„Tsellis“ von großer Bedeutung
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Celle Stadt „Tsellis“ von großer Bedeutung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Tsellis“ von großer Bedeutung
14:35 13.06.2010
Celle Stadt

„Wir haben Angst, dass die archäologische Ausstellung nach dem Umbau einfach verschwindet“, sagt Jens Jörgen Lund. Der Geologe, der selbst Führungen durch den Bereich der Ur- und Frühgeschichte im Bomann-Museum anbietet, ist sicher: „Das wäre schlecht. Die Ausstellung ist insgesamt gut und pädagogisch aufgebaut. Insbesondere der Teil über die ältere Bronzezeit ist sehr gelungen und eigentlich sogar besser als der im Landesmuseum Hannover.“

Tatsächlich hat das Bomann-Museum eine Neukonzeptionierung der gesamten Ausstellungsfläche geplant, die andere Aspekte als bisher in den Vordergrund rücken soll. „Nach 15 Jahren muss ein neues Konzept her“, sagt Museumsdirektor Jochen Meiners. „Die klassischen Abteilungen werden aufgelöst und neu geordnet. Das bedeutet auch, dass die archäologische Ausstellung in der heutigen Form nicht bestehen bleibt.“

Die Exponate zur Ur- und Frühgeschichte sollen laut Meiners aber keinesfalls im Archiv verstauben: „Sie werden auch weiterhin – nur eben in neuer Form – präsentiert. Wir möchten außerdem künftig mehr aus unserem Bestand zeigen.“ Wie es genau mit der archäologischen Abteilung weiter gehe, sei indes noch nicht sicher. „Das hängt im wesentlichen auch davon ab, was bei den Tsellis-Ausgrabungen in Altencelle zutage kommt“, so Meiners, der davon ausgeht, das in der versunkenen Stadt im Schatten der Altenceller Gertrudenkirche – und auf der zukünftigen Trasse der B3-Ostumgehung – rechtzeitig weiter gegraben wird.

„Es wird eine Bodenuntersuchung des Geländes im Herbst geben“, sagt jetzt Bernd-Wilhelm Winkelmann, Projektleiter Ostumgehung Celle bei der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden. Trotz Voranschreiten der Bauarbeiten sei die historische Stadtwüstung keinesfalls gefährdet: „Bevor die Bagger rollen, ist in jedem Fall Zeit für archäologische Untersuchungen.“ Ob dies noch 2009 geschieht, ist weiterhin fraglich.

Von Birte March