Wohnungsbau in Celle

Corona infiziert Allerinsel-Zeitplan

Darum geht wieder ein Jahr ins Land, ohne dass auf der Allerinsel Wohnungen gebaut würden.

  • Von Michael Ende
  • 30. Okt. 2020 | 18:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
Alte Leitungen werden aus dem Boden gerissen, neue verlegt.
  • Von Michael Ende
  • 30. Okt. 2020 | 18:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Das wäre ja auch zu schön gewesen, wenn die Coronakrise nicht den Fortgang der Allerinsel-Entwicklung beeinträchtigen würde. Doch genau das ist geschehen. Der ursprünglich für August terminierte Baubeginn des ersten Wohnbau-Projekts am Hafen verzögert sich. Die gute Nachricht: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der Investor steht Gewehr bei Fuß und möchte noch in diesem Jahr loslegen – "möglichst noch in diesem Jahr", wie es vorsichtig heißt.

Straßenbau im Zeitplan

Im von der Stadtverwaltung vorgesehenen Zeitplan bewegen sich derzeit die Arbeiten zu Bau der neuen Hafenstraße. Durch sie ist es eng geworden auf der Allerinsel. Jetzt sieht man auf dem Schützenplatz Autofahrer, die noch einen freien Stellplatz suchen und Mühe haben, auch einen zu finden. Das war bisher kaum ein Problem – heute ist es oft eines.

Der Straßenbau auf der Allerinsel kommt planmäßig voran.

Zukunftspläne

In zwei Jahren soll die von einer Allee gesäumte Hafenstraße das verkehrliche Rückgrat zur Gesamterschließung der Allerinsel sein. Danach soll der Schützen- und Parkplatz mit seinen 600 Stellplätzen Richtung Altstadt verlegt sowie die Theo-Wilkens-Halle der Altstädter Schützen saniert und erweitert werden. Das ist noch Zukunftsmusik. Derzeit sind an mehreren Stellen gleichzeitig Bauarbeiter dabei, den Untergrund für die neue Straße zu präparieren und Leitungen zu verlegen, mit denen die zukünftigen Wohngebiete auf der Insel versorgt werden sollen.

Neue Rohre werden verlegt.

Warten auf den Spatenstich

Längst hätten auch die Bauarbeiten für das erste Wohngebiet beginnen sollen. "Ungeduldig" warte man im Neuen Rathaus auf den Spatenstich für die Baustelle im sogenannten „Los 2“, so die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner. Dabei geht es um den ersten Bauabschnitt auf der Allerinsel südlich der Hafenstraße. Hier entstehen acht Gebäude mit insgesamt 103 Wohneinheiten. Fünf mehrgeschossige Häuser werden direkt am Hafen errichtet, drei weitere an der Hafenstraße. Angekündigt wurde der Beginn mit dem Aushub der Baugrube zuletzt für den August. Passiert ist immer noch nichts. Geländewagen-Fahrer hinterlassen stattdessen ihre Spuren auf dem sandigen Baugrund, auf dem sich Pioniergehölze angesiedelt haben.

Investor hat längst grünes Licht

Warum tut sich dort nichts? Meißner verweist auf die bereits erteilte Baugenehmigung: "Die Voraussetzungen für den Beginn der Bauarbeiten sind längst gegeben. Seitens des Investors wurden mehrere Termine zum Baubeginn genannt, die aber immer wieder verschoben wurden." Gerüchte kursieren. Ist der Investor etwa pleite? Achim Nagel, Geschäftsführer der Primus Developments GmbH aus Hamburg, schüttelt den Kopf: "Da ist nichts dran. Im Gegenteil: Wir sind jetzt soweit, dass wir loslegen können."

Hängende "Marina-Gärten"

Dass der Zeitplan für die "Marina Gardens" durcheinander gekommen sei, hänge mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zusammen, erläutert Nagel: "Auch wir sind durch Corona von der geraden Schnur abgekommen. Die Kosten steigen und es hat gedauert, bis wir Bauunternehmen gefunden haben, die für uns den Job erledigen können. Auch die Banken halten sich mit Finanzierungen zurück – da ist einiges ins Trudeln gekommen." Im Nachhinein sei es vielleicht sogar ganz gut, dass man nicht etwa schon im März mit dem Bauarbeiten begonnen habe: "Dann hätte man eventuell Arbeiter, die ja oft aus Osteuropa stammen, wegen der Pandemie nach Hause schicken müssen und man hätte mit einer verlassenen Baustelle dagestanden. "

Die sandigen Wohnbauflächen sind derzeit noch ein Dorado für Geländewagen-Fahrer.

Investor will in Kürze loslegen

Trotzdem sei man jetzt auf Kurs, sagt Nagel. Dass Primus bereits 1,5 Millionen Euro in die Planung des Projektes gesteckt habe, zahle sich nun aus: "Wir haben wirklich alles bis ins Detail durchgeplant, alle Verträge sind abgeschlossen. Deswegen gehen wir davon aus, dass wir nicht noch einmal aus dem Tritt kommen und mit den ersten Arbeiten am Rand des Celler Hafens noch in diesem Jahr beginnen – es kann auch Januar werden. Da hängt vieles von der Witterung ab. Wichtig ist, dass wir das Ding jetzt flott zum Laufen bringen."

Hoffen auf das "Allerinsel-Jahr"

Und wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, ohne dass ein Wohnhaus auf der Allerinsel gebaut worden wäre. Eigentlich hätte der Wohnungsbau bereits im Jahr 2017 starten sollen. Oberbürgermeister Jörg Nigge blickt voraus und hofft, dass 2021 "das Allerinsel-Jahr" wird. Dann will die Verwaltung auch einen Rahmenplan-Wettbewerb für die Entwicklung des Schützenplatzes auf den Weg bringen.