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Celle Stadt Wo die Vogelspinne kitzelt: Celler rennen Reptilien die Bude ein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wo die Vogelspinne kitzelt: Celler rennen Reptilien die Bude ein
18:53 24.01.2010
Von Andreas Babel
Die Schildkröte lässt sich das Gemüse schmecken.
Die Schildkröte lässt sich das Gemüse schmecken. Quelle: Andreas Babel
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Sie kommt aus Australien, wo in der Nachbarschaft Krokodile, Alligatoren und Schlangen leben – einen Tigerpython hat Danae Mac Leod aber noch nie berührt. Die Achtjährige besuchte zusammen mit ihrer Celler Freundin Rebecca Lüpken (9) und deren Mutter Anne Lüpken gestern die Ausstellung „Welt der Reptilien“.

Zusammen mit Rebecca schulterte Danae den Tigerpython Johann. 14 Kilogramm wiegt das Tier, das aus Südwestasien stammt und bis zu acht Meter lang werden kann. „Das war gar nicht schwer. Die Schlange fühlte sich ganz glatt an“, sagte Danae nach ihrem Auftritt vor rund 200 Zuschauern. So viele und noch einmal 100 mehr hatten sich schon Sonntagmorgen kurz nach der Eröffnung des zweiten Ausstellungstages in der großen Halle der CD-Kaserne eingefunden.

Und da wollte die aus England stammende Rebecca Lüpken ihrer Tochter nicht nachstehen und meldete sich ebenfalls freiwillig, um Johann zu schultern. Die Westercellerin Brigitte Borger machte Bekanntschaft mit der Vogelspinne Mathilda. „Das kitzelte ein bisschen. Angst habe ich nicht gehabt“, sagte die Tierliebhaberin. Sie hatte keine Probleme damit, das haarige Tier ganz nah an ihr Gesicht zu lassen. Zuhause versorgt sie sechs Katzen und zwei Hunde. „So etwas wollte ich mir aber immer schon einmal anschauen“, sagte Brigitte Borger.

Fernando Richter und seine Mitarbeiter legen viel Wert auf Wissensvermittlung. Dreimal am Sonnabend und viermal am Sonntag gab es kurze Vorführungen mit Freiwilligen, die sich den Reptilien und Spinnen näherten. Die Veranstalter führten dabei mit viel Humor durchs Programm.

Weniger lustig empfinden sie es, wenn ihre artgerechte Arbeit dadurch belastet wird, das andere Veranstalter ähnliche Ausstellungen mit ganz ähnlichen Namen durchführen. Auf deren Tierhaltung haben sie natürlich keinen Einfluss, wohl könne es aber negative Werbung auch für sie sein. Bei ihnen ist jedenfalls alles in Ordnung. Als Richters vor zwei Jahren zum ersten Mal in Celle gastierten, nahmen Mitarbeiter des Celler Veterinäramtes die Tiere unter die Lupe. Diesen Check müssen die Torgauer so gut bestanden haben, dass die amtlichen Tierschützer dieses Mal offenbar von einer Inspektion absahen.

In der Halle müssen permanent Temperaturen um die 23 bis 24 Grad herrschen. Transportiert werden die Tiere in drei großen Sattelschleppern. Lediglich zehn solcher Ausstellungen gebe es pro Jahr, sagt Richter. Das längste Gastspiel hat das Familienunternehmen während der Sommerferien an der Ostsee, wo die Ausstellung in noch größerem Umfang in einer Zeltlandschaft bei Prerow zu sehen ist. Am 23. und 24. Oktober dieses Jahres wird die „Welt der Reptilien“ ganz in der Nähe, nämlich in Peine, zu sehen sein.