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Celle Stadt Till Eulenspiegel in Celle: Mit dem Schalk im Nacken
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Till Eulenspiegel in Celle: Mit dem Schalk im Nacken
17:30 15.09.2010
Till Eulenspiegel belustigt seinen Kindertross vor dem Celler Schloss.
Till Eulenspiegel belustigt seinen Kindertross vor dem Celler Schloss. Quelle: Torsten Volkmer
Celle Stadt

Es war einmal in Celle. Da begab es sich, dass der bekannteste Narr der Welt den Celler Kindern einen Besuch abstattete. Sein Name: Till Eulenspiegel. Der lustige Gesell erzählte seinen kleinen Zuhörern auf die ihm eigene Art von den Dingen, die ihm in der Residenzstadt schon widerfahren sind. Dazu gehörte folgendes Erlebnis: Der Herzog des Schlosses befahl ihm, die Wand des Saales zu bemalen. Obwohl Eulenspiegel nur etwas Seiltanzen und Jonglieren konnte, sagte er zu. Der Schalk machte neben einer Bezahlung nur zur Bedingung, dass er stets genug zu essen und zu trinken habe. Der Herzog willigte ein. Eulenspiegel schloss sich einen Monat lang ein und ließ es sich gut gehen. Als der Herzog das Werk sehen wollte, sagte Eulenspiegel zu ihm: „Das Bild ist etwas Besonderes. Niemand kann es sehen, der schon einmal gelogen hat.“ Daraufhin lobt der Hofstaat das Werk in den höchsten Tönen. Als ein kleines Mädchen das Offensichtliche ausspricht, muss Eulenspiegel Reißaus nehmen. Er findet Zuflucht in einem leeren Bienenkorb, in dem er sich schlafen legt. In der Nacht kommen Honigdiebe vorbei und nehmen Eulenspiegels Korb in der Hoffnung auf große Beute mit. Der gewitzte Schalk bringt die Ganoven dazu, sich zu prügeln, indem er sie an den Haaren zieht. So kann er in Ruhe weiterschlafen. „Der zweite Bienenkorb auf der linken Seite im Bomann-Museum ist meiner“, verrät Eulenspiegel.

Bei einem Kaufmann am Großen Plan hatte Eulenspiegel auch schon einen Job. Er sollte die Zimmer aufräumen. Faul wie er ist, nimmt er erstmal eine Mütze Schlaf. Als ihm der Kaufmann auf die Schliche kommt, gebietet er dem Schelm das Haus zu räumen. Prompt trägt Eulenspiegel frech alles Mobiliar auf die Straße. Und wenn er nicht in einem Bienenkorb verschläft, führt sein Weg auch im nächsten Jahr wieder nach Celle.

Manfred Schlüter

Manfred Schlüter wurde 1953 in Kellinghusen geboren. Nach der Tiefdruckretuscheur-Lehre machte er ein Grafik-Design-Studium. Seit 1976 ist er „freier“ Maler und Grafiker. Er malte unter anderem Bilder für Bücher von Michael Ende, Boy Lornsen und Achim Bröger. Seit 1991 erscheinen Bücher mit eigenen Texten. Er erhielt Auszeichnungen der Stiftung Buchkunst, der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach, den Friedrich-Hebbel-Preis sowie den Friedrich-Bödecker-Preis. Schlüter lebt und arbeitet in einer ehemaligen Schule in Hillgroven, einem Dorf an der Nordsee.

In seinem Buch „Sina und das Kaff am Ende der Welt“ muss die Titelheldin gegen ihren Willen mit ihrer Familie von Hamburg aufs Land ziehen. Dem Neuanfang sieht sie skeptisch entgegen: Es fällt ihr schwer, sich von den Freunden zu verabschieden. Alles ändert sich, als sie dem gleichaltrigen Hinne begegnet. Das Werk mit der ISBN 978-3-12-676365-3 kostet 5,95 Euro.

Jugendbuchautoren stellen sich auf dem Großen Plan vor

CELLE. Bei der 10. Celler Jugendbuchwoche stehen heute folgende Veranstaltungen auf dem Programm:

Jugendbuch-Autoren im Lese-Zelt: Einige Autoren der Jugendbuchwoche stellen sich heute auf dem Großen Plan vor. Sie halten Kurzlesungen und geben Autogramme. Ab 15 Uhr bietet sich die Gelegenheit, nacheinander Bettina Göschl, Klaus-Peter Wolf, Klaus W. Hoffmann, Sabine Ludwig, Manfred Schlüter, Harald Tondern und Ibrahima Ndiaye für jeweils 20 Minuten zu erleben. Der Eintritt ist frei. Ab 17.30 Uhr werden die Gewinner des Bücherrätsels ausgelost.

Bilderbuchkino im Bürgerbus: Für Besucher, die lieber lauschen statt lesen, bietet sich das Bilderbuchkino im Bürgerbus an. Dieser steht heute zwischen 15 und 17.30 Uhr auf dem Großen Plan. Der Eintritt ist frei.

Papiertheater mit Heike Ellermann: Märchen und Musik für Groß und Klein präsentiert Heike Ellermann heute um 16 Uhr im Bomann-Museum. Sie spielt und inszeniert „Das Märchen vom zornmütigen König und der törichten Prinzessin“ von Lenelotte von Bothmer. Die Politikerin und Schriftstellerin aus Hannover schrieb das Märchen 1995. Es handelt vom Lesen und Lesen lernen. Die Stimme der Autorin und feierliche Barockmusik werden zu hören sein. Das Publikum wird erleben, wie sich die dramatische Geschichte auf der kleinen Bühne des Papiertheaters wundersam zum Guten wendet. Die Veranstaltung ist kostenlos, es wird nur der Museumseintritt erhoben.

Vortrag und Diskussion mit Vito von Eichborn: Der Verleger Vito von Eichborn hält heute im „Kunst und Bühne“ am Nordwall einen Vortrag. Ab 19 Uhr diskutiert er mit den Gästen über Bücher, E-Books sowie Autoren und Verleger im 21. Jahrhundert. Von Eichborn war schon Journalist, Lektor, Publizist, Agent und Rundfunksprecher. Seit Anfang 2010 lebt er auf Mallorca, wo er auch Schreibwerkstätten veranstaltet.

Das Thema seines Vortrages im „Kunst und Bühne“ lautet „Schöne neue Welt – Literatur und neue Medien“. Der Eintritt ist frei.

Von Paul Gerlach