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Celle Stadt Wie führe ich ein gutes Gespräch?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wie führe ich ein gutes Gespräch?
13:39 13.06.2010
Celle Stadt

Beinahe wirkt es so, als ob Menschen heutzutage kaum noch persönlich miteinander kommunizieren. Auch viele zwischenmenschliche Beziehungen scheitern daran, dass nicht ausführlich genug miteinander gesprochen wird. In der Berufswelt erweist sich die fehlende Fähigkeit zu kommunizieren ebenfalls als Desaster. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Regeln eines guten Gespräches zu kennen und diese in die Tat umzusetzen. „Am Ende muss der Gesprächspartner das Gefühl haben, einen Nutzen aus der Unterhaltung gezogen zu haben“, erklärt Karlheinz Rehling, stellvertrender Leiter der Volkshochschule Celle und ein Experte auf dem Gebiet der Kommunikation

Vorbereitung: Niemals unvorbereitet in ein Gespräch gehen. Mögliche Fragen sollten vorher auf einem ordentlichen Zettel notiert werden. Das zeugt von Professionalität. Außerdem sollte man sich vor und nicht während des Gespräches überlegen, was man sagen will, und worauf man besonders stark Wert legen möchte. Ebenfalls wichtig: „Überlegen Sie, wie Ihre Position zum Gesprächsthema ist und“, rät Rehling.

Vertrauen: Die Basis eines Gesprächs ist Vertrauen. Es ist wichtig, sich selbst zu öffnen und dem Gesprächspartner einen Vertrauensbonus zu schenken. Ein erster Schritt oder ein kleines Geständnis wirkt meist schon vertrauensbildend. Außerdem kann es nicht schaden, seinen Gesprächspartner zu unterstützen und zu ermutigen, da er sich so auch öffnet. Zusätzlich sollte man seinem Gegenüber immer Respekt zeigen. „Ich muss den Gesprächspartner so aktzeptieren, wie er ist“, betont Rehling.

Interesse: Die grundlegende Vorraussetzung für ein gutes Gespräch ist Interesse am Thema. Bei Bewertungen ist Zurückhaltung wichtig, aufrichtige Fragen signalisieren Aufmerksamkeit und den Wille, es wirklich verstehen zu wollen. Fällt mir während einer Unterhaltung kein neuer Gedanke oder kein neues Argument ein, ist es durchaus eine Option,Gedanken des Gesprächspartners zu wiederholen. Auch das zeigt Interesse..

Zuhören: Das Zuhören ist wahrscheinlich das Wichtigste in einem Gespräch. „Blickkontakt und absolute Konzentration auf den Gegenüber sind dabei unerlässlich“, so Rehling. Entgegen vieler Vermutungen ist ein Gespräch nicht erfolgreich, wenn aussschließlich einer von beiden geredet hat. Nach fünf bis sechs Sätzen am Stück ist die Aufmerksamkeit des Gegenübers tief gesunken. Demnach sollte man versuchen, nicht länger als 30 Sekunden am Stück zu sprechen. Ergreift der Gesprächspartner das Wort, sollte aufmerksam zugehört werden. „Währenddessen bloß nicht darüber nachdenken, was ich als nächstes sagen möchte“ mahnt Rehling.

Kritik/Lob: Es ist immer vorteilhaft, sein Gegenüber bei Gelegenheit zu loben. Allerding sollte dies in einem angemessen, Rahmen passieren. Mit Kritik ist es dagegen schwieriger: Kritische Äußerungen dürfen weder beschönigen noch dramatisieren. Es sollte klar und verständlich ausgedrückt werden, wo es ein Problem gibt. Dabei ist zu beachten, dass der Gegenüber kein „Gesprächsgegner“, sondern, wie das Wort schon sagt, ein Gesprächspartner ist.

Von Christian Uthoff