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Unbekannter versprüht im Celler Inkognito Reizgas – Polizei ermittelt

04:27 08.05.2022
Von Benjamin Behrens
Mindestens zehn Personen wurden durch das versprühte Reizgas verletzt. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und sucht Zeugen.
Mindestens zehn Personen wurden durch das versprühte Reizgas verletzt. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und sucht Zeugen. Quelle: Daniel Karmann
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Unrühmlicher Tiefpunkt für eine fröhliche Party: Am Sonntag, 8. Mai, kam es gegen 3 Uhr zu einer gefährlichen Körperverletzung in der Diskothek Inkognito im Ortsteil Westercelle.

Meiste Disko-Gänger feiern fröhlich

Während ein Großteil der Diskothekenbesucher fröhlich und ausgelassen feierten und tanzten, versprühte ein zur Zeit unbekannter Beschuldigter vermutlich Reizgas innerhalb einer Tanzräumlichkeit.

Dämpfe des versprühten Reizgases wurden daraufhin durch zahlreiche Diskothekenbesucher eingeatmet und die Räumlichkeiten fluchtartig verlassen.

Zehn Personen klagen über Atemnot

Zehn Discothekenbesucher klagten über Atemnot und wurden leichtverletzt vor Ort durch eingesetzte Rettungskräfte erst versorgt. Weitere tatbetroffene Diskothekenbesucher, welche durch den Einsatz von Reizgas verletzt wurden, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Celle zu melden.

Nach Lüftung der Diskothekenräumlichkeiten konnte der Weiterbetrieb erfolgen.

"Es kann halt leider passieren. Frauen führen ja zum Beispiel relativ häufig Pfefferspray mit sich. Wir dürfen ja nur begrenzt Taschenkontrollen machen", sagt Hendrik Büring, DJ im Inkognito und auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Zum Glück sei niemand ernsthaft verletzt worden, so Büring weiter.

Polizei wertet Videoaufnahmen aus

Wie die Polizei mitteilt, werden derzeitig Videoaufzeichnungen gesichtet und ausgewertet, ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wurde eingeleitet. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

Polizei sucht Zeugen

Zeugen des Vorfalls werden gebeten entsprechende Täterhinweise der Polizeiinpektion Celle unter Telefon (05145) 2770, oder der nächstgelegenen Polizeidienststelle, mitzuteilen.

Landeskriminalamt rät von Pfefferspray und Co. zu Selbstverteidigung ab

Die Polizei Niedersachsen rät insbesondere Frauen davon ab, Reizgas oder andere Mittel zur Selbstverteidigung mitzuführen. "Viele Frauen fühlen sich vermeintlich sicherer, wenn Sie Pfefferspray, Reizgas, eine Schreckschusswaffe oder ein Messer dabei haben", schreibt das Landeskriminalamt Niedersachsen.

"Die Gefahr, dass ein Angreifer es Ihnen aus der Hand reißt und gegen Sie selbst einsetzt, ist sehr groß", heißt es weiter. Auch könne man sich selbst mit dem Reizstoff verletzten, etwa bei Gegenwind.

Reizstoffsprühgeräte jeder Art, sowie andere Waffen dürfen bei öffentlichen Veranstaltungen, Versammlungen und Demonstrationen laut Waffengesetz nicht mitgeführt werden. Zudem sei das Spray bei einem unvermittelten Angriff in einer typischen Handtasche nicht schnell griffbereit.

Trillerpfeife und Alarmgeräte bessere Alternative

"Beim Einsatz von Waffen, wie Messer oder Schusswaffen, kann die Situation leichter eskalieren", warnt das LKA.
Führen Sie besser Gegenstände bei sich, die Lärm verursachen, wie Trillerpfeifen oder Alarmgeräte, um im Falle eines Angriffs auf sich aufmerksam zu machen.

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