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Celle Stadt Übermütige Jugendliche halten Heese-Anlieger in Atem
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Übermütige Jugendliche halten Heese-Anlieger in Atem
13:01 13.06.2010
Celle Stadt

Mit den geruhsamen Abendstunden auf dem Heeseplatz ist es momentan vorbei. Sobald die Dämmerung anbricht, hält eine Gruppe von Jugendlichen aus diesem Stadtgebiet die Anwohner in Atem.

Sachbeschädigungen, Beleidigungen unter Alkoholeinfluss und Pöbeleien gehören dazu. So fahren die Jugendlichen beispielsweise mit dem Moped in die Leergut-Annahmestelle von Liedl, setzen sich auf die Einkaufswagen, so dass sie nicht benutzt werden können, und halten sich stundenlang im Discounter-Markt auf, ohne etwas zu kaufen, berichtet die Ortsbürgermeisterin Eva Lietzmann, bei der sich die Beschwerden der Bewohner sammeln.

Auch die Telefonzelle hat einige Tritte abbekommen. Laut Zeugenberichten sei zudem jemand im Klohäuschen eingesperrt worden. Der freiwillige Streifendienst sei wenig hilfreich, würde er doch nicht in den Abendstunden im Heese-Gebiet nach dem Rechten sehen, hat die Ortsbürgermeisterin beobachtet.

Gerade für ältere Celler wäre dies ein Hindernis. Der Weg über den Platz zum Einkaufen wird für sie zum Gräuel – wenn sie ihn überhaupt noch wählen. „Schon öfters sind sie von den Jugendlichen angepöbelt worden. Die Leute trauen sich so schon gar nicht mehr vor die Haustür“, meint Lietzmann.

Einige der Senioren, die in das Wohnprojekt in der Hattendorffstraße gezogen seien, überlegen sogar, wieder auszuziehen. „Das wäre das Schlimmste für den Ortsteil, was uns passieren könnte“, so Lietzmann. „Ich möchte die Jugendlichen nicht kriminalisieren, doch gegen ihre Handlungsweise muss etwas unternommen werden.“

Zusammen mit Dietrich Klie, Beauftragter der Polizeiinspektion Celle für den Bereich „Prävention Jugendkriminalität“, hat Lietzmann mit den Jugendlichen Kontakt aufgenommen, um ihre Wünsche in Erfahrung zu bringen. Doch die jungen Heese-Bewohner, mit denen sie sich treffen wollten, hätten sich an keine Zusage gehalten. „So ist keine Zusammenarbeit gegeben, wenn die Jugendlichen nicht zu den Terminen kommen“, sagt Klie.

Damit die überschüssige Energie zu etwas Sinnvollem wird, hat die engagierte Ortsbürgermeisterin eine Idee: Sie will den Jugendlichen eine geeignete Freizeitbeschäftigung anbieten. „Mit dem Geld aus dem Flohmarkt-Erlös habe ich ihnen angeboten, dass sie eine Rampe für ihre BMX-Räder selber bauen und eventuell auf dem Platz aufstellen können“, so Lietzmann. Markus Laube von der städtischen mobilen Jugendarbeit ist von der Idee begeistert. Die Stadt will das Rampen-Projekt unterstützen. „Ich glaube, dass weniger Böswilligkeit, als Langeweile hinter dem Verhalten der Jugendlichen steckt. Sie wollen auf diese Weise auf sich aufmerksam machen.“

Die Entwicklung im Heese-Gebiet sei „kein Heese-Phänomen“, sondern vielmehr ein gesamtgesellschaftliches Problem, das an einigen lokalen Stellen in der Stadt zu finden sei und unter anderem durch verstärkten Alkoholkonsum hervorgerufen werden würde, betont der Polizeisprecher Christian Riebandt.

Von Rebekka Schrimpf