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Torben Schimpf macht eine Ausbildung zum Fachlagerist

10:01 13.01.2021
Torben Schimpf und Alexander Treptow (rechts) sind stolz darauf, bei der Firma Rheinmetall im Lager ihren Beruf zu erlenen. Quelle: Rheinmetall
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Unterlüss

„Hiieer!“, steht für Torben Schimpf ganz klar fest: Hier will er auch in 20 Jahren arbeiten. Hier, in seinem jetzigen Ausbildungsbetrieb Rheinmetall in Unterlüß. „Hier schon, aber nicht hier in der Ausbildungswerkstatt“, ergänzt sein Kollege Alexander Treptow lächelnd. Und da sind sich beide einig: „Na klar, hier!“

Zunächst Ausbildung zum Elektriker begonnen

Torben Schimpf kommt aus Bergen. Er begann zunächst eine Ausbildung zum Elektriker, lernte dadurch auch Lagerhaltung und Logistik kennen. „Das hat mir Spaß gemacht“, sagt der 23-Jährige.

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Durch seinen Vater habe er dann Verbindungen zu Rheinmetall bekommen und sich um einen Ausbildungsplatz als Fachlagerist beworben. Zwei Jahre dauert die Ausbildung. Seit diesem Sommer hat er ein drittes Ausbildungsjahr angehängt, in dem die Lagerlogistik den Schwerpunkt bildet und die Vertiefung der IT-Tätigkeit mehr Gewicht erhält.

Benötigte Teile wie im Warenkorb zusammengestellt

Ob Fronthaubenplatten, Scheiben, Dichtungen, Isoliermaterial oder Schrauben und Keramikplatten – die von der Fachabteilung benötigten und bestellten Teile werden wie in einem Warenkorb zusammengestellt und auf Paletten bereitgehalten. Über 500 Palettenplätze beinhaltet das Hochregallager in Halle 81.

Geschickt fährt Schimpf lautlos mit dem E-Gabelstabler durch die langen Gänge, um die einzelnen Palettenstellplätze anzusteuern und die benötigten Materialien zusammen zu sammeln. „Wo die einzelnen Teile sind, sehe ich im Computer“, beschreibt Schimpf seinen Arbeitsplatz zwischen Bürobereich und Lager. „Wenn ich im nächsten Jahr fertig bin, werde ich wahrscheinlich übernommen. Da fühle ich mich ziemlich sicher.“

Arbeitgeber Rheinmetall hat guten Ruf

Rheinmetall stehe in dem Ruf, ein guter Arbeitgeber zu sein. Regelmäßige Arbeitszeit, betriebliche Altersvorsorge, ein großes Leistungsspektrum beim Arbeitsschutz einschließlich Grippeschutzimpfung und Corona-Schutzmasken, zusätzliche Sozialleistungen und ständige Fortbildungen seien sehr wichtig, findet Schimpf. Arbeitsschutz wird hier groß geschrieben. Er weiß aber auch, dass die Ausbildung in dem Betrieb gut ist: „Woanders werden wir mit Kusshand genommen…“

Hohe Fluktuation im Betrieb

Dennoch: Die Fluktuation im Unternehmen sei ausgesprochen gering, weiß auch Rene Holst, Stellvertretetender Abteilungsleiter in der Lagerlogistik. „Die Fertigung von Sicherheitskabinen ist jetzt angelaufen, und das Projekt läuft bis 2027. Da ist die Perspektive für Auszubildende, übernommen zu werden, sehr gut!“

Rene Holst ist stellvertretender Ausbildungsbeauftragter.  Quelle: Lothar H. Bluhm

„Die Logistik ist hier ein weites Feld“, da lasse sich überall Fuß fassen, ist der geborene Unterlüßer Alexander Treptow (26) überzeugt. Er hat bereits in der achten Klasse ein Praktikum bei Rheinmetall gemacht. „Das war eine Woche. Danach hab ich aber nochmal für länger bei Rheinmetall reingeschnuppert.“ Immerhin haben seine Eltern hier gearbeitet: „Da ist für uns praktisch Rheinmetall als Familienbetrieb…“

Ausgeprägter Ordnungssinn von Vorteil

Nach der Schule wollte Treptow zunächst Geld verdienen und arbeitete im Lager von Hostmann und Steinberg in Celle und bei Miezobello. „Vielleicht macht es auch mein ausgeprägter Ordnungssinn, dass ich so gern im Lager arbeite“, vermutet er. Es bringe doch nichts, wenn die Ware angeliefert und gelagert wird, und man nicht mehr wisse, wo was ist. „Mein Angelkram zu Hause ist auch pieke geordnet!“

Sehr gutes Arbeitsklima und Zusammenhalt

Als Arbeitgeber findet er den Technologiekonzern Rheinmetall sehr attraktiv. Es herrsche ein sehr gutes Arbeitsklima und der Zusammenhalt der Kollegen werde stets gefördert, wodurch auch die Kollegialität groß geschrieben wird. Auch das mehrtägige Azubi-Event zu Beginn des ersten Ausbildungsjahres habe alles sehr gefördert, lobt er das Konzept für die Auszubildenden. Wenn er seine Abschlussprüfung in der Tasche hat, macht auch er wohl weiter, wie sein Kollege Schimpf: Als Jungfachkraft für Lagerlogistik.

In der Berufsschule werden zurzeit im ersten Ausbildungsjahr 9 Fachlageristen und im zweiten Ausbildungsjahr 20 Fachlageristen ausgebildet.

Nachgefragt bei Christian Thiele

Christian Thiele ist Bildungsgangleiter für die „Lagerberufe“ an den Berufsbildenden Schulen I in Celle. Quelle: Oliver Knoblich

Christian Thiele ist Bildungsgangleiter für die „Lagerberufe“ an den Berufsbildenden Schulen I in Celle.

Es handelt sich um eine duale Ausbildung, also in Schule und Betrieb. Sie sind für den schulischen Teil verantwortlich. Worum geht es da?

Neben den allgemeinbildenden Fächern Englisch, Deutsch, Politik und zum Teil auch Sport, werden die wesentlichen Inhalte der Ausbildung in acht Lernfeldern unterrichtet. Diese bilden den gesamten Prozess des Warendurchflusses innerhalb der Unternehmenslogistik ab. Das beginnt mit der Beschaffung der Ware, deren Annahme im Unternehmen und anschließend deren Lagerung und dem Transport innerhalb des Unternehmens. Anschließend geht es um die Verpackung, die Verladung und den Versand dieser Waren.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert in der Regel zwei Jahre, wird aber von starken Schülern gelegentlich auf eineinhalb Jahre verkürzt. Die Auszubildenden verfügen zum Großteil über den Hauptschulabschluss, allerdings sind auch immer Schüler dabei, die diese Ausbildung auch mit dem Realschulabschluss oder dem erweiterten Realschulabschluss absolvieren.

Und wie gliedert sich die Ausbildung?

Nach einem Jahr findet eine praktische Zwischenprüfung statt. Am Ende der Ausbildung folgt dann die theoretische Prüfung, die aus drei Teilen besteht und eine praktische Prüfung, die aus zwei Aufgaben aus den Lernbereichen besteht, also beispielsweise einer Warenannahme und einer Aufgabe aus dem Bereich Kommissionierung also der Zusammenstellung der richtigen Waren für eine Lieferung oder der Verpackung.

Wem würden Sie die Ausbildung empfehlen?

Diese Ausbildung ist besonders interessant für junge Menschen, die nicht auf der Suche nach einem „Bürojob“ sind, sondern gerne praktische Arbeiten an und mit der Ware spannender finden. Man sollte auch Spaß am Umgang mit Fördermitteln haben, wie beispielsweise dem Gabelstapler.

Und wie sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt?

Die Übernahmeaussichten nach der Ausbildung sind sehr gut! Nahezu alle Absolventen können in diesem Beruf weiterarbeiten, viele absolvieren im Anschluss noch ein weiteres Ausbildungsjahr und werden noch Fachkraft für Lagerlogistik. So bietet sich die Chance, in drei Jahren zwei abgeschlossene Ausbildungsberufe erlernt zu haben.

Von Lothar H. Bluhm

Steckbrief Fachlagerist

Was macht man in diesem Beruf?

Fachlageristen nehmen Güter an und prüfen anhand der Begleitpapiere die Art, Menge und Beschaffenheit der Lieferungen. Sie erfassen die Güter via EDV, packen sie aus, prüfen ihren Zustand, sortieren und lagern sie sachgerecht oder leiten sie dem Bestimmungsort im Betrieb zu. Dabei achten sie darauf, dass die Waren unter optimalen Bedingungen gelagert werden. In regelmäßigen Abständen kontrollieren sie den Lagerbestand und führen Inventuren durch. Für den Versand verpacken sie Güter, füllen Begleitpapiere aus, stellen Liefereinheiten zusammen und beladen Lkws. Sie kennzeichnen, beschriften und sichern Sendungen. Dabei beachten sie einschlägige Vorschriften, wie zum Beispiel die Gefahrgutverordnung und Zollbestimmungen. Die Güter transportieren sie mithilfe von Transportgeräten und Fördermitteln, wie beispielsweise Gabelstapler oder Sortieranlagen.

Wo arbeitet man?

Beschäftigungsbetriebe:

Fachlageristen finden Beschäftigung in Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche.

Arbeitsorte:

Fachlageristen arbeiten in erster Linie

• im Lager

• in Kühlhäusern

• in Fabrikhallen

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.

Worauf kommt es an?

Anforderungen:

• Gute körperliche Konstitution (zum Beispiel Arbeiten in unbeheizten und zugigen Lagerhallen, Kühlhallen

oder im Freien zu jeder Jahreszeit, schwere Gegenstände von Hand heben)

• Organisatorische Fähigkeiten und Sorgfalt (zum Beispiel Be- und Entladezeiten sowie Lagerplätze zuteilen,

angelieferte Waren auf Vollständigkeit und Unversehrtheit kontrollieren)

• Räumliches Vorstellungsvermögen (zum Beispiel Güter im Lager unter Berücksichtigung von Warenart, Beschaffenheit, Volumen und Gewicht verstauen)

• Umsicht und Verantwortungsbewusstsein (zum Beispiel beim Bedienen von Fördersystemen oder Hebezeugen) 

Schulfächer:

• Mathematik (zum Beispiel für die Ermittlung von Gesamtgewicht und Raumbedarf von Gütern)

• Englisch und weitere Fremdsprachen (zum Beispiel bei Kontakten zu ausländischen Lieferanten und Fachkräften)

Was verdient man in der Ausbildung?

Beispielhafte Brutto-Ausbildungsvergütungen pro Monat
(für Niedersachsen):

Groß- und Außenhandel:

1. Ausbildungsjahr: 873 bis 972 Euro

2. Ausbildungsjahr: 945 bis 1050 Euro

Privates Verkehrsgewerbe:

1. Ausbildungsjahr: 785 Euro

2. Ausbildungsjahr: 828 Euro

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