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Celle Stadt Alle wollen schwerkranker Milea aus Celle helfen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Alle wollen schwerkranker Milea aus Celle helfen
16:43 25.08.2019
Von Michael Ende
Gabriele Werner (links) war eine der Ersten, die sich bei der Typisierungsaktion in der Grundschule Bruchhagen zugunsten der kleinen Milea registrieren ließen.
Gabriele Werner (links) war eine der Ersten, die sich bei der Typisierungsaktion in der Grundschule Bruchhagen zugunsten der kleinen Milea registrieren ließen. Quelle: Oliver Knoblich
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Milea ist noch nicht einmal zwei Jahre alt, und wenn es ganz schlimm kommt, wird sie nicht erleben, wie es ist, erwachsen zu sein. Das Drillingsmädchen leidet an einem extrem seltenen Gendefekt. Es wird befürchtet, dass es an Leukämie erkrankt. Dann bräuchte Milea einen Stammzellenspender als Lebensretter. Die Woge der Hilfsbereitschaft für das kleine Mädchen ist riesengroß: 525 Celler haben sich am Sonntag an einer Typisierungsaktion beteiligt. Sie wollen, dass Milea lebt.

Freude und Dankbarkeit

Tim und Deborah Kreimer waren gerührt, als sie erlebten, mit welchem Engagement sich wildfremde Menschen sich dafür einsetzen, dass Milea zusammen mit ihren beiden Brüdern Emil und Oskar groß werden kann. Bei den Registrierungsaktionen in der Grundschule Bruchhagen in Westercelle und im Rahmen des Oldtimertreffens auf der Stechbahn in Celle bildeten sich lange Schlangen von Hilfsbereiten. „Das ist toll, dass so viele Menschen helfen wollen. Wir sind allen, die hier mitmachen so, so dankbar und können nur hoffen, dass jemand dabei ist, der Milea helfen kann“, so die Mutter.

Tückische Krankheit

Die tückische Krankheit ist für die ganze Familie eine Riesenbelastung. Seit der Diagnose für Milea funktioniere sei irgendwie nur noch, so Deborah Kreimer. „Für mich waren es zu Beginn Fachbegriffe gewesen, neue Lektüren die ich durchlesen musste, um zu wissen, was mit Milea los ist. Da meine Maus bei jedem Gespräch mit beim Arzt ist, lächle ich die ganze Zeit und sage Ja und Okay, damit sie keine Angst und Kummer mit dem Besuch verbindet. Kinder spüren das immer. Abends, wenn ich dann allein mit meinem Mann bin, kommen dann die Momente der Angst, der Verzweiflung, der Hilflosigkeit.“ Es sei ganz gut, dass sie nicht wisse, was noch kommt. „Ich hoffe, dass alles so passiert, wie wir es uns wünschen. Nämlich, dass Milea noch ein langes Leben mit ihren Brüdern hat, die sie abgöttisch liebt.“

Helfen Ehrensache

Dabei helfen wollte zum Beispiel Gabriele Werner: "Ist doch klar, dass ich hier mitmachen. Vielleicht kann ich ja ein Leben retten." Für die Jugendfeuerwehr Westercelle war es Ehrensache, die Organisation der Typisierungsaktion mit bewährter Feuerwehr-Logistik zu unterstützen. "Wir helfen nun mal überall dort, wo wir es können", sagte Westercelles Ortsbrandmeister Stefan Schmidt. Und na klar: "Ich bin schon längst typisiert."

Jeder kann mitmachen

Wer am Wochenende nicht dabei war, kann trotzdem auch noch helfen. Um in die Stammzellen-Spenderdatei aufgenommen zu werden, können Interessierte zwischen 17 und 55 Jahren im Internet unter www.dkms.de ein Set anfordern. Je mehr Menschen mitmachen, desto mehr Kranken kann geholfen werden. Daher freut sich Deborah Kreimer, dass der Beitrag zur Registrierungsaktion „Gemeinsam für Milea“ über Facebook und Instagram schon eine große Reichweite erzielt hat. Unter anderem haben Lukas Podolski, Cathy Hummels und Atze Schröder den Beitrag geteilt.

Am Ende ein Happy End?

Die Familie will von Hambühren nach Nienhagen umziehen, wo die die Drillinge dann auch die Kita besuchen sollen. „Eigentlich wäre das Milea wegen ihrer Immunschwäche verwehrt geblieben, doch da sie nun regelmäßig eine Infusion bekommt, ist sie gegen mögliche Infekte gewappnet“, so die Mutter. Sie hofft, dass diese dramatische Geschichte das Ende bekommt, das die kleine Milea verdient: ein Happy End.

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