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Groß Hehlen „Das ist ein cooler Job“
Celle Aus der Stadt Groß Hehlen

Ausbildung zum Hotelfachmann im Hotel Celler Tor in Groß Hehlen macht Spaß

16:14 09.07.2021
Lucas Hicks wollte schon immer in einem Hotel arbeiten. Man sieht es dem jungen Faßberger an, dass er im „Celler Tor“ seinen Traumjob gefunden hat.
Lucas Hicks wollte schon immer in einem Hotel arbeiten. Man sieht es dem jungen Faßberger an, dass er im „Celler Tor“ seinen Traumjob gefunden hat. Quelle: Lothar H. Bluhm
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Groß Hehlen

Doch, das muss schon sein: Korrekte Kleidung von Kopf bis Fuß. Der schwarze Anzug mit Weste, das weiße Oberhemd, die gut geputzten schwarzen Lederschuhe und die pink-lila-rosa gestreifte Krawatte prägen perfekt das Outfit von Lucas Hicks. Der 20-Jährige ist Hotelfachmann-Auszubildender im zweiten Lehrjahr und seit 2019 im Ringhotel Celler Tor in Groß Hehlen beschäftigt. Jetzt empfängt er an der Rezeption mit einem freundlichen „Guten Tag, hatten Sie eine angenehme Anreise?“ die Hotelgäste, die nun wieder kommen dürfen.

Er hat das richtige Lächeln für die Rezeption: Azubi Lucas Hicks. Quelle: Lothar H. Bluhm

Hotelfachleute müssen vieles können

„Durch Corona gab es wirklich Einbrüche, aber da haben wir die Zeit genutzt, um bauliche Veränderungen und Renovierungen vorzunehmen“, sagt Chefin Susanne Ostler. „Und dabei hat Lucas Hicks mitgewirkt: Nach der Renovierung einer ganzen Etage war es besonders wichtig, nicht nur die neuen Zimmer mit richtigen Mitteln effektiv zu reinigen und für die Gäste wohnlich vorzubereiten.“ Schließlich liegt der Schwerpunkt der Ausbildung im Hotelbereich in allen Bereichen, was größte Flexibilität danach garantiert. Natürlich gehören Restaurant und Service sowie Küche, Buchhaltung und Marketing dazu.

Kreativität und Flexibilität prägen das Gastgewerbe und bieten so die Chancen, sich immer weiterzuentwickeln, auch selbstständig zu machen. „Auf jeden Fall wird es in Vollhotels wie unserem, also Hotel, Restaurant, Wellness, Bankett und Tagung, nicht eintönig“, so Ostler.

Vier Sterne weiterhin fürs "Celler Tor": Inhaberin Susanne Ostler mit dem neuen Zertifikat und der Plakette vom Dehoga. Quelle: Ringhotel Celler Tor

Einer der ältesten Familienbetriebe Niedersachsens

Das Ringhotel Celler Tor ist einer der ältesten Familienbetriebe Niedersachsens. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1436 zurück. Seit 2008 führen Susanne und Josef Ostler das Unternehmen in 19. Generation. Dass das Vier-Sterne-Hotel mit 73 Zimmern und 15 Bankett- und Seminarräumen von den Corona-Einschränkungen und Abstandsregeln besonders betroffen war, spornt auch die nächste Generation an. „Die vergangenen Monate waren für uns, wie für viele andere Betriebe, eine große Herausforderung. Besonders die unterschiedlichen Landesregelungen zu Abständen und Gruppengrößen verunsicherten die Gäste, sodass das Veranstaltungsgeschäft sehr schwierig war“, sagt Susanne Ostler. Inzwischen verspürt sie wieder Aufwind.

Berufswettkämpfe fielen aus

Lucas Hicks hat in dieser Zeit seine Zwischenprüfung absolviert: „Ich hätte mehr tun können“, sagt er. „So kann ich aber einschätzen, wo ich stehe – das ist ein ganz guter Zwischenstand.“ Berufswettkämpfe, die es in vielen anderen Berufen nicht gibt, eignen sich besonders als Prüfungsvorbereitung: In diesem Jahr fielen sie aus.

Abiturient kannte das "Celler Tor" schon

Nach der Grundschulzeit besuchte der Faßberger das Christian-Gymnasium in Hermannsburg und machte 2019 das Abitur. „Für mich stand schon lange fest, dass ich beruflich in die Hotelbranche gehen werde“, fasst Hicks zusammen, wie er zu seinem Beruf gefunden hat. Sein Vater war vor seinem Ruhestand Soldat, seine Mutter ist Krankenschwester in Celle. Durch sie und ihre beruflichen Veranstaltungen im Celler Tor ist er oft mit dem Betrieb in Groß Hehlen in Kontakt gekommen. Schon im Oktober 2017 hat er hier ein Ferienpraktikum absolviert – als Richtungsorientierung, wie Hicks sagt. „Ich bin praktisch mit dem Hotel aufgewachsen und fand das schon immer interessant: Das ist ein cooler Job“, steht für den Auszubildenden fest. Und für ihn ist wichtig, dass er beruflich seinen eigenen Weg gehen will.

Serviceleiter und Ausbilder im "Celler Tor" ist Dominik Johannes. Quelle: Lothar H. Bluhm

„Es ist erstaunlich, was ein Lächeln ausmacht“

„Wenn man sich dafür interessiert, bietet der Dienstleistungsberuf in einem Hotel ganz viele Möglichkeiten, mit Menschen in Kontakt zu kommen, Zwischenmenschliches zu pflegen. Es ist erstaunlich, was ein Lächeln ausmacht“, sagt Serviceleiter und Ausbilder Dominik Johannes und beschreibt damit, dass der Gast im Mittelpunkt steht: „Was das Lächeln bewirkt, bekommt man direkt gespiegelt – selbst mit Maske. Die Gäste merken sehr genau, ob man Spaß an der Sache hat.“ Im Hotel habe man mit Tagungen zu tun, mit privaten Urlaubsgästen oder auch mit geschäftlichen Treffen und Aufenthalten, so Johannes. Der Restaurantbetrieb sei geprägt von Hochzeits-, Familien- und auch Trauerfeiern, von Geschäftsessen oder Freundestreffen. „Dem jeweiligen Anlass entsprechend müssen wir uns verhalten.“ Das Schöne an dem Beruf sei, dass man Gästen einen angenehmen Aufenthalt bereiten kann. Die Kompetenz, unterschiedlichste Gäste mit ihren Ansprüchen richtig „abzuholen“ und zu begeistern, das lernen die Hotelfachleute in allen Bereichen.

Weiterbildung ist möglich

Während der Ausbildung könne man seine Stärken herausfinden und sich beispielsweise zum Service- oder Hotelmeister weiterbilden oder auch die zweijährige Hotelfachschule mit dem Hotelbetriebswirt abschließen, erläutert Susanne Ostler: „Das entspricht einem Bachelor-Abschluss.“ So könne auch ein Studium im Bereich Touristik/Betriebswirtschaft an Fachhochschulen absolviert werden. Die praktische Ausbildung hilft dabei auf jeden Fall: „Als Ausbildungsbetrieb freuen wir uns über Fachkräfte, die nach der Ausbildung auch in anderen Betrieben oder Ländern Erfahrung gesammelt und ihre Ausbildereignungsprüfung bei der IHK abgelegt haben und dann zurückkommen, um diese einzubringen.“

In andere Häuser und Länder hineinschnuppern

Für ihre Mitglieder übernimmt die Kooperation Ringhotels, die es seit 1973 gibt, Aufgaben in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Schulung, Marketing und Vertrieb. Und für Mitarbeiter der Ringhotels besteht einerseits die Möglichkeit, in Mitgliedshäusern Kurzurlaub zum Kennenlernen deutscher Regionen zu ermäßigten Kosten zu machen und andererseits Praktika in anderen Hotels zu absolvieren. „Das wäre auch für mich mal eine Überlegung nach der Ausbildung“, sagt Lucas Hicks.

Tanja Hauf ist die Bildungsgangleiterin für die Gastronomieberufe an der Albrecht-Thaer-Schule in Altenhagen. Quelle: cz

Nachgefragt bei Tanja Hauf

Tanja Hauf ist Bildungsgangsleiterin Gastronomie an der Albrecht-Thaer-Schule Celle.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Hotelfachkraft?
Die Ausbildung dauert drei Jahre und gliedert sich wie folgt: Im ersten Ausbildungsjahr haben die Azubis zwei Berufsschultage pro Woche (18 Stunden), im zweiten Ausbildungsjahr einen Berufsschultag (9 Stunden) pro Woche und im 3. Ausbildungsjahr einen Berufsschultag (10 Stunden) pro Woche. Die Zwischenprüfung findet meist zum Halbjahr im zweiten Ausbildungsjahr statt. Hier planen die Prüflinge eine kleine Veranstaltung und decken dafür einen Tafelausschnitt ein. Die Abschlussprüfung findet schriftlich und praktisch statt. Im schriftlichen Bereich werden Schwerpunkte in der Gästebetreuung und im Bereich der Marketing sowie im Fach Wirtschaft/Soziales abgefragt. In der praktischen Prüfung muss ein Übernachtungspackage komplett geplant werden und ein Werbebrief für dieses Package werbewirksam entworfen werden. Mit einem Gast wird anschließend ein Verkaufsgespräch durchgeführt. Zudem müssen die Prüflinge entweder bei einen Gast das Check In oder das Check Out durchführen oder ein Zimmermädchen in das Reinigen der Gästezimmer einweisen. Das von den Köchen zubereitete Menü wird im dritten Teil Gästen im englischen und französischen Service serviert.

Worum geht es beim schulischen Teil?
In der Berufsschule werden die praktischen Tätigkeit aufgearbeitet. Im ersten Ausbildungsjahr liegt der Schwerpunkt auf das Restaurant. Wie verhalte ich mich im Restaurant, wie sieht das Mise en place aus? Wie berate ich die Gäste fachkompetent? Wie serviere ich das Essen? Im Bereich des Verkaufsbüros wird beurteilt, ob die Leistungen meines Betriebes marktgerecht sind. Nicht die Produktion, sondern der Markt mit seinen Bedürfnissen bestimmt die Unternehmenspolitik. Hier werden im Marketing einige Veranstaltungen inklusiv der Speisekunde geplant. Die Erstellung eines Marketingkonzeptes zur Vermarktung von regionalen Produkten (speziell Wild) steht im Unterricht im Focus. Im dritten Ausbildungsjahr wird hierzu ein praktisches Projekt durchgeführt. Das Arbeiten an der Rezeption ist ein wesentlicher Ausbildungsteil, der sowohl die Begrüßung und Verabschiedung als auch die Betreuung der Gäste während ihres Aufenthaltes beinhaltet. Neben dem Theorieunterricht findet in allen Ausbildungsjahren Demonstrationsunterricht statt. Hier vertiefen die Schüler ihre planerischen Fähigkeiten, besonders die Gestaltung von Schautischen oder die Umsetzung von Veranstaltungsplanungen sowie die Arbeiten im Zimmer der Gäste.

Wem würden Sie die Ausbildung empfehlen?
Allen Schülern, die gerne mit Menschen arbeiten wollen. Sie sollten neugierig und kreativ sein und einen guten Überblick haben. Sie müssen lösungsorientiert und offen den Gästen gegenüber sein und ein gutes Einfühlungsvermögen haben.

Wie sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt?
Im Gastgewerbe werden immer gute Fachkräfte benötigt. Da die duale Ausbildung in Deutschland einen guten Ruf besitzt, bekommen die Fachkräfte im Ausland ohne Probleme gute Jobs. Wer seinen Beruf liebt und eine gute Ausbildung absolviert, findet in der gehobenen Gastronomie stets eine gute Stelle.

Von Lothar H. Bluhm

Hotelfachleute

Was macht man in diesem Beruf?

Hotelfachleute planen Arbeitsabläufe im Hotel, betreuen und beraten Hotelgäste und sorgen für deren

Wohlergehen. Dabei legen Hotelfachleute in allen Abteilungen eines Hotels mit Hand an. Beispielsweise richten sie die Gästezimmer her und kontrollieren sie, bedienen im Restaurant und arbeiten in der

Küche mit. Sie organisieren Veranstaltungen und vergeben die Zimmer. Hotelfachleute stellen Rechnungen aus, planen den Personaleinsatz und überwachen beispielsweise das Küchenhilfspersonal. Auch für die Buchhaltung und die Lagerhaltung sind sie zuständig. Sie verhandeln mit Reiseveranstaltern und sind in großen Hotels an der Entwicklung und Durchführung von Marketingmaßnahmen beteiligt.

Wo arbeitet man?

Beschäftigungsbetriebe:

Hotelfachleute finden Beschäftigung in erster Linie

• in Hotels, Gasthöfen und Pensionen

Arbeitsorte:

Hotelfachleute arbeiten in erster Linie

• am Empfang und im Restaurant

Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch

• im Freien, in Lagerräumen, Hotelzimmern, Hotelküchen, im Büro

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

Worauf kommt es an?

Anforderungen:

• Flexibilität (zum Beispiel um sich beim Einsatz in den Bereichen Restaurantservice, Küche, Verwaltung

oder Empfang an die jeweiligen Aufgaben und Arbeitssituationen anzupassen)

• Kunden- und Serviceorientierung und Kontaktbereitschaft (zum Beispiel auf die Wünsche und Bedürfnisse der Gäste eingehen)

• Gute körperliche Konstitution (schwere Serviertabletts tragen)

• Teamfähigkeit (zum Beispiel mit dem Küchen- und Hauspersonal zusammenarbeiten)

Wichtige Schulfächer:

• Mathematik (für das Erstellen von Rechnungen, für das Kassieren)

• Deutsch (zum Beispiel für Korrespondenz und Gästekontakt)

• Englisch und weitere Fremdsprachen (zum Beispiel für den Umgang mit Kunden aus anderen Herkunftsländern)

• Hauswirtschaftslehre (für das Eindecken der Tische und das Anleiten des Reinigungspersonals)

Was verdient man in der Ausbildung?

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat (je nach Bundesland unterschiedlich):

• 1. Ausbildungsjahr: 625 bis 815 Euro

• 2. Ausbildungsjahr: 675 bis 950 Euro

• 3. Ausbildungsjahr: 775 bis 1065 Euro

In Niedersachsen:

1. Ausbildungsjahr: 750 Euro
2. Ausbildungsjahr: 850 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1000 Euro

Weitere interessante Porträts von Auszubildenden und ihren
Berufen gibt es unter
www.cz.de