Preissteigerung

Taxifahren in Celle wird immer teurer

Die letzte Erhöhung der Taxentarife hatte 2019 auch aufgrund der Einführung des Mindestlohnes stattgefunden. Jetzt ist es wieder so weit.

  • Von Michael Ende
  • 31. Jan. 2022 | 07:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Michael Ende
  • 31. Jan. 2022 | 07:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Alles wird teurer – da macht das Taxifahren keine Ausnahme. Der städtische Ausschuss für Klima, Umwelt, Verkehr und technische Dienste hat jetzt eine spürbare Anhebung der Beförderungsentgelte empfohlen. Hintergrund ist unter anderem der gestiegene Mindestlohn. Und so dürfte es auch bald weiter gehen. Denn die nächste Mindestlohn-Erhöhung zum Oktober hat die Bundesregierung bereits angekündigt.

Diverse Gründe für Preisanstieg

Die letzte Erhöhung der Taxentarife hatte 2019 auch aufgrund der Einführung des Mindestlohnes stattgefunden. Jetzt geht es wieder darum – und um eine ganze Reihe weiterer Faktoren. Zum 1. Januar 2022 ist der Mindestlohn auf 9,82 und ab Juli 2022 auf 10,45 Euro festgesetzt. Dieser Mindestlohn erhöht sich für den Arbeitgeber durch Abgaben und Zuschläge um weitere 22 bis 25 Prozent. Lohnkosten machen nach Angaben der Branche rund 65 Prozent aller Kosten in einem Taxibetrieb aus. Zum 1. Januar 2021 wurde die CO2-Steuer auch auf Dieselkraftstoffe eingeführt. Der Liter Diesel verteuerte sich allein durch die eingeführte Steuer um 8 Cent. Alternative Antriebe für den Betrieb von Taxen lassen sich derzeit wegen mangelnder Infrastruktur und sehr hoher Anfangsinvestitionen nur sehr schwer umsetzen. Die allgemeinen Preissteigerungen lag laut Statistischem Bundesamt im November 2021 lag bei 5,2 Prozent - eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt 1993. Allein durch die Erhöhung steigen die Aufwendungen für das Taxigewerbe für die Ersatz- und Neuinvestitionen im Fuhrpark, aber auch im Bereich der Wartungskosten.

Fahrgastgewerbe leidet unter der Pandemie

Das gesamte Fahrgastgewerbe leide zudem unter der Pandemie, so Harald Gast vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen: „Die derzeitige Situation in den Taxibetrieben ist nur schwer und differenziert zu bewerten. Ein Teil der Unternehmerinnen hat sich dort, wo möglich, von der Betriebspflicht befreien lassen, das Fahrpersonal in Kurzarbeit geschickt und die Löhne aufgestockt. Die Nachtfahrten sind weggebrochen, Touristen gibt es kaum noch, Gaststätten haben geschlossen, private Feiern finden nur noch abgeschwächt statt.“ Allgemein herrsche Unsicherheit, ob der hohe Fixkostenanteil, der nur durch entsprechende hohe Auslastungen der Fahrzeuge gedeckt werden könne, weiterhin noch bezahlbar ist. Rücklagen seien aufgebraucht, teilweise würden die Lohnzahlungen für das Fahrpersonal über Kredite geleistet, so Gast: „Das Überleben sichern derzeit die Krankenbeförderungen“ Die Unternehmer hätten sich ihre Entscheidung, eine Entgeltanhebung zu beantragen, nicht leicht gemacht. „Das Gewerbe weiß, dass nach einer Anhebung zunächst mit einem Fahrgastrückgang zu rechnen ist. Dieser kompensiert sich allerdings wieder, da bereits seit längerer Zeit niemand mehr aus Spaß mit dem Taxi fährt.“

Ab 1. Mai wird's teurer

Die Stadtverwaltung hat jetzt vorgeschlagen, den Grundpreis für jede Fahrt von 3,90 Euro auf 4,30 Euro zu erhöhen. Der Kilometer-Preis soll für Strecken bis zu drei Kilometern von 2,30 Euro auf 2,50 erhöht werden. Bis zu sechs Kilometern soll der Kilometer 2,30 Euro und bei Fahrten über sechs Kilometer 2 Euro kosten. Das empfahl auch der Fachausschuss. Die neue Kosten-Regelung soll zum 1. Mai in Kraft treten.