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Celle Stadt "Es braucht mehr als nur Applaus"
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Tag der Pflegenden: Applaus war okay – aber nachhaltige Anerkennung nötig

12:21 12.05.2022
Pflegefachkraft Rene Farin bei der Arbeit im Celler Krankenhaus.
Pflegefachkraft Rene Farin bei der Arbeit im Celler Krankenhaus. Quelle: AKH Celle
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Der 31-Jährige ist Pflegekraft im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Celle. Die vergangenen zwei Pandemiejahre waren auch für ihn eine besondere Herausforderung – vor allem auch, weil er auf der Covid-Station des AKH arbeitete. René Farin liebt seine Arbeit – für Politik und Gesellschaft aber bleibe noch einiges zu tun, um die Situation zu verbessern.

Dabei gehe es nicht nur um Geld, betont er. Es gehe beispielsweise auch um Anerkennung – echte Anerkennung, nicht nur ein wenig Beifall von den Balkonen dieser Welt für die Leistungen der Pflegenden in Corona-Zeiten. „Nur so können wir die Außendarstellung des Berufs verbessern, damit wieder mehr junge Menschen einsteigen und mit Hingabe und Leidenschaft dieser oftmals im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtigen Arbeit am Menschen nachgehen“, findet Farin.

Pandemie als besondere Herausforderung

Die Pandemie war für die Pflegefachkraft eine besondere Herausforderung: „Zu lernen, mit einer anfangs unbekannten tödlichen Krankheit umzugehen, die sich ständig dynamisch weiterentwickelt – das war schon nicht einfach“, erklärt er. Und was macht es mit einem selbst, wenn man Menschen eng betreut, die an einer potentiell tödlichen und anfangs noch relativ unbekannten Krankheit leiden und die an dieser Krankheit sterben? „Das geht einem natürlich sehr nahe", sagt Farin. „Da fängt sich das Team gegenseitig auf. Man hört sich zu, ist füreinander da – diese Gemeinschaft ist schon beeindruckend.“

Diese Teamarbeit sowie der interdisziplinäre Austausch und die persönliche Weiterentwicklung sind die Dinge, die dem 31-Jährigen an seinem Job gefallen. Und natürlich die eigentliche pflegerische Arbeit am Menschen. „Und gerade in diesem klassischen Bereich braucht es weiter Verbesserungen - also etwa gesetzliche Regelungen mit der entsprechenden finanziellen Ausstattung, damit sich Pflegende auch wirklich wieder auf die Pflege konzentrieren können“, so der 31-Jährige.

AKH-Konzernpflegedirektor Jörn Sandtvos. Quelle: AKH Celle

Im Celler AKH tut sich im Bereich der Pflege so einiges. „Kürzlich wurde etwa das sogenannte FlexTeam ins Leben gerufen. Im FlexTeam bestimmt man seine Arbeitszeit selbst – ganz flexibel je nach der derzeitigen Lebenssituation“, sagt AKH-Konzernpflegedirektor Jörn Sandtvos. „Einer kann nur am Wochenende ein paar Stunden arbeiten, eine andere nur an drei Vormittagen in der Woche – im FlexTeam ist das tatsächlich möglich. Das ist unser Beitrag im Hinblick auf den oftmals geäußerten Wunsch aus den Reihen der Pflegenden nach einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten.“

Auch René Farin ist überzeugt von diesem neuen Konzept. „Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten ist sicherlich ein ganz wichtiger Punkt, um unseren Beruf attraktiver zu machen. Und wenn dann auch noch die Anerkennung für die Leistungen der Pflegenden dazu kommt, dann blicke ich optimistisch in die Zukunft“, sagt Farin. Und mit einem Schmunzeln meint er: „Dann kann auch gerne hin und wieder geklatscht werden.“

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