Taktile Kanten: Fahrrad-Unfälle in Celle reißen nicht ab
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Taktile Kanten: Fahrrad-Unfälle in Celle reißen nicht ab

14:06 27.01.2021
Von Gunther Meinrenken
Taktile Kanten: Notwendigkeit für Sehbehinderte, Sturzgefahr für Radler.
Taktile Kanten: Notwendigkeit für Sehbehinderte, Sturzgefahr für Radler. Quelle: Gunther Meinrenken
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Celle

Die CZ-Serie "Radfahren in Celle" ist abgeschlossen, aber ein Thema beschäftigt die Radler in der Residenzstadt immer noch sehr: Die taktilen Kanten für Sehbehinderte, die in Ampelbereichen angebracht sind. "Ich bin oft mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Allein in der Vorweihnachtszeit habe ich an der Ecke Südwall/Westcellertorstraße vier Unfälle von Radfahrern mitbekommen, die an der taktilen Kante bei Dettmer & Müller gestürzt sind", berichtet eine Leserin.

Taktile Kanten: Wichtige Orientierungshilfe

Die taktilen Kanten sind eine wichtige Orientierungshilfe für Sehbehinderte. Mit dem Blindenstock ertasten sie, ob sie in einen gefährlichen Fahrbahnbereich hineinlaufen. Nur leider bringt der Höhenunterschied von etwa 5 Zentimetern immer wieder Radfahrer ins Schlingern, wenn sie nicht aufpassen. Die meisten Radler, die stürzen, berappeln sich kurz und fahren weiter. Gemeldet werden die Unfälle meist nicht. So liegen auch der Polizei keine Unfallmeldungen vor.

Stadt setzt auf weiße Markierungsborde

Bei der Stadt sieht es ähnlich aus: "Seit einigen Jahren markieren wir die taktilen Kanten in Weiß oder bauen weiße Markierungsborde zur besseren Erkennbarkeit ein. Die positive Wirkung dieser Maßnahme wurde uns von Fahrradfahrern bestätigt. Seitdem sind bei uns keine Unfälle mit gestürzten Fahrradfahrern bekannt. Es wird aber leider auch nicht jeder Unfall gemeldet", so Stadtsprecherin Claudia Krause. Im Bereich vor Dettmer & Müller seien auch Borde mit weißem Vorsatz verwendet worden. "Dort ist eine gute Erkennbarkeit gegeben. Wenn es noch Bereiche mit schlechter Erkennbarkeit gibt, können diese nachmarkiert werden", sagt Krause.

Andere Farbe ist problematisch

Und eine andere Farbe? Ein Leser hat vorgeschlagen, die taktilen Kanten farblich deutlicher abzuheben. Etwa mit Signalrot? Doch einem solchen Vorstoß steht der Celler Werner Gläser vom Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen skeptisch gegenüber. "Sehbehinderte sind zur Orientierung auf starke Kontraste angewiesen", argumentiert Gläser. Rot scheide da aus. Allenfalls könne man über eine gelbe Kennzeichnung nachdenken. Eine weitere Möglichkeit, so schlägt Gläser vor, sei, dass man die Radwege deutlicher mit Markierungsstreifen vom Fußweg abtrenne. So könnten Radfahrer schon im Vorfeld besser auf die richtige Spur gebracht werden.

27.01.2021