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Tag der Kriminalitätsopfer: Plakataktion des Weißen Rings

18:47 26.03.2021
Plakataktion mit der CeBus.
Plakataktion mit der CeBus.
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Celle

Der Weiße Ring warnt vor zunehmender Verrohung der Gesellschaft: „Hass schafft Opfer.“ Darauf macht der Weiße Ring, Deutschlands größte Opferorganisation für Kriminalitätsopfer, jedes Jahr zum „Tag der Kriminalitätsopfer” am 22. März aufmerksam.

"Zunehmende Verrohung stoppen"

„Wir müssen die zunehmende Verrohung der Gesellschaft stoppen“, sagt Anne Wycisk, Außenstellenleiterin des Weissen Rings in Celle, „und beginnen müssen wir damit hier vor Ort“. Hass und Hetze greifen die Grundlagen unseres Zusammenlebens an – vor allem im Internet, immer öfter aber auch im Alltag auf der Straße.“

Im schlimmsten Fall tötet Hass Menschen, wie Halle, Hanau und der Fall Lübke gezeigt haben. Hass ist eine schleichende Gefahr für die Gesellschaft, er greift Säulen unserer Demokratie an.

„Wir wollen Betroffenen Mut machen"

Die Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes verzeichnet für 2019 insgesamt 8585 Fälle von politisch motivierter Hasskriminalität. Das sind aber nur die angezeigten Taten. Die meisten Fälle von Hass und Hetze vor allem im Internet werden gar nicht erfasst: Die Betroffenen zeigen es nicht an, weil ihnen die Rechtslage unklar erscheint. „Wir wollen allen Betroffenen Mut machen, sich Unterstützung zu holen”, sagt Anne Wycisk. „Der Weiße Ring ist auch in Pandemiezeiten für Sie da. Niemand muss allein bleiben, wenn er Hass und Hetze erfahren hat.”

„In der jetzigen Zeit geht es vielen Menschen wegen der Einschränkungen nicht so gut“, hat die Celler Außenstellenleiterin Wycisk festgestellt. Daraus entstehen oft Ärger und Frust, die sich zu häuslicher Gewalt entwickeln können. „In diesem Fall helfen wir, indem wir Wege aufzeigen, um aus der Gewalt herauszukommen. Wir sind in Kontakt mit den Frauenhäusern, um eventuell auch finanziell helfen zu können.“

Gerade ältere Menschen als Opfer

Ein weiteres aktuelles Thema seien Straftaten durch Telefon- oder Internetbetrüger. Gerade ältere Menschen werden von den Tätern als Opfer ausgewählt. „Wir warnen immer wieder davor, dass es kein Gewinnspiel gibt, wo man Geld im Voraus bezahlen muss. Auch die Verwandtschaft lässt kein Geld von Fremden abholen. Auch holt die Polizei niemals Geld oder Schmuck persönlich ab.“ Und auch die Corona-Spritze müsse keiner bezahlen. „Die gibt es kostenfrei!“

Plakataktion bei CeBus

Die Außenstelle Celle hatte zum Tag der Kriminalitätsopfer wieder eine Plakataktion gestartet. „Zu meiner großen Freude hat sich CeBus-Geschäftsführer Stefan Koschick bereit erklärt, uns dabei zu unterstützen“, sagt Anne Wycisk. In allen Linienbussen werden ab sofort Plakate vom Weißen Ring aufgehängt, um die Bürger auf die Hilfsangebote hinzuweisen. „Viele Opfer haben uns schon mitgeteilt, dass sie durch den Aushang im Bus auf den Weißen Ring aufmerksam wurden und dann auch den Mut hatten, sich bei uns zu melden.“

Kein Opfer solle allein gelassen werden, meint sie. „Wir müssen den Tätern zeigen, dass viele Menschen Zivilcourage besitzen und nicht wegschauen, wenn ein Mensch Hilfe braucht. Egal, wie er aussieht und wo er herkommt.“

Von Klaus M. Frieling

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