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Celle Stadt Straßentunnel lange gesperrt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Straßentunnel lange gesperrt
15:04 13.06.2010
Die Überführung über die B 214 wird ab März abgerissen und neu errichtet.
Die Überführung über die B 214 wird ab März abgerissen und neu errichtet. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Pünktlich am ersten März nehmen Stadt und Deutsche Bahn (DB) ein Großprojekt in Angriff, dass die Celler zweieinhalb Jahre beschäftigen wird – dann startet der Neubau der Eisenbahnüberführung am Bahnhof. Im Zuge der geplanten Erneuerung wird der Straßentunnel der Bundesstraße 214 unter den Gleisen voll gesperrt werden. Am Dienstagabend informierten daher Vertreter der Stadt und der Deutschen Bahn in der Realschule auf der Heese über den Ablauf des Projekts sowie die zu erwartenden Verkehrsbeeinträchtigungen.

Das Vorhaben ist derzeit in zwei Bauabschnitte eingeteilt: Während die Bahn Anfang März damit beginnt, die westliche Seite der Brücke abzutragen und neu zu bauen, nimmt die Stadt im Mai 2010 den östlichen Trog in Angriff. Im zweiten Abschnitt werden die Seiten gewechselt: Ab Mai 2011 beginnt die Stadt mit dem Bauvorhaben am westlichen Trog, während die Bahn den östlichen Teil der Eisenbahnüberführung abreißt und bis 2012 neu errichtet.

Diese Vorgehensweise ist nach Angaben von Helmut Oldenburger, Brücken-Experte des städtischen Fachbereichs Technische Dienste, notwendig, damit der Bahnverkehr weiterhin die Baustelle passieren könne. Die Auftragssumme der jetzt vergebenen Bauleistungen umfasst rund 7,5 Millionen Euro, mindestens zweieinhalb Millionen steuert die Stadt nach Angaben des städtischen Verkehrsplaners Jörg Frohnert bei.

Derzeit steht an der B 214 ein Gewölbebauwerk mit einer Scheitelhöhe von 4,10 Meter, dessen Durchfahrtshöhe auf drei Meter beschränkt ist. „Die neue Brücke wird über die ganze Fläche eine Höhe von 3,70 Meter haben“, erklärte Hardy Prüßner von der DB Projektbau. Ein Neubau sei notwendig, da die Überführung aus den 20er Jahren auf Dauer die Belastung des heutigen Güterverkehrs nicht mehr aufnehme.

Die rund 150 Interessenten waren jedoch nicht nur in die Realschule gekommen, um sich den Bauablauf erklären zu lassen. Sie wollten wissen, mit welchen Verkehrsbehinderungen sie ab März zu rechnen haben. „Großräumige Umleitungen sollen Autofahrer aus Richtung Nienburg über den Wilhelm-Heinrichen-Ring in den Norden, Osten und Süden weiterleiten“, erläuterte Frohnert sein Verkehrskonzept. Im Nahbereich werden die Autos stadteinwärts hingegen über die Welfenallee, Heese und Trüllerstraße geleitet. Zwischen Heeseplatz und Welfenallee wird dabei eine „unechte Einbahnstraße“ eingerichtet. Dort dürfen nur Anwohner die Straße stadtauswärts befahren. Ähnliches gilt für den Verkehr, der sonst durch die Neustadt fließt: Hier wird eine Umleitung über die Trüllerstraße und Bredenstraße zurück auf die B 214 ausgeschildert, Die Neustadt wird ebenfalls zur unechten Einbahnstraße, stadteinwärts wird die Durchfahrt für Kraftfahrzeuge aller Art verboten sein. Nur Anlieger dürfen die B 214 weiterhin in beide Richtungen befahren.

Laut Simulationen von Frohnert wird die Heese dadurch bis zu 62 Prozent mehr Verkehr aufnehmen müssen – „eine unmögliche Mehrbelastung nennen das die Anwohner. Ihre Bedenken werden bis zum Baustart weiter wachsen, die Stadt forderte jedoch, „optimistisch an die Sache zu gehen“.

Von Christian Uthoff