, um sich angemessen auf das höchste christliche Fest vorzubereiten. In dieses entlässt die gehaltvolle Andacht in der Schule ihre rund 50 Besucher so unkonventionell, wie sie begonnen hat: Friedhelm Keil spielt zum Abschluss „Another brick in the wall“ auf dem Keyboard, erntet viel Applaus und erzeugt beste Stimmung.